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Wermelskirchen
Die Beauftragte für den Denkmalschutz

Wermelskirchen: Die Beauftragte für den Denkmalschutz
Michaela Böllstorf arbeitet als Denkmalschutzbeauftragte bei der Stadt Wermelskirchen. FOTO: Moll
Wermelskirchen. Michaela Böllstorf (29) kümmert sich bei der Stadtverwaltung Wermelskirchen um 150 Baudenkmäler im Stadtgebiet. Von Walter Schubert

Michaela Böllstorf arbeitet seit September 2014 als Denkmalschutzbeauftragte in der Stadtverwaltung. Die 29-jährige aus Witzhelden hat an der Bergischen Universität in Wuppertal Architektur studiert. Ihren Master und ihr Diplom absolvierte sie an der Technischen Universität in Graz in Österreich. Nach dem Studium arbeitete sie dort beim Bundesdenkmalamt. Nun ist sie zurück in der bergischen Heimat und kümmert sich um die 150 Baudenkmäler im Stadtgebiet. Dazu kommen noch Bodendenkmäler und der Schutz von ganzen Ortsteilen, wie dem Kern von Dabringhausen.

"Denkmalschutz ist Verantwortung und Verpflichtung gegenüber der Menschheit", sagt Böllstorf. "Das klingt sehr groß, aber so sehe ich das - und so sollte man das Thema auch behandeln", meint sie. Kompetent erklärt sie, dass ein Denkmal nicht "schön" und auch nicht besonders alt sein muss. "Die historische Bedeutung ist wichtig oder das ,Typische' für eine Region." Konservieren geht vor Restaurieren. Es gilt, den Bestand in seiner ursprünglichen Form zu bewahren und zu erhalten.

Immer wieder taucht im Bergischen Land die Frage nach dem "richtigen Grün" auf. "Die Diskussion kenne ich", sagt sie und lacht. "Aber es gibt kein 'Bergisches Grün'. Wenn das Haus im Ursprung naturbelassene Schlagläden hatte, dann gilt das auch heute. Denkmalschutz heißt ja nicht, etwas 'hübsch' zu machen", sagt Böllstorf.

Jeder Besitzer eines denkmalgeschützten Gebäudes muss sich an die Auflagen halten. Er kann jedoch bei Instandsetzung auch auf Fördermittel zurückgreifen. "Es gibt verbilligte Darlehen, und die steuerliche Abschreibung ist auch interessant", sagt Böllstorf. Die Denkmalschutzbeauftragte ist eine gute Ansprechpartnerin für alle Bauherren. Ein Denkmal auf den heutigen Stand der Technik zu bringen, ist schwierig, aber es gibt Möglichkeiten. Eine Solaranlage auf dem Dach verbietet sich von selbst, auch eine Fußbodenheizung unter einem alten, geschützten Dielenboden bietet sich nicht an. "Gerade wurde in einem alten Haus eine Wandheizung eingebaut", sagt Böllstorf. "In Verbindung mit Lehmputz eine passende Renovierung. Und diese Heiztechnik wirkt sich auch positiv auf das alte Gebäude aus."

Die Pflicht zur energetischen Sanierung ist bei einem Denkmal lockerer als bei modernen Gebäuden. So dürfen Baudenkmäler auch ohne Energieausweis vermietet oder verkauft werden. "Es gibt ganz viele Möglichkeiten, mit einem Denkmal umzugehen. Man muss nur im Vorfeld darüber sprechen und sich informieren. In den meisten Fällen findet sich auch eine Lösung", sagt Böllstorf.

Quelle: RP
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