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Wermelskirchen
Der erste Tag in der neuen Waldschule

Umzug Grundschule Ost in Waldschule
Wermelskirchen. 150 Kinder verabschiedeten sich gestern von ihrer Schule am Weyersbusch und gingen dann zur neuen Waldschule Am Vogelsang. Schüler und Eltern waren gleichermaßen begeistert vom neuen Gebäude. Wir waren beim Umzug dabei. Von Stephan Singer

Mit Andreas Bouranis Hit "Auf uns" und ihrem eigenen Lied "Die Waldschul-Kinder sind wir" auf den Lippen starteten die Schüler gestern Morgen ihren offiziellen Umzug von der Gemeinschaftsgrundschule Ost in die neue Waldschule Am Vogelsang - gerade noch rechtzeitig, bevor der Regen einsetzte. Dabei sahen das Lehrerkollegium, die Eltern sowie die Jungen und Mädchen den Begriff Umzug durchaus in doppeltem Sinne, denn das Verlassen der ehemaligen Ostschule und den Bezug des neuen Gebäudes symbolisierten sie mit einem Umzug zu Fuß. Dabei trugen die Erwachsenen Feuerfackeln in den Händen, die Grundschüler gelbe Luftballons.

Angekommen im neuen Klassenraum: Lehrerin Ulrike Breidenbach (links hinten) und Inklusionshelferin Nadine Allkämper mit den Kindern der Klasse 1a ("Fuchs-Klasse"). FOTO: Hertgen, Nico (hn-)

An der Waldschule angekommen, ließen die Jungen und Mädchen auf Kommando ihrer Schulleiterin Dagmar Strehlow-Toussaint die Luftballons in den Himmel steigen und begrüßten ihr neues Gebäude mit einem lautstarken "Hallo, Waldschule!". Dass einige Ballons in den umstehenden Bäumen hängenblieben, tat der Begeisterung keinen Abbruch. "So ist der Baum in den nächsten Tagen wenigstens schön dekoriert", sagte Dagmar Strehlow-Toussaint und lachte. Und natürlich ließen die Kinder bei ihrer Ankunft Am Vogelsang ihr Waldschul-Lied noch einmal erklingen. Dieses Lied stammt übrigens aus der Feder eines dem Lehrerkollegium über Fortbildungen bekannten Musikpädagogen.

In der Klasse 1a ("Fuchs-Klasse") von Lehrerin Ulrike Breidenbach und Inklusionshelferin Nadine Allkämper freuten sich die Kinder beim Besetzen ihrer Plätze sichtlich über ihr neues Klassenzimmer. Niklas war begeistert von der Tür nach draußen, Markus gefiel besonders der kleine, an das Klassenzimmer angebundene Zusatzraum, Jason war angetan von den vielen Fenstern, die den Klassenraum erhellen. Pete fiel direkt die bereits bekannte Tafel an der Front des Zimmers auf - diese ist nämlich ebenfalls von der Grundschule Ost in die Waldschule umgezogen. Und Joyce stellte fest: "Wir haben ungeduldig gewartet, weil wir uns gefreut haben. In der alten Schule war es sehr eng."

Nach der Ankunft an der neuen Schule ließen die 150 Kinder grüne Luftballons in die Luft steigen. FOTO: Nico Hertgen

Bei einem kurzen Rundgang zeigte Dagmar Strehlow-Toussaint den interessierten Eltern das Gebäude. Jennifer Bejaoui, deren Sohn Emin die erste Klasse besucht, war beeindruckt: "Das ist hier sehr schön, total toll. Wir haben den Fortschritt der Bauarbeiten regelmäßig bei unseren Familienspaziergängen durch den Wald beobachtet."

Auch wenn an den Klassenzimmern die Garderoben-Haken für die Jacken und Sportsachen der Schüler noch fehlen und die große Pinnwand im Büro der Schulleiterin noch angebohrt werden muss, war Dagmar Strehlow-Toussaint mit dem Ablauf des Umzuges, bei dem es neben besagten Tafeln und Einrichtungsgegenständen auch 450 Kartons zu transportieren galt, sehr zufrieden: "Es ist alles hervorragend gelaufen. Das Umzugsunternehmen hat zwölf Stunden am Tag gearbeitet und war schließlich früher fertig als geplant. Das hat uns ein wenig Luft verschafft"; sagte sie und fügte an: "Die Kinder hatten zwei Tage länger Weihnachtsferien - so konnte der Unterricht in Kombination mit dem Umzug starten. Das war schon sehr spannend, den Umzug einer Schule macht man ja nicht alle Tage." Gerade die in Zukunft erleichterte Arbeit im pädagogischen Alltag der 14 Lehrkräfte mit den etwa 150 Kindern in sechs Klassen macht die Schulleiterin der Waldschule, deren Bau acht Millionen Euro gekostet hat, glücklich: "Wir sind jetzt als Grundschule in diesem Komplex für uns alleine, es ist mehr Platz da. Im regulären Gang der Dinge wird alles einfacher. Pädagogische Ziele wie Differenzierung und Individualisierung lassen sich nun deutlich besser umsetzen", betonte Strehlow-Tou-ssaint. "Und mit einer eigenen Halle gibt es jetzt auch wieder wirklichen Sportunterricht."

Quelle: RP
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