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Wermelskirchen
Die Polizei rüstet zur Kirmes nicht auf

Wermelskirchen: Die Polizei rüstet zur Kirmes nicht auf
An den Einlassstellen zur Matinee im Bermuda-Dreieck werden die Rucksäcke nicht nur nach Glasflaschen kontrolliert. FOTO: Dörner Hans
Wermelskirchen. Das Sicherheitskonzept wird nicht modifiziert - aber es sollen mit allen Schaustellern und Marktbeschickern Gespräche geführt werden. Sie sollen ihr Umfeld im Auge behalten. Glasverbot bleibt - dabei wird auch in die Rucksäcke geschaut. Von Udo Teifel

Wermelskirchen wird zur Kirmes keine martialische Präsenz der Polizei erleben. Das Sicherheitskonzept wird auch nicht unter dem Eindruck der Anschläge von Nizza und Ansbach verschärft. Das teilte gestern auf Anfrage der Sprecher der Kreispolizeibehörde, Richard Barz, mit. "Die Ordnungsbehörde, also die Stadtverwaltung, und auch der Leiter der Polizeiwache Burscheid, Andreas Weilermann, vertreten einvernehmlich den Standpunkt, dass keine Modifizierung des Konzeptes erforderlich ist."

Einige zehntausend Menschen werden bei schönem Wetter am kommenden Wochenende in der Innenstadt erwartet und zwischen dem Schwanen, der Katt und dem Loches-Platz pendeln - Kirmes mit Krammarkt laden dazu ein, der Sonntag ist zudem verkaufsoffen. Und am Montag strömen dann die jüngeren Besucher auf die Eich - da fließt dann der Gerstensaft in Strömen.

Zur Matinee wird wieder ab 17 Uhr ein Zug der Hundertschaft die Kräfte der Burscheider Polizeiwache verstärken. Wie auch schon in den vergangenen Jahren. Da geht's dann darum, Alkoholisierte frühzeitig aus dem Verkehr zu ziehen oder mögliche Randale im Keim zu ersticken. "Es wird auch kein Verbot von Rucksäcken geben", sagte Barz. Das Ordnungsamt zeigt ebenso Präsenz, um für Bürger und Händler ansprechbar zu sein. Einige in Zivil, andere mit gelben Westen gekennzeichnet. Aber im Rahmen des erfolgreichen Glasverbotes werde natürlich auch in die Rucksäcke geschaut. Das war in den vergangenen Jahren so, das wird auch am nächsten Montag der Fall sein. Vielleicht jetzt auch unter einem anderen Blickwinkel, mehr aber auch nicht. Nach dem Anschlag von Nizza hatten die Opladener zur Bierbörse als Lkw-Sperren Eisenbahnschienen wie Panzersperranlagen im Erdreich versenkt. Solche Erfordernisse sieht die Polizei für dieses Fest nicht. "Wir werden in Wermelskirchen keinen Hochsicherheitstrakt anlegen", sagte Barz. Kirmes und Krammarkt seien ein Familienfest. Darauf verweist laut Barz vor allem der Wachleiter Weilermann. "Wir können doch keine Tasche mit Pampers verbieten. Wo kommen wir denn da hin?"

Der Polizeibeamte erklärte, dass es nie eine 100-prozentige Sicherheit geben könne - aber eine realistische Prognose. "Und da sind sich eben alle Verantwortlichen in Wermelskirchen einig: Es ist und bleibt ein Familienfest."

Quelle: RP
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