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Wermelskirchen
Ehemalige Klassenkameraden frischen Erinnerungen auf

Wermelskirchen: Ehemalige Klassenkameraden frischen Erinnerungen auf
Die ehemaligen Klassenkameraden des Abschlussjahrgangs 1967 sahen sich nach 50 Jahren wieder. FOTO: Stephan Singer
Wermelskirchen. Die Absolventen des Jahrgangs 1967 der Dörpfeldschule verbrachten den Samstagabend gemeinam in der "Centrale". Von Frederik Oehl

Feueralarmübungen mit der Triangel, Näh- und Strickunterricht, Trennung von Jungen und Mädchen nach Sitzen und manchmal auch Schläge mit dem Zollstock: So sah vor einem halben Jahrhundert der Alltag in der damaligen Wermelskirchener Dörpfeldschule aus. Für rund 20 Absolventen des Jahrgangs 1967 wurde der Samstagabend zu einer Zeitreise in die 1960er-Jahre: Um das fünfzigste Jahr ihres Schulabschlusses gebührend zu feiern, trafen sich die Ehemaligen am Samstagabend in der Gaststätte "Centrale" und tauschten Erinnerungen aus. Organisator Bernd Schulte hielt dabei auch einen Vortrag, um auf Kindheit und Jugend zurückzublicken.

Auch nach einem halben Jahrhundert ist die Erinnerung an die Schulzeit bei den Ehemaligen noch sehr lebendig. Viele Anekdoten aus dem damaligen Schulalltag dürften für die Ohren heutiger Schüler befremdlich klingen - manches wirkt in der Rückbetrachtung auch erschreckend. "Die ersten vier Jahre waren von Strenge geprägt", sagte Katrin Kuchenbuch aus der Jubiläumsklasse. Widerspruch duldete die Grundschullehrerin damals nicht, und auch die Prügelstrafe kam gelegentlich noch zum Einsatz. Auf Schüler mit Lernschwäche wurde kaum Rücksicht genommen: "Die Lehrer waren damals noch nicht dafür ausgebildet", sagte Organisatorin Christel Händeler-Omran. Jedoch war nicht alles negativ: An die Wanderungen und Ausflüge erinnern die Absolventen sich beispielsweise gern zurück. Auch beim Gedanken an die Kuriositäten der damaligen Zeit kam Freude auf: "Bei den ersten Feueralarmübungen stellte ein Lehrer sich mit einer Triangel ins Treppenhaus - der Klang sollte den Alarm simulieren", erklärte Händeler-Omran.

Nach neun Jahren war die Volksschule dann abgeschlossen. "Das war damals eine sehr solide Bildung", sagte Kuchenbuch. Zum Pflichtprogramm gehörte auch Handarbeit, also beispielsweise Nähen und Stricken. "Auch die Jungs mussten mitmachen", erklärte Bernd Schulte.

Nach dem Schulabschluss verloren die Absolventen sich zunächst aus den Augen. Als dann im Jahr 2013 zum ersten Mal nach langer Zeit ein Klassentreffen stattfinden sollte, erlebten die Organisatoren eine Überraschung: Die meisten ihrer alten Kameraden wohnten noch immer in Wermelskirchen. "Etwa 80 Prozent sind tatsächlich hier gelieben - oft wussten sie aber nichts voneinander", sagte Händeler-Omran.

Durch die Klassentreffen wurden nun viele Ehemalige, die sich seit Jahrzehnten nicht gesehen hatten, wieder zusammengeführt. Ob die Treffen in Zukunft zu einer regelmäßigen Einrichtung werden, ist aber noch nicht sicher. "Wir schauen mal - ein Treffen alle zwei bis drei Jahre wäre schon gut", sagte Bernd Schulte.

Quelle: RP
 
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