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Wermelskirchen
Drei Polizisten sorgen für Bürgernähe

Wermelskirchen: Drei Polizisten sorgen für Bürgernähe
FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Wermelskirchen. Die Polizeiwache in Wermelskirchen gibt es nicht mehr - zwei Bezirksbeamte sind am alten Standort Ansprechpartner. Ansonsten sind sie in ihren Stadtteilen unterwegs - zu Fuß, mit Rad, Roller, Auto. Von Udo Teifel

Das Unkraut sprießt. Die Gerüste verhüllen das Gebäude an der Telegrafenstraße 35. Wer den Komplex betritt, spürt die Leere. Auf einer Wand haben sich Männer und Frauen nach einer Auszugsparty verewigt. Die Polizeiwache Wermelskirchen ist Geschichte seit dem 15. Januar 2016. Und doch: Die Polizei hat noch ein Büro dort. Zwei Bezirksbeamte bieten Bürgersprechstunden an.

Drei Bezirksbeamte betreuen Wermelskirchen und sorgen für Bürgernähe: Wolfgang Wichterich, Andreas Bruns und Frank Preyer. Wichterich ist zuständig für die südöstlichen Stadtteile von Schöllerhof über Dabringhausen, Eipringhausen, Dhünn entlang der Stadtgrenze zu Hückeswagen bis zur Großen Dhünn-Talsperre. Er hat sein Büro im neuen Polizeigebäude in Hilgen. "Ich bin über die K 18 schneller in Dabringhausen als von der Telegrafenstraße", sagt er. Die anderen beiden Beamten agieren von der Telegrafenstraße aus. Bruns ist zuständig für die nordwestlichen Stadtteile (alles nördlich der B 51 und der Balkantrasse, Braunsberg, Herrlinghausen, Hünger und Pohlhausen), Preyer für die Innenstadt, Elbringhausen, Buchholzen.

Frank Preyer ist das bekanntere Gesicht der Bezirksbeamten - er dreht regelmäßig seine Runden durch die Innenstadt, sucht das Gespräch, ist Ansprechpartner. Andreas Bruns ist da eher mit dem Auto unterwegs, nutzt aber gern bei schönem Wetter das Fahrrad. "Da kommt man ebenfalls gut ins Gespräch mit den Bürgern." Wichterich hat es da schon etwas weiter - "wenn ich mit dem Roller unterwegs bin, bin ich auch näher dran als mit Auto", so seine Erfahrung.

80 Prozent ihrer Dienstzeit sind sie im Außendienst. Deshalb haben zwei Beamte jeweils nur neun Stunden Präsenz im Büro während der Bürgersprechstunde - bei Wichterich gibt's das nur nach Vereinbarung. "Unsere Hauptaufgabe ist der Kontakt zur Bevölkerung, zu Geschäftsleuten, zu Schulen und Kindergärten", sagt Bruns. Sie sind zuständig für die Vollstreckung von Haftbefehlen, übernehmen Aufenthaltsermittlungen und die Nachsorge von Opfern, zum Beispiel nach Wohnungseinbrüchen. Auch überwachen die Bezirksbeamten die Rückkehrverbote nach häuslicher Gewalt. "Und natürlich unterstützen wir, wenn machbar, die Beamten im Streifendienst bei Fahndungen oder kleinen Unfällen im Nahbereich", erzählt Wichterich. Immer wieder stehen Bürger vor der Tür, auch außerhalb der Sprechstunde. Das Hauptanliegen: Etwas zur Anzeige zu bringen. "Viele fahren aber heute schon direkt nach Hilgen zur Polizeiwache", weiß Wichterich zu berichten. "Es ist natürlich nicht unsere Hauptaufgabe, Anzeigen aufzunehmen. Wir machen das aber auch", so Preyer. Nach dem Umbau des Gebäudes, der wohl Ende Mai/Anfang Juni beginnen soll, bekommen die Bezirksbeamten einen neuen Raum direkt neben dem Eingang. In den Gesprächen auf der Straße erfahren die Beamten viel über die Stimmung in der Stadt. "Uns schlägt immer noch das Unverständnis der Bürger entgegen, dass die Wache geschlossen wurde. Ein Thema ist auch der gegenläufige Radverkehr. Viele, die uns ansprechen, schütteln darüber nur den Kopf", berichtet Preyer. Und Bruns, viel mit dem Rad auch auf der Balkantrasse unterwegs, erzählt von Fußgängern, die sich über die Rennradfahrer beschweren. "Hier muss sich das Miteinander von Spaziergängern und Radfahrern verbessern." In den Außenbezirken sind vor allem rasende und laute Motorradfahrer das Problem, weiß Wichterich.

Für die drei Beamten ist klar: "Die Sprechstunde ist ein Service. Ansonsten sind wir im Bezirk unterwegs. Da treffen sie uns eher an als im Büro."

Quelle: RP
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