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Thema Bundestagswahl 2017
Die Spitzenkandidaten sind Debütanten

Das sind die Wahlkreise in NRW zur Bundestagswahl 2017
Das sind die Wahlkreise in NRW zur Bundestagswahl 2017
Wermelskirchen. Die Wermelskirchener müssen am 24. September gleich zwei Wahlzettel ausfüllen: Zusätzlich zum neuen Bundestag wählen sie auch ihren neuen Landrat. 23 Parteien werben bei der Bundestagswahl um der 218.225 Wahlberechtigten im Kreis. Von Udo Teifel

Als am 22. September 2013 um 18 Uhr die Wahllokale schlossen und etwa eine Stunde später der Sieger bekanntgegeben wurde, war das Ergebnis keine Überraschung: "WoBo", wie Wolfgang Bosbach genannt wird, hatte es ohne Probleme geschafft. Seit 1994 wurde er von den Bürgern im Rheinisch-Bergischen Kreis immer direkt als CDU-Kandidat in den Bundestag gewählt. Überraschungen waren für seine Partei nie eingeplant - "WoBo" war ein Garant für den Wahlsieg.

2017 tritt der Bergisch Gladbacher nicht mehr an. Deshalb wird es spannend. Denn die Spitzenkandidaten der beiden großen Parteien sind zwar keine Unbekannten in Teilen der Bevölkeung, aber von ihren Parteien neu für den Bundestag aufgestellt und damit Debütanten: Rhein-Bergs Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke für die CDU und Nikolaus Kleine für die SPD. Der Dritte im Bunde ist wohl der bundesweit Prominenteste, der es auf die Zweitstimmen im Rheinisch-Bergischen Kreis abgesehen hat: Nach 2009 tritt Christian Lindner noch einmal in seinem Heimatwahlkreis an. Damals zog er in den Bundestag ein, holte sensationelle 20,6 Prozent bei den Zweitstimmen. Das tat damals den anderen Parteien weh. Und das wird wohl auch diesmal sein Ziel sein.

Wobei: Kommt die FDP in den Bundestag, ist er dabei - auch ohne erfolgreiches Direktmandat. Schließlich ist der Bundesvorsitzende auf Platz 1 der Reserveliste gesetzt.

Tebroke war nach seiner Hochschullehrzeit über seine Tätigkeit als Bürgermeister in Lindlar und dann als Landrat bislang in der Verwaltung tätig mit der Politik als Arbeitgeber. Als Politiker ist er bisher ein Unbekannter. Anders sein Kontrahent, der Bergisch Gladbacher Nikolaus Kleine. Der kaufmännische Leiter der Bühnen Köln ist seit 1987 Mitarbeiter der Stadt Köln; er sitzt für die SPD seit 1999 im Stadtrat von Bergisch Gladbach. Im Nordkreis ist er aber eher ein unbeschriebenes Blatt.

Insgesamt bewerben sich sechs Männer und eine Frau als Direktkandidaten um den Einzug ins Parlament: Neben Tebroke, Kleine und Lindner sind das: Maik Außendorf (Grüne), Lucie Misini (Die Linke), Dr. Roland Hartwig (AfD) und Joachim Orth (Freie Wähler). Außer Außendorf, der nach 2013 zum zweiten Mal antritt, sind die übrigen Kandidaten Debütanten.

Im Rheinisch-Bergischen Kreis dürfen 218.225 Männer und Frauen über 18 Jahre wählen - zugelassen sind nur Wähler mit deutscher Staatsangehörigkeit. Kreisweit gibt es in den acht Städten und Gemeinden 210 Wahllokale. Ausgezählt werden müssen darüber hinaus aber auch noch die Stimmzettel, die als Briefwahl abgegeben wurden. Bei den Zweitstimmen - das Kreis für die Partei - werben 23 Parteien um die Gunst der Wähler.

In Wermelskirchen laufen die Vorbereitungen für die Bundestagswahl inzwischen auf Hochtouren. Rund 27.200 Männer und Frauen dürfen wählen. 24 Wahllokale werden am 24. September von 8 bis 18 Uhr geöffnet haben. Eine Neuerung gibt es. Dorte Schulte, Sachgebietsleiterin Recht und Steuerung: "Statt Vereinshaus Hülsen gehen die Wähler aus dem Stimmbezirk 20.2 nun ins Café-Restaurant Jägerhof in Neuenhaus 1 zur Stimmabgabe."

Laut Schulte sind auch noch nicht alle Plätze für die Wahlhelfer besetzt - es fehlen noch Wahlvorsteher und Ersatzwahlhelfer (Bewerbung per Mail: wahlen@wermelskirchen.de). Für die kombinierte Wahl gibt es 60 Euro, in den Briefwahlbezirken 50 Euro.

Immer mehr Wermelskirchener nutzen die Briefwahl. Im Erdgeschoss des Rathauses stehen nicht nur vier Wahlkabinen für die Direktwahl, dort können auch die Anträge abgegeben werden. Mehr als 2100 Anträge liegen bereits vor. Schulte: "Wir empfehlen, auch gleich für die Stichwahl den Briefwahlantrag zu beantragen." Um den Überblick zwischen Bundestag- und Landratswahl zu behalten, gibt es farblich unterschiedliche Formulare.

Am Wahltag wird Infratest wieder im Wahllokal "Stadtbücherei" eine Umfrage machen; das Wahllokal Kindergarten Am Ecker dient für repräsentative, statistische Zwecke - alles garantiert anonymisiert, betont Dorte Schulte. Eine Wahlparty gibt es nicht.

Quelle: RP
 
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