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Wermelskirchen
Dezernent Prusa verlässt Wermelskirchen

Wermelskirchen: Dezernent Prusa verlässt Wermelskirchen
Er wurde 2009 gewählt und wäre gerne wieder angetreten, fand aber keine politische Mehrheit mehr im Stadtrat: Dr. André Benedict Prusa. FOTO: Moll, Teifel (2)
Wermelskirchen. Der Technische Beigeordnete wird sich im Mai nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Stattdessen tritt er schon zum 1. Juni eine Stelle in einer Kreisverwaltung in Niedersachsen an. "Ich gehe mit einem lachenden und weinenden Auge", sagt er. Von Sebastian Radermacher

Fast acht Jahre war Dr. André Benedict Prusa als Technischer Beigeordneter der Stadt Wermelskirchen tätig. Seit gestern steht fest: Es wird keine weitere Amtszeit hinzukommen. "Ich ziehe meine Bewerbung zurück und werde mich nicht zur Wiederwahl stellen", sagte Prusa. Der 46-Jährige wechselt zu einer Kreisverwaltung in Niedersachsen und wird dort Beigeordneter auf Kreisebene.

Prusa war im Jahr 2009 zum Technischen Beigeordneten gewählt worden und seitdem neben dem Bürgermeister und dem Ersten Beigeordneten Jürgen Graef (der zum 1. Juli von Stefan Görnert abgelöst wird) dritter Wahlbeamter im Wermelskirchener Rathaus. Seine Amtszeit endet offiziell am 30. August. Prusa wird die neue Stelle aber bereits zum 1. Juni antreten. "Ich werde Ende Mai die Segel streichen", sagte er gestern.

Nachdem der Stadtrat mit knapper Mehrheit Prusas Wiederwahl abgelehnt und stattdessen beschlossen hatte, die Stelle neu auszuschreiben, habe bei ihm das Telefon nicht mehr stillgestanden. "Es hat nicht lange gedauert, da hatte ich elf Jobangebote auf dem Tisch", erzählte der 46-Jährige. Der Markt an erfahrenen Bauverwaltungs-Fachleuten sei ziemlich leer gefegt, entsprechend hoch sei die Nachfrage nach Fachleuten mit Erfahrung. Prusas Vorteil: Er kann einiges an Erfahrung vorweisen.

Dezernent Prusa beim Gespräch mit Anliegern im Wolfhagen über den schlechten Zustand der Straße. Das Beweissicherungsverfahren für die Kölner Straße erfolgte unter Aufsicht des Beigeordneten. Dezernent Prusa beim Gespräch mit Anliegern im Wolfhagen über den schlechten Zustand der Straße. Das Beweissicherungsverfahren für die Kölner Straße erfolgte unter Aufsicht des Beigeordneten. FOTO: Teifel Udo

Es seien einige attraktive und durchaus interessante Stellen dabei gewesen, die ihn ins Grübeln brachten. "Eigentlich hatte ich ja vor, eine zweite Amtszeit in Wermelskirchen in Angriff zu nehmen, doch dann bin ich doch irgendwann weich geworden", gibt Prusa zu. Für welchen Kreis in Niedersachsen er künftig die Verantwortung als Baubeigeordneter tragen wird, sagt er (noch) nicht - obwohl seine Wahl bereits vor drei Wochen erfolgte. Prusa, der Mitglied der CDU ist, sagt dazu lediglich: "Ich wurde einstimmig gewählt." Im Anschluss habe er aber noch einige Zeit überlegt, bis er in der vergangenen Woche entschied, das Bergische Land in Richtung Niedersachsen zu verlassen. "Den Bürgermeister und die Fraktionen, die meine Wiederwahl unterstützt hätten, habe ich über diese Entscheidung informiert."

Der Perspektivwechsel durch den Wechsel zu einer Kreisverwaltung sei sehr interessant. Zu Prusas neuen Aufgaben auf Kreisebene gehören die Bauleitplanung und Bauaufsicht und auch die Regionalplanung. In Niedersachsen seien nämlich die Bezirksregierungen abgeschafft worden, weshalb die Regionalplanung, auf die er sich besonders freue, bei den Kreisverwaltungen liege.

Leicht fällt ihm der Abschied aus Wermelskirchen gewiss nicht. Vor allem die Neugestaltung des Loches-Platzes wollte er eigentlich noch bis zum Ende begleiten. "Die letzten 30 Prozent dieses Projektes hätte ich natürlich gerne noch miterlebt", sagte der 46-Jährige. Auch andere Projekte, etwa der Neubau des Busbahnhofs, die Entwicklung der Balkantrasse oder der Bau der Wanderparkplätze ("Reisegärten") als Touristenmagneten bleiben ihm in guter Erinnerung. "Eigentlich will man dann auch miterleben, wie solche Projekte mit Leben gefüllt werden", sagte Prusa, der mit seiner Familie in Mecklenburg-Vorpommern lebt.

Auf der anderen Seite blickt er gespannt auf die neue berufliche Aufgabe. "Die Vorfreude ist riesig, denn ich gehe zurück in meine Kernkompetenz", betonte Prusa, der vor seiner Zeit in Wermelskirchen schon einmal sieben Jahre auf Kreisebene (in Vorpommern) tätig gewesen war. "Ich gehe letztlich mit einem lachenden und weinenden Auge."

Quelle: RP
 
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