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Wermelskirchen
Die einflussreichste Ortspartei feiert sich

Wermelskirchen: Die einflussreichste Ortspartei feiert sich
Ehrenbürger Heinz Voetmann (Mitte) mit dem jungen CDU-Vorsitzenden Christian Klicki (links) und dem Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach. FOTO: Moll, J�rgen
Wermelskirchen. Festakt zum 70-jährigen Bestehen des CDU-Stadtverbandes im Bürgerzentrum. Heinz Voetmann, Ehrenbürger und langjähriger Bürgermeister, mahnt: "Politik ist kein Selbstzweck, sondern ein Dienen dem Gemeinwohl." Von Stephan Singer

Die Parallelen von gestern und heute standen im Vordergrund der gut zweistündigen Reden beim Festakt zum 70-jährigen Bestehen des CDU-Stadtverbandes Wermelskirchen. Mit knapp 220 Gästen waren die Sitzplätze im kleinen Saal des Bürgerzentrums restlos besetzt, der Bundestagsabgeordnete für den Rheinisch-Bergischen Kreis, Wolfgang Bosbach, hielt die Festrede.

Der Ehrenbürger und ehemalige Bürgermeister Heinz Voetmann blickte in seiner Ansprache auf die Hoch-Zeiten der CDU in Wermelskirchen zurück. Nachdem Voetmann 1967 den CDU-Stadtverbandsvorsitz übernommen hatte, brachte es die CDU in Wermelskirchen auf gut 700 Mitglieder. Heute sind es im Stadtverband rund 260. "Der demografische Wandel macht sich auch bei uns bemerkbar. Aber wir stellen vom Altersdurchschnitt die jüngste Fraktion im Wermelskirchener Stadtrat", kommentierte der amtierende Stadtverbands- und Stadtratsfraktionsvorsitzende Christian Klicki. "Wir wollen mit Ideen aus einer ,Denk-Werkstatt' neue Mitglieder werben und gewinnen. Bei den Wahlen wollen wir die CDU dauerhaft bei 40 Prozent etablieren", zeigte sich Klicki zuversichtlich.

Heinz Voetmann, der "Grandseigneur" der Wermelskirchener Christdemokraten, erinnerte an seine Zeit als Bürgermeister und sprach den aktuell in der Politik Aktiven ins Gewissen: "Politik ist kein Selbstzweck, keine Machtausübung, sondern ist ein Dienen am Gemeinwohl! Die CDU war immer stärkste politische Kraft hier vor Ort und hatte die Meinungsführerschaft inne. Wir haben die Infrastruktur erheblich verbessert und ein hervorragendes Schulsystem geschaffen. Zu meiner Zeit standen alle städtischen Einrichtungen den Vereinen und Gruppierungen kostenfrei zur Verfügung, heute gelten viel zu hohe Gebühren - ich bitte um Nachsicht, aber das ist meine Meinung."

Mit dem Hallenbad thematisierte Voetmann einen wieder aktuellen Diskussionsstoff: "Nach einer Umfrage unter den Bürgern haben wir gegen politische Widerstände das Hallenbad in drei Jahren hingekriegt - versuchen Sie das heute noch mal!"

Bürgermeister und Sozialdemokrat Rainer Bleek gestand in seinem Grußwort den Christdemokraten zu, dass sie die Stadt wie keine andere Partei geprägt hätten: "Auf viele Entscheidungen kann die CDU trotz damaligem Widerstand heute stolz sein. Das politische Klima in Wermelskirchen ist besser, als es öffentlich wahrgenommen wird. Die CDU ist hier nicht die älteste, aber einflussreichste Partei am Ort!"

Die Werte und Verdienste Europas stellte Wolfgang Bosbach (MdB) heraus: "Wir in Deutschland haben neun Nachbarländer - keines bedroht uns und wir bedrohen keines. Wir leben in Frieden und Freiheit von Otto dem Großen bis Heinz Voetmann!" Allerdings teilte Bosbach in Sachen Europa auch Kritik aus: "Das traurigste Kapitel in Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik heißt Europa. Der Mikrokosmos Bergisch Gladbach hat genau so viele Flüchtlinge aufgenommen wie Portugal. Von europäischer Solidarität kann gar keine Rede sein. Offensichtlich ist es einfacher, Milliarden zu verteilen als Flüchtlinge."

Quelle: RP
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