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Wermelskirchen
Die Idylle vor der eigenen Haustür

Wermelskirchen: Die Idylle vor der eigenen Haustür
Trotz steifer Brise und kühlen Temperaturen machte sich die Gruppe auf eine erlebnisreiche Wanderung an der Dhünn-Talsperre. FOTO: theresa demski
Wermelskirchen. Verein "Aqualon" beschließt Saison mit Wanderung an der Dhünn-Talsperre.

Es ist ein stürmischer Tag. Über das Wasser der Großen Dhünn-Talsperre und der Vorsperre fegt der Wind. Auf der Sperrmauer schnüren die Wanderer den Schal enger, ziehen die Mütze tiefer ins Gesicht. Es ist der erste richtig kalte Herbsttag, aber Wanderführerin Karin Wedde-Mühlhausen und neun Teilnehmer haben sich trotzdem auf den Weg gemacht. Die Wanderung an der Dhünn-Talsperre ist die letzte Veranstaltung des Jahres im Programm des Vereins Aqualon. Sie soll einmal mehr zur Entdeckungsreise werden.

Die meisten Wanderer waren noch nie an diesem besonderen Ort, an dem die Vorsperre nur durch eine Mauer von der Dhünn-Talsperre getrennt ist. Es ist friedlich - bis auf den Wind. Ein paar Schwäne ziehen ihre Kreise. Karin Wedde-Mühlhausen erinnert an vergangene Zeiten: an die 20 Hofschaften, die 1985 geflutet wurden; an das Leben der 200 Menschen, die damals ihre Heimat verloren. Aber auch an die archäologischen Funde, die Geschichten aus der Steinzeit zutage beförderten. Sie berichtet von der Pelztierfarm und der Löwendame, die in Doktorsdhünn bei Alois Winkler in den 1930er Jahren seine Heimat hatte und an große Motorradtreffen kurz vor der Flutung. Schließlich scheint der Wind noch zuzulegen. Die Wanderer machen noch schnell ein Selfie an diesem idyllischen Ort, legen die alten Fotos aus der Hand und spazieren weiter. Vor ihnen liegen noch elf Kilometer, die lange nah am Wasser entlang führen. "18 Millionen Kubikmeter Wasser fasst die Dhünn-Talsperre", erzählt Karin Wedde-Mühlhausen. Höchstens die Hälfte dürfe zur Trinkwasserversorgung entnommen werden. Auf ihrem Weg entdecken die Wanderer rastende Wasservögel. Viele Tiere aus dem Norden würden hier ihren Winter verbringen, erzählt die Wanderführerin. Im Frühling kämen die Kormorane zum Brüten. "Hier ist ein interessanter Naturraum entstanden", berichtet Karin Wedde-Mühlhausen und verweist auf die vielen kleinen Zulaufbecken, die den Tieren besondere Möglichkeiten bieten.

Für die Wanderer geht es bergauf und bergab - steile Anstiege, besondere Aussichten. Über Unterberg machen sie sich auf den Rückweg. Und viele von ihnen sind sich einig: "Wir kommen zurück". In Begleitung der Aqualon-Wanderführer ist das aber erst in der nächsten Saison wieder möglich.

(resa)
 
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