| 00.00 Uhr

Kolja Pfeiffer
Der Organisator der Kinderstadt

Wermelskirchen. Kolja Pfeiffer kümmert sich um die Planung des größten Kinderprojekts in Wermelskirchen. Vom 29. Juni bis 11. Juli geht es in der Katt für bis zu 190 Kinder wieder rund. Der Projektleiter freut sich über die gute Zusammenarbeit im Team der Katt.

Kolja Pfeiffer, wer ist das eigentlich? Erzählen Sie uns etwas über Ihre Person.

Pfeiffer (lacht) Jetzt kommt das wieder mit dem Alter. Ich bin 44 Jahre alt, habe eine neunjährige Tochter und wohne in Köln. Ich habe Politik, Geschichte und Pädagogik studiert. Ich war zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag, habe dann aber gemerkt, dass es andere Dinge sind, die mich interessieren und auch geprägt haben: die Flüchtlingshilfe im ehemaligen Jugoslawien, die Sozialarbeit in Stuttgart und natürlich die Musik.

Wie sind Sie zur Kattwinkelschen Fabrik gekommen?

Pfeiffer Ich habe vorher im Megaphon in Burscheid gearbeitet. Die Katt war natürlich bekannt, es gab eine Kooperation zwischen Burscheid und Wermelskirchen bei der Kinderstadt. Bei diesem Projekt habe ich dann das Tonstudio betreut. Dann drehte sich das Personalkarussell, ich habe mich beworben und bin seit 2014 jetzt hier dabei.

Ist es eine Vollzeitstelle in der Katt?

Pfeiffer Nein, es ist eine 3/4-Stelle - und das ist auch gut. Denn neben meinem Beruf bin ich auch als Musiker tätig. Und so lässt sich die unregelmäßige, teils projektbezogene Arbeit in der Katt gut mit meiner Musikarbeit verbinden.

2015 findet die größte Kinderstadt statt. Insgesamt werden 180 bis 190 Kinder teilnehmen. Ist das noch zu stemmen?

Pfeiffer Wir sind ein komplett neues Team, und da sieht man vielleicht manche Dinge anders als früher. Aber mit dieser Teilnehmerzahl ist die Maximalgrenze sicher erreicht. Selbst bei höheren finanziellen Zuwendungen ist mehr nicht drin. Wir sind einfach räumlich begrenzt.

Hat sich das neue Losverfahren bewährt?

Pfeiffer Es war natürlich für alle Beteiligten eindeutig entspannter. Es gab aber weniger Bewerbungen als bei der persönlichen Anmeldung. Da ist der Termin fix, den muss man ernst nehmen und da muss man dann hin. Vielleicht spielt aber auch der Ferientermin oder die Ferienplanung eine Rolle.

Die vier hauptamtlichen Mitarbeiter - Myra Faubel, Jan Marquardt, Tanja Schöneweiss und Kolja Pfeiffer - können das natürlich nicht stemmen.

Pfeiffer Für die verschiedenen Projekte und Angebote werden Honorarkräfte angestellt. Insgesamt werden wir etwa 30 Mitarbeiter bei der Kinderstadt haben.

Gibt es neue Ideen für die Kinderstadt?

Pfeiffer Vieles hat sich bewährt und wird sicher beibehalten. Ändern möchte ich, dass "immer mehr, immer mehr". Immer mehr produzieren und immer mehr verkaufen. Katt-Taler sammeln und dann am Abschlusstag kaufen, kaufen, kaufen. Der Weg, also das "Machen", soll im Vordergrund stehen. Mir ist das Kreative, Künstlerische sehr wichtig. Wir müssen nicht den Konsum auf die Kinderstadt übertragen.

Wie sieht es mit Sponsoren für die Kinderstadt aus?

Pfeiffer Von der Firma Ortlinghaus haben wir bereits eine Zusage. Mit weiteren sind wir im Gespräch. Hilfe ist aber stets willkommen. Jede Geld- oder Materialspende können wir gut gebrauchen. Wir freuen uns über jeden, der etwas anzubieten hat. Einfach in der Katt anrufen.

Gibt es auch ein ganz neues Angebot?

Pfeiffer Geplant ist ein Angebot für den Garten- und Landschaftsbau. Die Planung läuft und es soll auf jeden Fall etwas Dauerhaftes und Nachhaltiges sein.

Abgesehen von der Kinderstadt - wie sieht denn die "normale" Arbeit aus?

Pfeiffer Die Kinder, die zu unserer offenen Jugendarbeit kommen, haben keine Lobby. Deshalb ist diese Arbeit auch nicht so bekannt. Sie ist aber ungemein wichtig. Wir haben Gruppen, die immer kommen. Die Katt ist das Wohnzimmer der Kinder.

Was ist in diesem Bereich im Angebot?

Pfeiffer Es gibt die festen Gruppentreffen, Ausflüge und Freizeiten, musikalische und künstlerische Workshops. Und auch die neue kleine Konzertreihe "Couchgeflüster" ist gut angelaufen.

Haben Sie spezielle Wünsche?

Pfeiffer Das Team funktioniert prima. Eine bessere finanzielle Ausstattung ist natürlich immer wünschenswert. Ich wünsche mir eine bessere Akzeptanz oder einen höheren Bekanntheitsgrad unserer Arbeit. Für viele Kinder bricht eine Welt zusammen, wenn wir mal einen Tag geschlossen haben. Das zeigt, dass die Katt mit ihrer Kinder- und Jugendarbeit wichtig für die Stadt ist, auch wenn wir nicht immer im Mittelpunkt stehen.

WALTER SCHUBERT FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kolja Pfeiffer: Der Organisator der Kinderstadt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.