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Wermelskirchen
Die Tafel will raus aus dem alten Pavillon

Wermelskirchen: Die Tafel will raus aus dem alten Pavillon
FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Die Mängel im Pavillon Vorm Eickerberg werden größer, mittelfristig braucht die Tafel ein neues Domizil. Der Vorstand ist optimistisch, dass zusammen mit der Stadt eine Lösung gefunden wird. Von Stephan Singer

Der Verein hat für einen Umzug oder Renovierung bereits zweckgebundene Rücklagen in Höhe von 30.000 Euro gebildet.

Die Arbeit der Wermelskirchener Tafel funktioniert, läuft gut und wird nach wie vor dringend benötigt. Dennoch kann es mittelfristig bei dem 82 Mitglieder starken Verein nicht so weiter gehen wie bisher. Der Grund: Die Vereinsherberge und Lebensmittel-Ausgabestelle, der Tafel-Pavillon Vorm Eickerberg, ist zunehmend marode - das Dach ist undicht, und der Boden fault den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern von unten quasi unter den Füßen weg. Das verdeutlichte die Tafel-Vorsitzende Brigitte Krips bei der mit 31 Anwesenden stattlich besuchten Mitgliederversammlung im katholischen Pfarrzentrum an der Kölner Straße am Dienstagabend.

"Nichts hält so lange wie ein Provisorium", sagte Krips mit einem Augenzwinkern. Der Verein habe die Unterkunft (direkt neben der Feuer- und Rettungswache) bereits repariert, nichtsdestotrotz sei der seit 2008 von der Tafel genutzte Pavillon von Anfang an als Provisorium und nicht als Dauerlösung gedacht gewesen. "Ich habe den Bürgermeister auf das Problem aufmerksam gemacht. Rainer Bleek will das mitverfolgen. Wir werden eine Lösung finden", zeigte sich Brigitte Krips optimistisch.

Noch in diesem Jahr will die Tafel das Büro im Pavillon neu einrichten und gestalten, um die Arbeit zu erleichtern. Wie für die Büro-Einrichtung (10.000 Euro) hat der Verein auch für einen Umzug beziehungsweise eine aufwendige Renovierung (30.000 Euro) bereits zweckgebundene Rücklagen gebildet. Der Verein macht so deutlich, dass er zur Kostenbeteiligung bereit ist und nicht nur die Hand in Richtung Stadtverwaltung aufhalten will.

Insgesamt verfügt die Wermelskirchener Tafel über einen Finanzbestand von etwa 77.500 Euro, wie Hiltrud Betke den Mitgliedern verkündete. Die Schatzmeisterin stellte erfreut fest: "Die Spendenbereitschaft zugunsten der Tafel ist nach wie vor ungebrochen." 2015 verzeichnete der Verein Einnahmen in Höhe von knapp 65.000 Euro. Dieser Summe standen Ausgaben in Höhe von etwa 69.000 Euro gegenüber - macht im Ergebnis ein Minus von etwa 3800 Euro. "Das ist in Anbetracht des Kaufes eines neuen Lieferfahrzeugs ein kleines Minus", sagte Betke. Der Transporter kostete 42.000 Euro. Positiv: Allein für diese Anschaffung kamen aus zwei Großspenden 13.000 Euro zusammen.

Mit dem Anstieg von 78 auf 82 ist die Mitgliederzahl nahezu konstant. "Auch bei unserer täglichen Arbeit gibt es keine wesentlichen Veränderungen. Die Zahl der regelmäßigen Nutzer unseres Angebots hat sich im vergangenen Jahr erhöht, nicht aber die Gesamtzahl", berichtete Brigitte Krips. Einen starken Zuwachs an Kunden verzeichnet die Tafel aus dem Kreis der geflüchteten Menschen. Krips: "Das ist nicht nur eine besondere Herausforderung sprachlicher Natur. Unsere Mitarbeiter müssen den Flüchtlingen teilweise unsere geläufigen Lebensmittel erklären und geben sogar Rezepttipps dazu."

Etwa 400 Haushalte mit mehr als 1000 Menschen nutzen in Wermelskirchen das Angebot der Tafel. Dazu gehören 211 Kinder und 204 Ein-Personen-Haushalte. Mit 24 ist die Zahl der Alleinerziehenden, die zur Tafel kommen, deutlich zurückgegangen, teilte die stellvertretende Vorsitzende Helga Hecht-Nowotnik mit. Unter den Tafel-Kunden seien 37 Nationen vertreten, wobei Syrer mit etwa 100 Menschen die Mehrheit bildeten. "Wir sind regelrecht international geworden", sagte Hecht-Nowotnik. In den wöchentlich zwei mal zwei Ausgabe-Stunden kämen stets jeweils 100 bis 130 Nutzer zur Tafel. Der Verein hat knapp 50 aktive Helfer, von denen mindestens 40 wöchentlich im Einsatz sind. Die Lebensmittel bekommt die Wermelskirchener Tafel zurzeit von 17 Lieferanten, dazu zählen vier Bäckereien und mehrere große Discounter.

Quelle: RP
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