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Wermelskirchen
Die Stimme der Kindergarten-Eltern

Wermelskirchen: Die Stimme der Kindergarten-Eltern
Claudia Karbe (34) mit Tochter Delia (3) auf dem Schwanen-Spielplatz. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Wermelskirchen. Claudia Karbe ist Vorsitzende des Jugendamts-Elternbeirats. Dieses Gremium vertritt die Interessen der Kita-Eltern gegenüber der Stadt und der Politik. Vielen ist der Beirat unbekannt - die 34-jährige Wermelskirchenerin will das ändern. Von Stephan Singer

Als vorrangiges Ziel will Claudia Karbe den Jugendamts-Elternbeirat (JAEB) bekannter machen. Die 34-jährige Wermelskirchenerin ist sich sicher: "Keiner weiß, was und wer der JAEB ist. Den meisten Eltern ist völlig unbekannt, dass es uns gibt." Und genau das will Claudia Karbe, die Ende des vergangenen Jahres einstimmig zur Vorsitzenden gewählt wurde, in den nächsten Wochen ändern. Viel Zeit bleibt ihr nicht, denn der Beirat wird immer für die Dauer eines Kindergartenjahres (von Oktober bis Oktober) gewählt - Claudia Karbe könnte aber im Herbst für eine zweite Amtszeit wiedergewählt werden.

"Der Beirat ist die Stimme aller Kindergarten-Eltern in Wermelskirchen gegenüber der Stadtverwaltung, in erster Linie dem Jugendamt, und gegenüber der Politik. Ich werde auch zu allen Sitzungen des Jugendhilfeausschusses eingeladen", beschreibt Claudia Karbe, Mutter von Dunja (12) und Delia (3), die Stellung der Elternvertretung. Die Eltern jeder Kindergarten-Gruppe in jeder der 16 Einrichtungen in Wermelskirchen wählt einen Sprecher und einen Vertreter. Diese kommen in einer vom Jugendamt einberufenen Vollversammlung zusammen und wählen dort den Jugendamts-Elternbeirat. Neben Claudia Karbe bilden zurzeit Nicole Bauer, Ayse Aktas, Iris Dannenberg und Inka Vetter die Sperrspitze des Beirats.

"Zu den Kindergarten-Zeiten meiner ältesten Tochter gab es so etwas noch gar nicht", erinnert sich die 34-Jährige, deren jüngste Tochter Delia zurzeit den Kindergarten an der Jahnstraße besucht. "Für mich ist sonnenklar: Es kann nicht alles sein, das Kind nur morgens abzuliefern. Wir Eltern wollen und müssen mehr für unsere Kinder tun. Im Endeffekt machen wir das alles für unsere Kinder", sagt Claudia Karbe, die sich durchaus darüber im Klaren ist, dass gerne viel "gemoppert", aber wenig selber getan wird: "Viele sagen: 'Da kümmert sich keiner drum.' Man kann aber viel sagen, entscheidend ist es jedoch, selber anzupacken und die Dinge in die Hand zu nehmen."

Ist einmal der Bekanntheitsgrad des Jugendamts-Elternbeirats gesteigert, würden die Eltern mehr Einsatz und Engagement zeigen, ist sich Claudia Karbe sicher: "Ich möchte die Eltern aktivieren. Durch uns besteht die Möglichkeit, aktiv etwas zu machen - dazu sollen sich die Eltern angesprochen fühlen." Der Beirat werde jetzt nicht etwa das Rad neu erfinden, sondern er will ein offenes Ohr für die Eltern haben: "Wir wollen uns nichts aus den Fingern saugen, was dann vielleicht an den Bedürfnissen der Eltern vorbeigeht. Wir wollen wissen, was die Eltern jetzt bewegt und sie motivieren, uns das mitzuteilen."

Deshalb hat die Vorsitzende des Beirats in einem ersten Schritt eine eigene E-Mail-Adresse für das Gremium eingerichtet (jaeb-wermelskirchen@gmx.de). "Wir arbeiten gerade mit der Stadtverwaltung an einer eigenen Internetseite, dazu bekommen wir auf der städtischen Homepage einen Link. Die Zusammenarbeit klappt sehr gut", berichtet Karbe.

Ein aktuelles Thema, das in der gesamten Stadt diskutiert werde, sei der Mangel an 45-Stunden-Kindergarten-Plätzen, den die Stadt mit einer Sondergenehmigung durch das Land entspannen will. "Es gibt bestimmt aber auch immer wieder Einzelfälle, bei denen Ansprechpartner nötig und wir gerne hilfsbereit sind. Viele Dinge lassen sich regeln ohne das etwas 'hochgekocht' wird, wenn sich darum gekümmert wird", betont Claudia Karbe.

Quelle: RP
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