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Wermelskirchen
DTV hofft auf Kunstrasen am Höferhof

Wermelskirchen: DTV hofft auf Kunstrasen am Höferhof
FOTO: Moll (Archiv)
Wermelskirchen. Aus Sicht des DTV ist der Höferhof der beste Standort für einen Kunstrasenplatz in Wermelskirchen. Konzept und Planung stehen, der Verein könnte 105 000 Euro zusteuern. Von Tim Kronner

Während in den umliegenden Städten ein Kunstrasenplatz nach dem anderen gebaut wird, ist man in Wermelskirchen noch nicht über Gespräche hinausgekommen. Bedarf, Standort und Umsetzung sind seit Jahren ein heißes Diskussionsthema in den Vereinen und bei der Stadt. "Unser erstes Gespräch mit dem Bürgermeister ist jetzt zehn Jahre her. Es wird Zeit, dass sich etwas tut. Eine Kooperation mit mehreren Vereinen im Bereich Hoffnung ist aus Kostengründen vom Tisch. Aus unserer Sicht macht ein Kunstrasenplatz am Höferhof einfach am meisten Sinn," sagte der DTV-Vorsitzende Andreas Gall bei einem Pressegespräch. Die Gründe dafür sieht er im Bedarf, der positiven Entwicklung des Vereins, der Bereitschaft zur Kostenbeteiligung sowie in den Voraussetzungen am Höferhof.

Grundlage für die Argumente des Dabringhauser Turnvereins ist ein Gutachten der Universität Wuppertal zur Ermittlung des Sportplatzbedarfs. Darin wird festgestellt, dass der DTV der einzige Verein mit einem höheren Platzbedarf ist. Während in Dabringhausen im Moment die Zeit für 4,5 Trainingsstunden fehlt, haben Dhünn, Pohlhausen und Wermelskirchen noch freie Platzzeiten. Außerdem geht laut Gall aus dem Gutachten hervor, dass Kunstrasenspielfelder nur wirtschaftlicher sind, wenn sie vorhandene Rasenspielfelder ersetzen. "Das bedeutet, dass ein Kunstrasenplatz wirtschaftlich gesehen nur am Höferhof oder im Eifgenstadion Sinn machen würde", sagte der DTV-Vorsitzende.

Ein großes Argument für den neuen Platz in Dabringhausen sehen die Verantwortlichen vor allem bei der Kostenbeteiligung. Diese Möglichkeit hat der Verein, da nur der DTV im Besitz von Eigentum ist. "In unserer Planung ist vorgesehen, das Grundstück am Asterweg zu verkaufen und mit dem Erlös den Kunstrasenplatz mitzufinanzieren", erklärte Gall. Mit dem Verkauf des Asterwegs würden zunächst einmal die restlichen Verbindlichkeiten abgelöst werden. Durch den Umzug an den Höferhof müsste dann dort ein neues Vereinsheim entstehen. Nach Abzug der Baukosten hierfür blieben dem DTV etwa 105 235 Euro, um sich am Kunstrasenplatz zu beteiligen. "Das ist deutlich mehr als bei anderen Projekten in der Nachbarschaft. Im Prinzip sind wir bereit, viel Geld für einen Platz ausgeben, der uns am Ende gar nicht gehört", betonte DTV-Fußballvorstand Markus Leonhardt. Einen Haken hat das Ganze aber: Der höhere Platzbedarf würde durch nur einen Kunstrasenplatz nicht gedeckt werden. Ein großes Kunstrasen-Feld (100 mal 64 Meter) biete für 50 Trainingseinheiten in der Woche Platz, während der DTV jetzt schon 52,5 benötigt - Tendenz steigend. Daher halten die Verantwortlichen den Bau eines zusätzlichen kleineren Platzes (35 mal 25 Meter) für notwendig. Für dieses Konzept wurde schon eine Kostenschätzung bei der Strabag eingeholt. Demnach belaufen sich die Gesamtkosten auf 631 696 Euro. Nach Abzug des DTV-Anteils müsste die Stadt 510 814 Euro investieren.

Neben der Beteiligung am Kunstrasen und dem eigenständigen Bau des neuen Vereinsheims würde der DTV auch einen Teil der Betriebskosten am Höferhof übernehmen. Während die Stadt 36 000 Euro im Jahr zuschießen müsste, ist der DTV bereit, jährlich 22 000 Euro für Betrieb und Pflege zu bezahlen. "Diese Beteiligung geht weit über das hinaus, was andere Vereine zurzeit leisten. Sie liegt fast in der Größenordnung der Hallennutzungsgebühren aller Vereine für alle Hallen in Wermelskirchen", betonte der Vorsitzende.

Eine Entscheidung über diesen Vorschlag erwarten die DTV-Vertreter für den 9. September, dann ist die nächste Sitzung des Sportausschusses. Vorher trifft sich am 23. August noch einmal der Arbeitskreis Kunstrasen. "Wermelskirchen braucht Kunstrasenplätze, und zwar nicht nur einen", betonte Gall.

Quelle: RP
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