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Wermelskirchen
DTV verkauft Asterweg und erhöht Beiträge

Wermelskirchen. Auf der Jahreshauptversammlung wurde zeitweise heiß über einzelne Punkte diskutiert. Von Tim Kronner

"Das Wichtigste ist das Ergebnis", sagte der sichtlich erschöpfte DTV-Vorsitzende Andreas Gall nach der Mitgliederversammlung des Dabringhauser TV am Mittwochabend. Nach mehr als drei Stunden langwieriger Diskussionen und mehreren Wahlgängen verständigten sich die Mitglieder darauf, eine allgemeine Beitragserhöhung zu beschließen. Hiermit sollen der Kunstrasenplatz und die Laufbahn zwischenfinanziert werden, bis das Grundstück am Asterweg verkauft werden kann.

"Es ist außergewöhnlich, dass eine Beitragserhöhung einstimmig beschlossen wird. Das ist ein gutes Zeichen", sagte Gall. Ebenfalls einstimmig fiel das anschließende Votum aus, den Sportplatz am Asterweg zu verkaufen. Das Geld könnte der DTV voraussichtlich bis Sommer 2018 erhalten.

Bis zu diesen beiden Entschlüssen war es im Hotel zur Post allerdings ein weiter Weg. Insgesamt 80 Mitglieder des Dorfvereins waren zur Versammlung gekommen. Bei dem letzten außerordentlichen Mitgliedertreffen im Dezember hatte Gall gefordert: "Die Abteilungen müssen aufhören, sich gegeneinander auszuspielen. Es geht um die Förderung des Vereinssports." Anlass dieser Aussage war die Forderung der Turnabteilung, dass der Kunstrasenplatz nur von den Nutzern, also der Fußballabteilung, finanziert werden sollte.

Nachdem nun feststeht, dass auch die in der Turnabteilung verankerten Leichtathleten eine Laufbahn erhalten, schlug der Vorstand deshalb am Mittwoch eine "verursacherorientierte Verteilung" vor. Neben einer kleinen solidarischen Erhöhung für alle Mitglieder sah der Vorschlag Sonderbeiträge für die Fußball- und die Turnabteilung vor. Letztere zeigte sich damit nicht einverstanden und beantragte eine allgemeine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge. "Wir sollten uns beim Höferhof alle solidarisch zeigen", forderte Abteilungsleiterin Martina Pannack.

Dieser Antrag überraschte viele Mitglieder. "Die Turnabteilung wollte ja ursprünglich, dass die Fußballer den Kunstrasen alleine bezahlen. Jetzt, wo die Laufbahn mit im Spiel ist, soll die Finanzierung aber auf alle verteilt werden", wunderte sich Gall, der von Anfang an für solch eine solidarische Lösung war.

Diese Solidarität gilt laut Pannack jedoch zunächst nur für das Projekt Höferhof. Im Anschluss sollen Einnahmen und Ausgaben für die Abteilungen einzeln betrachtet werden. "Wir dürfen nicht alles in einen Topf werfen", forderte Pannack. Um dies zu überprüfen, ließ sich die Abteilungsleiterin zusätzlich als Kassenprüferin wählen. "Wir haben das bisher vermieden, damit niemand, der Geld ausgibt, sich selbst kontrolliert", gab Gall zu bedenken. Bei fünf Gegenstimmen und 29 Enthaltungen wurde Pannack neben einem weiteren Prüfer trotzdem gewählt.

Diese Wahl war allerdings nicht das Bemerkenswerteste des Abends. Nachdem niemand sonst als Vorsitzender kandidieren wollte, stellte sich Gall, der dem Verein seit 2004 vorsitzt, zur Wiederwahl. Im Gegensatz zu allen anderen Abstimmungen musste diese geheim durchgeführt werden - auch 13 Mitglieder, die zum Großteil der Turnabteilung angehören, waren dafür. Das Ergebnis lautete: 58 Ja-Stimmen, acht Enthaltungen, 13 Nein-Stimmen. "Ich mache mir da nichts draus und werde weiterhin alles für den DTV geben. Wir haben trotzdem gute Ergebnisse erreicht und können jetzt endlich weiterplanen", kündigte Gall an.

Quelle: RP
 
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