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Wermelskirchen
Der Brunnen soll wieder sprudeln

Wermelskirchen: Der Brunnen soll wieder sprudeln
Dirk Stöcker (links) hat es sich zur Aufgabe gemacht, ehrenamtlich in der Freizeit den Brunnen an der Carl-Leverkus-Straße wieder zu aktivieren. Für helfende Hände ist er dabei immer dankbar, hier sind es (v.l.) Jörg-Uwe Hinterhölzer, Matthias Jörgens und Edgar Rüssel. Foto: Stephan Singer FOTO: Stephan Singer
Wermelskirchen. Unter dem Motto "Nicht reden, sondern machen" will Dirk Stöcker (47), dass der Brunnen unterm Weihnachtsbaum wieder in Betrieb geht. Mit freiwilligen Helfern und andere Ehrenamtler ist er bereits aktiv geworden. Von Stephan Singer

In den vergangenen Jahren verwahrloste er meist unbeachtet vor sich. Mit dem klaren Ziel, das Stadtbild verschönern zu wollen, ist der Wermelskirchener Dirk Stöcker nun dabei, den Brunnen-Stein an der Carl-Leverkus-Straße zu reaktivieren. Das Mitglied vom Marketingverein "Wir in Wermelskirchen" (WiW), das sich nicht scheut, in seiner Freizeit im Dienste der Allgemeinheit ehrenamtlich mit anzupacken, ist bei seinem Vorhaben schon einige Schritte vorangekommen - inzwischen ist der seit Jahren vernachlässigte Brunnen von Unrat und Laub gesäubert, die Anschlüsse sind gereinigt und teils erneuert. Es wurden auch neue Randsteine um den Findling gesetzt.

Mit Schweißperlen auf der Stirn drückt sich Stöcker aus dem engen Zugangsschacht, über den die Installationen unterhalb des Brunnens zu erreichen sind. Zufrieden schaut er in das Loch: "Es braucht seine Zeit, aber das Ding kriege ich wieder ans Laufen."

Der 47-jährige Baumaschinenmeister lebt seit zwölf Jahren in Wermelskirchen. In dieser Zeit hat er den Brunnen noch nie in Aktion gesehen: "Die Stadt kann sich da wohl nicht mehr kümmern, Aufwand und Kosten sind zu hoch." Stöcker setzt sich ehrenamtlich ein, weil er "dankbar dafür" ist, wie freundlich er als "Zugezogener" aufgenommen wurde. Unter dem Motto "Nicht reden, sondern machen" hat er eine zusätzliche Motivation: "Dieser Brunnen soll ein Magnet für Kinder werden - mein zweijähriger Sohn macht nichts lieber, als mit Wasser spielen."

Die Passanten auf der Carl-Leverkus-Straße nicken anerkennend und zeigen sich voller Vorfreude auf die Zeit, in der der Brunnen wieder plätschert. Meist arbeiten Stöcker und seine Mitstreiter bei guten Wetter samstags in ihrer Freizeit an dem zukünftigen Blickfang. "Ich habe schon mit den Anliegern Hanne Wischnat und Ulla Buhlmann gesprochen. Sie werden ein Auge auf den Brunnen haben", erzählt Dirk Stöcker. Er weiß, dass er zukünftig mindestens ein Mal in der Woche nach dem Brunnen sehen muss - und will das machen. Regelmäßig müsse beispielsweise das Wasser getauscht werden, damit das kühle Nass nicht "kippt".

Bis es so weit ist, müssen Stöcker und seine Mitstreiter noch eine neue Pumpe und eine Zeitschaltuhr installieren. Obendrein wollen sie den Findling, in dessen Mitte sich eine Bohrung befindet, durch die das Wasser fließt, gründlich säubern und von Algenbewuchs befreien. "Den Wasseranschluss habe ich schon erneuert und den Wasserfang abgedichtet - der Kreislauf funktioniert schon wieder", berichtet Stöcker. An der Pumpeninstallation und ihrer Einstellung müsse er noch etwas "werkeln": "Ich will schon, dass da bei Betrieb eine sichtbare Wassersäule von 15 bis 20 Zentimetern aus dem Stein sprudelt." Obendrein plant der 47-Jährige eine Kernbohrung, damit WiW bei Veranstaltungen wie "Rock am Markt" leicht an die Strom- und Wasseranschlüsse gelangen kann, ohne dabei den schweren Gulli-Deckel öffnen zu müssen. "Der städtische Betriebshof hilft uns mit Material und Werkzeug", freut sich Dirk Stöcker über die Unterstützung, die er auch aus seinem Bekanntenkreis erhält.

Quelle: RP
 
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