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Wermelskirchen
Diskussion über neuen Namen

Wermelskirchen: Diskussion über neuen Namen
Ein Bild aus dem Jahr 1981 – zwei Jahre vor der Stilllegung der Bahnstrecke: der "Balkanexpress" in Höhe der Burger Straße. FOTO: Foto Hans Dörner
Wermelskirchen. Balkantrasse – dieser Name des künftigen Panoramaradwegs zwischen Burscheid und Lennep findet nicht überall Gefallen. Bürgermeister Eric Weik denkt ans touristische Marketing und würde den Namen gern ändern. Von Udo Teifel

Wird der neue Panoramaradweg zwischen Burscheid und Lennep als "Balkantrasse" eingeweiht oder findet sich bis zum 22. April ein neuer, allseits akzeptierter Name? Gerhard Braun, bekennender Wermelskirchener und ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter, der selbst zu seiner Bonner Politikzeit mit dem "Balkanexpress" gefahren ist, hält den Begriff "Balkantrasse" für "nicht besonders glücklich": "Wenn Menschen über das Bergische Land hinaus angesprochen werden sollen, sollte man einen anderen Namen suchen. Der sollte einen Bezug zur Natur oder zu den Talsperren haben."

Hinter den Kulissen bemüht sich Bürgermeister Eric Weik seit geraumer Zeit in Gesprächen mit Remscheid und Burscheid, einen neuen Namen für die Trasse zu finden. "Die Assoziation zum Balkan hat nichts mit der Radtrasse zu tun", so Weik. Sein Kollege Stefan Caplan (Burscheid) sieht das genauso, Beate Wilding (Remscheid) dagegen möchte den Namen beibehalten und hat ein Gutachten in Auftrag gegeben. Gegenwind bekommt sie von Klaus Kreutzer (Lennep): Der hält von "Balkantrasse" nichts.

"Der Balkanexpress fuhr ins Leere"

Gerhard Braun verbindet mit "Balkantrasse" keinen Radweg – er sieht da aus der Historie eher etwas Abwertendes. "Der ,Balkanexpress' fuhr ins Leere." Für einen Panoramaradweg müsste ein positiver Begriff stehen.

Ähnlich sieht es Klaus-Dieter Buse, BGV-Vorsitzender. "Mit Balkan assoziiere ich nur Balkan-Grill." Er hält Weiks Vorstoß für sinnvoll. "Für viele war diese Trasse doch so ein Schicksalsweg: raus aus der Region zur Schule, zum Studium oder in die weite Welt."

Peter Jörgens ist in den letzten Jahren des "Balkanexpress" bis 1983, als er eingestellt wurde, regelmäßig damit zur Arbeit nach Köln gefahren. Dann wurde es aber umständlich, weil es immer weniger durchgehende Züge gab. "Mich hat es nicht gestört, dass der Schienenbus ,Balkanexpress' hieß." Für ihn sei es eben nicht der Zug nach Jugoslawien gewesen. "Aber Balkan ist heute nicht mehr positiv besetzt." Deshalb könne er Weiks Gedanken nachvollziehen, dass man aus Marketinggründen einen neuen Namen suchen will.

Keine Probleme sieht Frank Schopphoff, ADFC-Sprecher in Wermelskirchen und Stadtführer. Er hat keine Bedenken, denn: "Ich sehe einen Hinweis auf eine ehemalige Bahnstrecke. Und viele Panoramaradwege liegen heute auf ehemaligen Bahnstrecken." Damit sei auch überregionales Rad-Marketing möglich. "Alle Wege, auch dieser, verlaufen durch reizvolle, wunderschöne Landschaften. Und die ebene Fläche ist typisch für eine Bahnstrecke." Man könne ja die Bezeichnung um "Bergischen Panoramaradweg Balkantrasse" ergänzen. Gedanken an einen Krieg auf dem Balkan habe er jedenfalls nicht.

Bisherige Berichterstattung unter www.rp-online.de/wermelskirchen

(RP/rl)
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