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Wermelskirchen
Die Pläne für ein neues BZI werden konkret

Wermelskirchen. Die Pläne, das Remscheider Berufsbildungszentrum (BZI) zu erneuern und zu erweitern, konkretisieren sich. Das machte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Remscheid (dazu gehören auch Wermelskirchener Unternehmen), Dr. Marcus Jankowski, bei der Hauptversammlung auf Schloss Burg deutlich.

15 bis 18 Millionen Euro seien für die Sanierung und Erweiterung der Räume an der Wüstenhagener Straße vorgesehen. Dieser Schritt sei nötig, weil sich das alte Gebäude in schlechtem Zustand befinde, sagte Jankowski. "Es tropft durchs Dach." Zudem seien die Räume nahezu vollständig ausgelastet. Die geplante Erweiterung sei hilfreich, um mit gesteigerten Ausbildungskapazitäten dem weiterhin bestehenden Fachkräftemangel entgegenzutreten. Auch Flüchtlinge könnten dann vermehrt an modernen Maschinen ausgebildet werden. Der Arbeitgeberverband ist zu 50 Prozent am BZI beteiligt.

Gesprächsthema Nummer eins war der Brexit und die Folgen für die bergische Industrie. "Die Engländer tun einem leid", sagte IHK-Präsident Thomas Meyer im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Folgen für die bergische Industrie, die zu 50 Prozent vom Export lebe, sei aber derzeit noch nicht absehbar und werde frühestens in zwei Jahren spürbar. "Der Handel mit Großbritannien wird durch Zölle und Bürokratie sicher nicht einfacher", sagt Meyer.

Der Referent des Abends, Professor Michael Hüther, hatte seinen Vortrag zum Thema "Globalisierung in der Krise - Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft" der aktuellen Entwicklung angepasst. Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln nahm die Folgen des Brexits in den Blick und sprach von einem "Eliteversagen" nicht nur in Großbritannien, wo mit falschen Zahlen agitiert wurde, sondern auch auf deutschen "Lehrkanzeln" der eignen Zunft. So hätten Wirtschaftswissenschaftler Grenzen überschritten, wenn sie die EU als "EUDSSR" verunglimpft hätten. "Da weht ein Hauch von Weimar", sagte Hüther - und: "Europa wird ohne Europäer nicht überleben."

"Wir werden alle verlieren, die Briten werden extrem verlieren", ist Hüther überzeugt und erwartet einen wirtschaftlichen Rückfall des Inselstaates auf den Stand von 1973. Die deutsche Exportwirtschaft müsse sich weit weniger Sorgen machen. "Was wir exportieren, stellen die Briten selbst nicht mehr her - die Frage ist, ob sie weiter das Geld haben." Entscheidender als etwa Zollaufschläge von etwa vier Prozent sei die Frage der "Kaufkraft eines verarmenden Landes".

Die globalen Aussichten der deutschen Wirtschaft bewertet Hüther trotz aller Risiken insgesamt positiv.

(bu)
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