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Wermelskirchen
Der Kirchenkreis feiert die Reformation

Wermelskirchen: Der Kirchenkreis feiert die Reformation
Ein Highlight der Feierlichkeiten ist die Aufführung des Luther-Musicals mit den Bergischen Symphonikern. Unter der Leitung von Christoph Spengler wird das Werk gleich zweimal in der Wagenhalle der Stadtwerke Remscheid zu hören sein. FOTO: Jürgen Moll (archiv)
Wermelskirchen. Im Luther-Jahr wird im Bergischen gleich doppelt gefeiert: 500 Jahre Reformation und 200 Jahre Kirchenkreis Lennep. Von Wolfgang Weitzdörfer

"Wir haben uns für eine Festwoche entschieden, jede Gemeinde und jeder Kirchenkreis begeht das Reformationsjubiläum ja individuell", sagte Superintendent Hartmut Demski gestern im Pressegespräch nach der Kreissynodaltagung. Die Festwoche wird vom 9. bis 17. September unter dem Motto "Wir sind so frei" stattfinden. Das Programm ist fünf Themenbereiche aufgeteilt: Gottesdienste und Vorträge, Pilgerwege und Ausstellungen, Musik, Abenteuer und Theater/Film/Kabarett.

Dazu laufen Veranstaltungen in allen 18 Gemeinden im Kirchenkreis. Eine weitere Besonderheit ist, dass sich das katholische Stadtdekanat Remscheid beteiligt und eine Veranstaltung organisiert: Am Donnerstag, 14. September, kommt Pater Anselm Grün ins Gemeindehaus der Evangelischen Luther-Kirchengemeinde an der Johann-Sebastian-Bach-Straße, um über "Die therapeutische Dimension des Kirchenjahres" zu referieren. Insgesamt biete das Programm einen bunten Querschnitt durch das, was Kirche heute ausmache, sagte Demski.

Neben "Tischreden wie zu Luthers Zeiten" (Samstag, 9. September, Reformierte Kirche am Markt in Radevormwald) werden die "Thesen-Türen" in einer Ausstellung in der Stadtkirche in Lennep zu sehen sein. "Das ist ein Projekt, das in allen 18 Gemeinden derzeit noch läuft: Gläubige sind dazu eingeladen, einen 'Thesenanschlag' an eine alte Tür zu platzieren - es soll darum gehen, wie sie sich Kirche heute wünschen und vorstellen", sagte Demski. Die Ausstellung ist während der Festwoche zu sehen.

Ein weiteres Highlight sei das Luther-Musical, kündigte Demski an. Das Musical unter der Gesamtleitung von Christoph Spengler wird am Samstag, 16. September, gleich zweimal zu sehen sein: Um 14 und um 19 Uhr gibt es Aufführungen in der Großen Wagenhalle der Stadtwerke Remscheid an der Neuenkamper Straße. Den Abschluss der Festwoche bildet der zentrale Festgottesdienst, der ebenfalls in der Wagenhalle stattfindet am Sonntag, 17. September, 10.30 Uhr. Ein Shuttleservice werde eingerichtet, sagte Demski.

Ein wichtiges Thema bei der Kreissynode war die Pfarrstellenplanung im Kirchenkreis. "Zwei Drittel der Pfarrer werden zwischen 2020 und 2030 pensioniert. Dazu kommen weniger Theologiestudenten. Es wird also eng werden", sagte Demski. Und der Superintendent fügte an: "Es wird normaler werden, dass sich ein Pfarrer auf mehr Gemeindeglieder verteilen muss."

Derzeit gebe es 41 Pfarrstellen im Kirchenkreis, diese Zahl könne nicht gehalten werden. "Der Beruf des Pfarrers ist toll, das wollen wir ganz klar betonen", sagte Demski. Exemplarisch für den Pfarrermangel sei die Situation in den Gemeinden Bergisch Born und Hückeswagen. "Zwar ist hier noch nicht entschieden, wie es weitergehen wird, aber eine Zusammenarbeit der beiden Gemeinden ist sehr wahrscheinlich", sagte Demski. Eindeutig äußert sich der Kirchenkreis zum Thema DOC in Lennep. "Wir wollen und können nicht pro oder contra DOC sein. Aber wir haben die Ängste der Anwohner wahrgenommen und sehen auch die Vorteile. Es geht um Lärm, Öffnungszeiten und den Verkehr, aber auch um eine Belebung der Lenneper Altstadt", sagte Demski. Man wolle als Kirche im Rahmen des Outlet-Centers auftreten: "Nicht innerhalb des Einkaufszentrums, das wäre utopisch. Aber in guter Nachbarschaft dazu." Denn wenn die Lenneper Altstadt durch das DOC belebt würde, sei das eine durchweg gute Sache, sagte er.

Quelle: RP
 
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