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Wermelskirchen
Dünne Luft im Proberaum

Wermelskirchen: Dünne Luft im Proberaum
Ziemlich eng sitzen die Musiker des Blasorchesters beieinander. Sie haben den Jugendraum in der Mehrzweckhalle dem DRK überlassen müssen. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. 40 Musiker des Blasorchesters Dabringhausen mussten ihren Jugendraum in der Mehrzweckhalle verlassen und proben jetzt in einem Klassenzimmer der Grundschule unter beengten Bedingungen. Neujahrskonzert 2016 nicht im Dorf. Von Stephan Singer

Da wird die Luft schon einmal schnell "dünn". Wenn sich die 40 Musikerinnen und Musiker des Dabringhauser Blasorchesters zur wöchentlichen Probe in ein ehemaliges Klassenzimmer im Altbau der Grundschule Höferhof drängen, müssen in den Pausen immer wieder die Fenster zum Lüften geöffnet werden. Denn jeder kann sich vorstellen: 40 Menschen, die dicht gedrängt zusammensitzen und sich dabei auch noch schweißtreibend anstrengen, verbrauchen schnell viel Sauerstoff. Bei geöffneten Fenstern musizieren ist dabei keine Lösung: Schließlich will sich niemand eine Erkältung einfangen oder die abendliche Ruhe der Nachbarschaft stören. Seit dem Bau der Dabringhauser Mehrzweckhalle (MZH) hatte das Blasorchester stets im sogenannten Jugendraum der Halle rechts vom Sportler-Eingang geprobt, nach der Einrichtung der Erstaufnahme für Geflüchtete in der MZH musste hier auch das Blasorchester weichen.

"Wir haben hier in der Grundschule Höferhof keine gute Lösung, aber eine Lösung, dass wir unsere Proben bislang nahtlos fortsetzen konnten", kommentiert die Vorsitzende des Blasorchesters, Kirsten Steinhaus, die Situation, die angesichts der Lage rund um alle betroffenen Hallen und die betroffenen Vereine für das Blasorchester "zufriedenstellend" sei. "Aus Musiker-Sicht bin ich natürlich überhaupt nicht zufrieden", sagt die 44-jährige Blasorchester-Vorsitzende. Dafür sei alles in dem Raum in Höferhof, der nur etwa zwei Drittel so groß ist wie der Jugendraum, sehr beengt. Dem Raum in der Grundschule fehle es an zwei bis drei Metern Tiefe.

Aber: "Aus organisatorischer Sicht sind wir zufrieden", betont Kirsten Steinhaus. Denn das Blasorchester kann sich kaum einen Proberaum mit anderen Gruppierungen teilen, denn viele Instrumente - vor allem im Bereich des Schlagwerks - müssen vor Ort bleiben. Mit Blick auf die drei Pauken, von denen alleine eine einen Durchmesser von gut einem Meter hat, erklärt Steinhaus: "Wir können das nicht zu jeder Probe heranschaffen und neu aufbauen, diese Logistik lässt sich nicht jede Woche aufs Neue bewältigen."

Den momentanen Proberaum des Blasorchesters benötigt die Grundschule nicht - nebenan liegt der Raum mit der gigantischen Heizungsanlage, gegenüber die Bücherei der Schule. Nachmittags nutzt die Offene Ganztagsschule manchmal den Altbau-Bereich. "Schulleiterin Friederike Kelzenberg-Gerloff hat uns hier mit offenen Armen empfangen. Als sich im September das Proberaum-Problem für uns auftat und anfangs natürlich Verwirrung herrschte, haben wir vom Blasorchester mit ihr Kontakt aufgenommen und schnell diesen Weg gefunden." Mit einem eigenen Schlüssel sei man unabhängig.

Angesichts der nicht mehr ganz so guten Raum-Situation hat die Blasorchester-Vorsitzende aber keine Angst vor einem nennenswerten Schwund der knapp 80 Vereinsmitglieder, wie ihn beispielsweise Wermelskirchener Sportvereine angesichts der Hallensituation befürchten (die BM berichtete): "Wir wissen, wo wir uns jede Woche treffen und das ist eine gute Voraussetzung. Wir proben nach wie vor in Dabringhausen, was besonders für unsere Kinder und Jugendlichen wichtig ist, die die Proben fußläufig erreichen müssen. Wir sind immer noch das Blasorchester Dabringhausen und wollen unser Publikum nicht enttäuschen!" Sorgen macht sich Kirsten Steinhaus da eher um das traditionelle Neujahrskonzert des Blasorchesters, das für den 23. Januar 2016 geplant ist und für das die Proben auf Hochtouren laufen. "Das Konzert kann nicht wie gewohnt in der MZH Dabringhausen stattfinden. Alternativen wären das Bürgerzentrum oder das Gymnasium. Ich hoffe, dass das Publikum das mitmacht, es ist eben an anderer Stelle nicht dasselbe und eine andere Stimmung."

Quelle: RP
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