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Wermelskirchen
Der Zweckverband löst sich jetzt auf

Wermelskirchen. Einstimmiger Beschluss gestern Abend in der Verbandsversammlung. Damit ist der Weg frei für die Fusion mit dem Berufskolleg Wipperfürth. Kooperation zeigt schon erste Erfolge: Schülerzahlen an beiden Standorten steigt deutlich an. Von Udo Teifel

Der Berufsschulzweckverband Bergisch Land ist seit Montagnachmittag, 17.31 Uhr, Geschichte: Mit acht Ja-Stimmen (Dreiviertel-Mehrheit) haben Vertreter der drei Verbandskommunen Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen den Beschluss zur Auflösung gefasst. Damit endet eine 73-jährige Erfolgsgeschichte - gleichzeitig war dieser Beschluss der entscheidende, um den Standort für die Zukunft zu sichern. Denn damit ist der Weg freigemacht worden für die Fusion mit dem Berufskolleg in Wipperfürth. Letztlich war es gestern eine Formalie, die entsprechend geräuschlos hingenommen wurde. Nur Schulleiterin Sylvia Wimmershoff machte noch einmal kurz die Bedeutung klar: "Das ist schon ein historischer Moment." Immerhin wurde dieser Zweckverband 1943 gegründet.

Ihn jetzt aufzulösen ist Voraussetzung, um mit dem Berufskolleg in Wipperfürth fusionieren zu können. Denn Zweckverbände können nicht mit Kreisen fusionieren. So übernimmt erstmals der Rheinisch-Bergische Kreis die Trägerschaft über ein Berufskolleg, um sie von einer Sekunde zur anderen an den Oberbergischen Kreis weiterzugeben. Dies geschieht vom 31. Januar 2017 auf den 1. Februar 2017 - dann wird auch in der "logischen Sekunde" die Fusion vollzogen.

In den nächsten Wochen werden die Stadtgremien in den drei Kommunen tagen und den Auflösungsbeschluss mittragen, dann werden die Kreistage den Fusionsbeschluss fassen, ehe dann die Bezirksregierung die neue Schule bestätigt. Sie heißt "Bergisches Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen".

Finanziell, so scheint es, profitieren alle Städte momentan von dieser Entscheidung. Für Hückeswagen, so Bürgermeister Dietmar Persian, sinken die Kosten unterm Strich um rund 3000 Euro, für Radevormwald laut dem Beigeordneten Frank Nipken um 30.000 Euro - der Grund für die Differenz: Radevormwald bekommt keine Schlüsselzuweisungen, Hückeswagen wohl. Auch für Wermelskirchen wird sich die Fusion "insgesamt wirtschaftlich positiv" darstellen, heißt es in der Vorlage zum Schulausschuss am morgigen Mittwoch. Wermelskirchen übernimmt den Kostenanteil des Rheinisch-Bergischen Kreises für beide Standorte in Höhe von 495.000 Euro, erhält aber gleichzeitig eine angemessene Mieteinnahme.

Schulleiterin Wimmershoff wird jetzt in den beiden Fachausschüssen der Kreise das Projekt noch einmal vorstellen und vor allem den Politikern in Bergisch Gladbach erklären, wie die beiden Berufskollegs aufgestellt sind. Und da gibt es eigentlich nur positive Nachrichten: Vollere Auslastung, höhere Schülerzahl, erreicht durch eine Beratung, die die Möglichkeiten beider Standorte ausschöpfte.

So meldet Wipperfürth 1662, Wermelskirchen 1010 Schüler. Beide Zahlen übertreffen das Vorjahresergebnis. In Wipperfürth sind 82 Klassen eingerichtet, in Wermelskirchen 49. 76 Lehrer unterrichten in Wipperfürth, 57 in Wermelskirchen. An beiden Standorten gibt es je zwei Internationale Förderklassen. Zehn Lehrer pendeln tageweise zwischen den Schulen.

Quelle: RP
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