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Wermelskirchen
Die Gesundheit im Rathaus fördern

Wermelskirchen: Die Gesundheit im Rathaus fördern
Streckübungen für einen gesunden Rücken - Trainerin Marion Löwer ("Health-Fit") trainiert diese Gruppe aus dem Rathaus in der Mittagspause. Die ehemaligen Bürgermeister sehen den sportlichen Aktivitäten im Ratssaal zu. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Ob in der Mittagspause der Rücken gestählt wird oder Zuschüsse für den Besuch ins Fitness-Studio oder in die Physio-Praxis gezahlt werden - das Ziel in der Stadtverwaltung ist vorgegeben: gesunde und motivierte Mitarbeiter. Von Walter Schubert

Als Assistentin des Bürgermeisters ist Beate Wichmann eigentlich gut beschäftigt. Doch in Zeiten von leeren Kassen und Haushaltssicherungsgesetz werden für neue Aufgaben nicht gleich neue Mitarbeiter eingestellt. Die Arbeit wird auf die vorhandenen Mitarbeiter verteilt. "Das ist in vielen Bereichen so, nicht nur bei mir", sagt Wichmann, die neben ihrem Hauptjob auch noch beim "I-Government" (Digitalisierung der Verwaltung) mitmacht und auch als erste Ansprechpartnerin beim "Betrieblichen Gesundheitsmanagement" (BGM) gilt.

Gesundheitsmanagement im Rathaus: Das heißt Gesundheitsförderung, Eingliederung nach Krankheit, Hilfe bei Suchterkrankungen und Überlastungsanzeigen. Das trägt die Überschrift "Fürsorgerpflicht des Arbeitgebers" und ist eingebunden in den großen Bereich Arbeitsschutz.

"Mit dem BGM kümmern wir uns nicht um sicheres Werkzeug oder die optimalen Bürostühlen - das regelt der Arbeitsschutz. Bei uns heißt es vorbeugen, erhalten und fördern", erläutert Beate Wichmann die Aufgaben.

Seit zwei Jahren werden Gesundheitskurse wie Zumba Fitness und Yoga angeboten. Seit Februar 2017 auch noch Rückenfit-Kurse. Montags und donnerstags können Massagetermine gegen einen Kostenbeitrag vereinbart werden. Darüber hinaus gibt es Kooperationen mit einer Physio-Praxis, dem Fitness-Studio Fit-Inn und dem Hallenbad mit Aqua-Fitness. "Das Angebot ist überwiegend kostenfrei oder kann zu geringen Gebühren genutzt werden. Die Teilnahme ist freiwillig", sagt Wichmann.

Alle zwei Jahre gibt es Gesundheitstage in Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse, mit Workshops, Seminaren und Vorträgen. In diesem Jahr heißt das Motto "Strategien gegen Stress". "Die Aufgabe besteht darin, ein Bewusstsein bei den Mitarbeitern zu schaffen. Gerade die Kollegen, die besonders viel arbeiten, sagen, sie hätten dafür keine Zeit", sagt Wichmann. Entstehe Überlastung oder Burnout, sei niemandem geholfen. "Das BGM ist auch ein Stück Eigenschutz der Verwaltung, denn Krankheit kostet viel Geld. Fällt jemand aus, müssen Kollegen die Arbeit auffangen, Bürgeranliegen können nicht richtig bearbeitet werden, und die Krankheit kostet sowieso. Also sind die Ausgaben für die Vorbeugung gut angelegt", sagt Wichmann.

Die Suchtkrankenhilfe bietet Beratung und die Suche nach Therapiemöglichkeiten. "Dieser Bereich ist anonym und wird absolut vertraulich behandelt." Das Haupt- und Personalamt kümmert sich um die Eingliederung von Langzeiterkrankten, und bei drohender Überlastung gibt es eine besondere Regelung. "Hier haben wir eine Dienstvereinbarung und nehmen damit bei den öffentlichen Verwaltungen eine Sonderstellung ein", sagt Wichmann. "Jeder ist verpflichtet, eine drohende Überlastung anzuzeigen. Jeder steht ja in der Haftung für die Qualität seiner Arbeit. Ist die nicht mehr gewährleistet, können frühzeitig und oft auch rechtzeitig interne Lösungen gefunden werden", erklärt Wichmann diese "Überlastungsanzeigen".

Sie versichert, dass es zu keinen Nachteilen kommt, wenn ein Mitarbeiter eine Überlastung meldet. Die Stadtverwaltung beschäftigt mit den Außenstellen 400 Mitarbeiter und gilt damit als mittelgroße Firma. "Die Angebote werden mittlerweile gut genutzt. Teilweise in der Mittagspause oder direkt nach Feierabend. Wir achten auf Kosten und Nutzen. Durch gesunde und motivierte Mitarbeiter ist die Arbeitsleistung und die Stimmung im Haus gut, und das dient ja allen."

Quelle: RP
 
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