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Wermelskirchen
Der Reisepass wird sicherheitstechnisch aufgerüstet

Wermelskirchen. Frank Hermes (Bürgerbüro) klärt über die Neuerungen auf. Für Eilige oder Vergessliche wird ein neuer Pass richtig teuer. Von Walter Schubert

Seit knapp zwei Monaten kann der neue elektronische Reisepass beantragt werden. "In der Anlaufphase dauert es etwa vier Wochen, danach pendelt sich das auf drei Wochen ein", sagt Sachgebietsleiter Frank Hermes vom Wermelskirchener Bürgerbüro. Alle paar Jahre müsse "aufgerüstet" werden, um Missbrauch und Fälschungen vorzubeugen oder dies zumindest schwierig zu gestalten.

"In der neuesten Version ist alles verarbeitet, was technisch machbar ist", sagt Hermes und nennt die wichtigsten Punkte: Neben dem eigentlichen Passbild wird die Darstellung als Hologramm wiederholt. Positive und negative Mikroschriften werden verwendet, bestimmte Bereiche sind nur unter UV-Licht sichtbar. Es gibt optisch variable Farben, eine dreidimensionale Darstellung des Bundesadlers, Wasserzeichen, Fingerabdrücke und natürlich den kontaktlosen Speicherchip mit den personenbezogenen Daten. "Das klingt alles sehr kompliziert, ist aber für den Bürger kein Problem", sagt Hermes. "Das biometrische Foto kann hier im Bürgerbüro gemacht werden, auch die Fingerabdrücke werden hier eingelesen."

Der neue Reisepass ist kleiner als bisher und damit handlicher. Die normale Version verfügt über 32 Seiten, für Vielreisende wird ein 48-seitiger Pass angeboten. Der neue Pass kostet 59 Euro (32 Seiten) oder 81 Euro (48 Seiten). Die Gültigkeitsdauer beträgt zehn Jahre. Für Personen bis zum 24. Lebensjahr beträgt die Gültigkeit sechs Jahre. (Preis: 37,50 Euro). Neu sind die Kinderreisepässe. Unabhängig vom Alter des Kindes ist eine Ausführung ohne Lichtbild nicht mehr zulässig.

Für ganz Eilige gibt es den sogenannten Express-Pass. Liegt der Antrag bis 12 Uhr in Berlin vor, dauert dieses Verfahren 48 Stunden. Die Kosten betragen je nach Umfang und Alter zwischen 69,50 Euro und 113 Euro. "Hier sollte der Antragsteller aber nachweisen, dass dieses Verfahren auch notwendig ist", sagt Hermes.

Aktuell lassen sich mit dem deutschen Reisepass 176 Länder visafrei bereisen. "Das kann sich aber durch politische Ereignisse kurzfristig ändern", verdeutlicht Hermes. Der Fachmann aus dem Bürgerbüro empfiehlt, sich beim Bundesministerium des Inneren oder beim Außenministerium vor einer großen Reise zu informieren. Dabei lassen sich auch gleich die jeweiligen Reisewarnungen erkennen. Im Reisepass ist nur der Wohnort und nicht die komplette Adresse vermerkt. "Das wird oft vergessen", sagt Hermes. "Der Passinhaber ist verpflichtet, einen Wohnortwechsel auch im Reisepass zu ändern." Außerhalb Deutschlands ist der Wohnorteintrag aber ohne Belang.

Die alten Reisepässe, deren Gültigkeit noch nicht abgelaufen sind, können weiterhin verwendet werden. Bis zur Urlaubssaison im Sommer ist noch ausreichend Zeit, den neuen Pass zu beantragen, denn eines ist klar: "Der Express-Pass wird richtig teuer", sagt Hermes.

Quelle: RP
 
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