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Wermelskirchen
DRK betreut Flüchtlinge dauerhaft mit bis zu zwölf Mitarbeitern vor Ort

Wermelskirchen. Ein Rentner-Ehepaar aus Ellinghausen stand gestern mit einem Paket voller Süßigkeiten im Foyer der Mehrzweckhalle Dabringhausen. "Wir wollen gerne wissen, was hier los ist, wir wollen sehen, wie wir sinnvolle Hilfe leisten können." Von Stephan Singer

Das Ehepaar, das namentlich nicht genannt werden möchte, ist sich sicher: "Es gibt viele Möglichkeiten der Hilfe. Die Verantwortlichen sollen uns sagen, was wir tun können - wir haben Zeit und packen deshalb auch gerne bei der Essens-Ausgabe oder anderen Aufgaben mit an. Wir wollen, dass diese Menschen sich willkommen fühlen." Keine Frage war es da für sie, gleich zum nächsten Supermarkt zu fahren, als sie erfuhren, dass es noch an Hygiene-Artikeln mangelt: Sie kamen mit einer Charge Dusch-Gel und anderen Artikeln zurück.

"Diese Hilfe aus der Bevölkerung ist Gold wert", betonte denn auch die Kreisbereitschaftsleiterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Kristina Dörr. Nachdem bereits am Donnerstag der Grundstock für das Erstaufnahmelager in Dabringhausen gelegt wurde, ging es gestern an den "Feinschliff": "Dieser eine Tag mehr Zeit versetzt uns in die Lage, es ein wenig komfortabler zu gestalten. So stellen wir an jede Liege in der Halle einen Stuhl. Das sind vermeintliche Kleinigkeiten, die dazu beitragen, dass das Lager lange friedlich funktioniert."

Zahlreiche Helfer - hier DRK-Mitarbeiter - sind in der Mehrzweckhalle Dabringhausen im Einsatz. Das DRK übernimmt die Leitung der Erstaufnahmestelle. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)

Außerdem sichteten und sortierten freiwillige Helfer aus der Bevölkerung die zahlreichen Sachspenden, die seit Donnerstag in der Mehrzweckhalle abgegeben wurden. Für das DRK, das das Lager federführend leitet, eine große Hilfe: Denn nur so weiß man Anfang kommender Woche genau, was fehlt und kann gezielt zu Sachspenden aufrufen.

Mit eigenen Kräften allein hätte das DRK diese Arbeit der vergangenen Tage nicht geschafft, hieß es gestern Nachmittag, musste das DRK doch noch ein ähnliches Erstaufnahme-Lager in Rösrath herrichten.

Überladene Züge: Flüchtlinge auf dem Weg nach Zagreb FOTO: dpa, ab jak

Kristina Dörr lobte ausdrücklich die Vorbereitung durch die Stadt bei der Einrichtung des Lagers: "Das war ein vorbildlich, perfekter Ablauf in Zusammenarbeit mit THW und Feuerwehr." Dabei ist das Herrichten der Liegen als Schlafplätze in der großen Halle vergleichsweise "einfach" - "nach Katastrophenschutz-Plänen muss ein sogenannter Betreuungsplatz in drei Stunden funktionieren", erläuterte Dörr. Dazu gehört aber schon nicht mehr die Einteilung in "Parzellen" mit jeweils sechs bis acht Betten durch abgehangene Bauzäune, wie sie in der Mehrzweckhalle realisiert ist.

In vier Behandlungsräumen und einem Impfraum soll die medizinische Versorgung der Flüchtlinge erfolgen. Ihnen wird zuerst einmal Blut abgenommen, um besonders ansteckende Krankheiten oder Schwangerschaften festzustellen. Das DRK geht davon aus, dass zukünftig zehn bis zwölf Mitarbeiter dauerhaft vor Ort sein müssen.

Fotos: Flucht zu Fuß von Budapest nach Österreich FOTO: dpa, ase

Auch die seit 26 Jahren in Deutschland lebende Kurdin Meryem Mecid brachte Sachspenden vorbei: "Wir in der islamischen Moschee in Burscheid haben mit 30 Frauen sortiert und gepackt. Und wir haben auch an Taschen und Koffer gedacht, was ganz wichtig ist, weil die Menschen ja nicht dauerhaft hier bleiben. Auch Teppiche für das Gebet stellen wir zur Verfügung. Und ich kann auch gerne als Dolmetscherin fungieren", sagte sie im BM-Gespräch.

Quelle: RP
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