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Wermelskirchen
Dhünnsche Jecken sind fest im Karneval etabliert

Wermelskirchen: Dhünnsche Jecken sind fest im Karneval etabliert
FOTO: Juergen Moll
Wermelskirchen. Die KG gibt es seit elf Jahren. In der Anfangszeit waren die Jecken auch Anfeindungen ausgesetzt. Zwei Gründungsmitglieder blicken zurück. Von Stephan Singer

Anfänglichen Anfeindungen trotzten sie mit nahezu stoischer Ruhe: Petra und Mayk Dinstühler sind die treibenden Kräfte des Karnevals in Dhünn und bis heute als zweite Vorsitzende und erster Geschäftsführer die verbliebenen Gründungsmitglieder der Dhünnschen Jecken. In der aktuellen Session 2015/16 feiern sie ein närrisches Jubiläum: die Karnevalsgesellschaft besteht seit elf Jahren. Die Dhünnschen Jecken haben den Karneval nach Dhünn gebracht, sind im dortigen Vereinsleben über das Jahr nicht mehr wegzudenken und gehören als fester Bestandteil zum närrischen Treiben in Wermelskirchen.

Die elfte Sitzungsparty am kommenden Samstag, 30. Januar, ist bereits ausverkauft, eine Abendkasse wird es nicht geben. Damit stellt sich auch die Jubiläumsveranstaltung in die Reihe der zehn vorangegangenen, die ebenfalls alle ausverkauft waren. Somit hat zumindest in Sachen Publikumszuspruch die Verlegung der Sitzungsparty von der Mehrzweckhalle Dhünn (zurzeit als Flüchtlingsunterkunft besetzt) in die Schwanenhalle der Veranstaltung nicht geschadet - eine Beruhigung für Petra und Mayk Dinstühler: "Wir haben etwas mehr Karten verkauft. Die Organisation ist dennoch eine Herausforderung. In Dhünn sitzt jeder Handgriff. Zur Vorbereitung der Schwanenhalle haben wir Checklisten gemacht, die zwei Seiten mehr haben als bisher", sagen sie.

Allein Bühnen-Elemente, Tische und Stühle müssen in die Schwanenhalle gebracht werden, dabei hilft den Jecken der städtische Betriebshof. Dieses Inventar wird für die Party aus den Mehrzweckhallen Dhünn und Dabringhausen zusammengestellt. Damit aber nicht genug: Auch die Stromversorgung muss anders organisiert werden. "Konnten wir bislang das Bühnenbild einfach zu Fuß in die Mehrzweckhalle bringen, brauche wir dafür jetzt einen Transporter", erzählt der 48-Jährige zweite Vorsitzende, "der Teufel steckt im Detail". Etwa 40 ehrenamtliche Helfer sind bei der Vorbereitung der großen Party mit im Einsatz.

Gerne erinnern sich Petra (49) und Mayk Dinstühler an den Anfang der Dhünnschen Jecken, die im Jahr 2004 erstmals Fahrt aufnahmen. Vom inzwischen verstorbenen Vater Herbert bereits von Kindesbeinen an mit dem Narren-Virus infiziert, beschlossen die Brüder Mayk und Jens Dinstühler ihre Teilnahme am Rosenmontagszug in Dabringhausen. Mit der Nummer 21 hieß es am 23. Februar 2004 auf einem knallroten Wagen: "Dhünnsche Jecken op Tour." In der folgenden Session 2004/2005 hatten die Jecken bereits ihren ersten eigenen Orden, die heute allseits bekannten blau-gelben Uniformen wurden vorgestellt.

Heute kaum noch vorstellbar: In der Gründungsphase waren die Jecken auch Anfeindungen und Beschimpfungen ausgesetzt. Da landeten unter anderem Briefe mit Kommentaren wie "Karneval ist Ketzerei" im Briefkasten. "Wir haben darauf nie reagiert, keine Diskussionen angefangen. Mit gutem Vorstand und guter Tanzgarde, die unser Aushängeschild war und ist, haben wir konsequent gearbeitet und das Niveau immer oben gehalten - das hat letztlich geholfen", sagt Mayk Dienstühler. "Trotz aller Unkenrufe sind die Dhünnschen Jecken heute akzeptiert und integriert", ergänzt Petra Dinstühler. Klar ist: Mit Prunkwagen, Tanzgarde und Fußgruppe sind die Dhünnschen Jecken natürlich wieder beim Dabringhauser Rosenmontagszug am 8. Februar dabei.

Durch den Karneval hat sich ihr Bekanntenkreis immens vergrößert - Fremde sind zu Freunden geworden. "Allein die deutlich über 700 Orden, die in unserem Party-Keller, wo auch der Jecken-Vorstand regelmäßig tagt, von der Decke hängen, verdeutlichen das", sagen Petra und Mayk Dinstühler mit einem stolzen Lächeln. Und ihr Urlaubsverhalten hat sich geändert: "Ruhig ist es nur zwischen der Sessionseröffnung und Weihnachten, dann verreisen wir meistens. Ansonsten steht das ganze Jahr im Zeichen des Vereins."

Quelle: RP
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