| 00.00 Uhr

Wermelskirchen
Diskussion um Sporthallennutzung

Wermelskirchen: Diskussion um Sporthallennutzung
Die Belegung von Hallen mit Flüchtlingen - hier die Mehrzweckhalle Dabringhausen - führte zu einem schlechten Bewertungsergebnis durch die Sportvereine. FOTO: Stephan Singer
Wermelskirchen. Viele Vereine sind unzufrieden über die Hallensituation in Wermelskirchen. Eine Ursache: Zum Zeitpunkt der Befragung waren Hallen durch Flüchtlinge belegt. Empfehlung: Vergabeschlüssel für Hallenbelegung sollte geändert werden. Von Udo Teifel

Eine Prioritätenliste, in der alle sanierungsbedürftigen städtischen Gebäude, Schulen und Hallen aufgeführt sind, wird es frühestens im ersten Quartal 2018 geben. Das erklärte jetzt der zuständige Technische Beigeordnete Thomas Marner in der Diskussion im Sportausschuss. Dort war von Martin Burghoff (CDU) im Rahmen der Vorstellung der Sporthallenkonzeption gefordert worden, die Verwaltung zu beauftragen, bis zur nächsten Sitzung ein Handlungskonzept bis 2022 zu erarbeiten. Das sollte den Instandsetzungs- und Investitionsbedarf auflisten; eine Umsetzungsmatrix sollte zeigen, wie Projekte abgearbeitet werden; eine Finanzierung sollte ebenso vorgestellt werden wie eine Optimierung des Planungsmanagements. Der Ausschuss nahm die Sporthallenkonzeption unter Beachtung der von Burghoff erläuterten weiteren Handlungsschritte zur Kenntnis.

Oliver Wulf von der Forschungsstelle Sportentwicklungsplanung der Bergischen Universität Wuppertal hatte den Endbericht der Sporthallenkonzeption für die Stadt vorgestellt (BM berichtete). Er fasste zusammen, dass bei den Sportvereinen, besonders bei den größeren Mehrspartenvereinen, eine große Unzufriedenheit mit der allgemeinen Sporthallensituation bestehe. Die Noten gehen von befriedigend bis mangelhaft. Als Gründe nannte er die Einschränkungen durch die Belegung mit Flüchtlingen und die 2014 eingeführten Hallennutzungsgebühren. Auch der Zustand der Hallen wurde kritisch gesehen, ebenso, dass es zu wenig Hallenzeiten gebe. Letztere konnte der Gutachter aber angesichts der Hallenkapazitäten nicht nachvollziehen. Nach seiner Ansicht gebe es noch genügend Spielraum, um eine weitere Optimierung der Hallenbelegung zu erzielen. Dabei sollte laut Wulf beachtet werden:

'Den Vergabeschlüssel "große Sporthallen für flächenintensive Ballsportarten", "kleinere Hallen für kleine Sportarten" als Leitlinie zu nutzen. Das müsse aber nicht dogmatisch erfolgen.

' Hallenzeiten eines Vereins oder einer Sportart stärker auf einen Standort zu konzentrieren. So nutzt der WTV zum Beispiel elf von 13 Standorten für seinen Übungsbetrieb, teilweise nur in geringer Stundenzahl. Auch der TuS ist auf neun Hallen verteilt.

' Einige Hallenstandorte sind noch nicht an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Gerade Hünger und Waldschule haben laut Wulf noch Freikapazitäten, ebenso Höferhof.

' Die Hallenbelegung sollte regelmäßig überprüft werden. Mit Fertigstellung der Kunstrasenplätze sollte überlegt werden, ob Fußballer noch in Hallen trainieren dürften.

Martin Burghoff war aufgefallen, dass im Gutachten keine Aussage zur schlechten Geräteausstattung stehe. Hier müsse nachgearbeitet werden. "Es sollte nachgefragt werden, welcher Bedarf bei Vereinen besteht." Er warnte davor, die prognostizierten Zahlen für die Vereinsentwicklung bei der künftigen Sporthallenkonzeption anzuwenden. "Wir wollen keinen Rückgang. Unser Ziel ist es doch, diese Zahlen umzudrehen. Also die Bevölkerungszahl wieder anwachsen zu lassen. Wachstum sollte unsere Arbeit bestimmen."

Norbert Galonska (SPD) befand, dass die Konzentration von Sportarten auf eine Sporthalle ein guter Vorschlag sei. Damit entfielen sicher viele Fahrten. "Auch die richtige Ausstattung ist wichtig - hier sollten sich die Vereine absprechen." Er bemängelte, dass der Kindersport in den Ogatas bis 16 Uhr gehe. "Wir Vereine kommen da nicht ran. Wir begleiten den Kindersport, aber die Kinder sind nicht in den Vereinen." Wulf bestätigte, dass gerade dieser Bereich ein schwieriges Feld sei. Klaus Junge (SSV) bemängelte, dass die Nebenräume für die Vereine zu klein seien. "Vereine können ihr Material nicht unterbringen."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wermelskirchen: Diskussion um Sporthallennutzung


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.