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Wermelskirchen
Ehemalige Wache sorgt für Diskussionsstoff

Wermelskirchen: Ehemalige Wache sorgt für Diskussionsstoff
In der ehemaligen Polizeiwache an der Telegrafenstraße will die Stadtverwaltung ab Anfang 2017 insgesamt 78 Flüchtlinge unterbringen. FOTO: Hertgen (Archiv)
Die WNKUWG-Fraktion erteilt den Plänen der Verwaltung, 78 Flüchtlinge im Polizeigebäude an der Telegrafenstraße unterzubringen, eine Absage. "Wir haben einen Grundsatzbeschluss, dass wir Standorten nur zustimmen, wenn im dichter besiedelten Bereich die Zahl von 40 sowie im ländlichen Bereich die Zahl von 20 Flüchtlingen nicht überstiegen wird", sagte Henning Rehse.

Zum anderen biete der Komplex Bürgerzentrum/Rathaus/Polizeigebäude seit mehr als zehn Jahren ob der Fassadenproblematik und der aus "Sicherheitsgründen" nicht darstellbaren Pflege der Umgebung ein Bild des Jammers. "Dieser Komplex soll wieder zur ersten Adresse der Stadt werden." Die Verwaltung habe Vorschläge der Politik für alternative Standorte offenbar nicht bearbeitet oder nur in sinnlose Listen aufgenommen, "womit man jedoch leider keinen realen Wohnraum schafft", kritisierte Rehse.

Das Bürgerforum wird den Vorschlägen der Verwaltung zustimmen. "Wir sind froh, dass im Rathaus nun Jürgen Scholz die Verantwortung für die Unterbringung der Flüchtlinge trägt", sagte Oliver Platt. Seit einem Jahr habe sich fast nichts getan, erst jetzt seien die Pläne der Verwaltung nachvollziehbar.

Für Jochen Bilstein (SPD) gibt es aufgrund des zeitlichen Drucks keine Alternative zur ehemaligen Polizeiwache. Auch den drei übrigen Vorschlägen werde die SPD zustimmen. "Das ist der Weg, den wir gehen müssen. Und ich denke, dass er auch zumutbar ist."

Die CDU ist für eine Obergrenze von 40 Personen pro Standort. Nun gebe es aber Druck zu handeln, "und wegen Versäumnissen der Verwaltung fehlen Alternativen", sagte Christian Klicki. Vorbehaltlich des Beschlusses in der Fraktionssitzung gestern Abend sagte Klicki, dass die CDU wohl bereit sein wird, die ehemalige Wache auch für 78 Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. "Es muss aber schnellstmöglich Pufferwohnraum geschaffen werden, um diese Zahl auf 40 Personen zu reduzieren." Auch die übrigen Standorte werden in der Fraktion noch einmal diskutiert.

Für Jürgen Manderla und die FDP ist es insgesamt eine "blöde Situation". Grundsätzlich habe der Bürgermeister aber die Zustimmung, die ehemalige Wache zu nutzen. Dem Standort Wiesenweg stimmt er zu 100 Prozent zu, Dhünn und Dabringhausen werden in der FDP-Fraktion noch einmal thematisiert. Er persönlich werde Entscheidungen zur Unterbringung nur mittragen, wenn die Stadt dafür keine zusätzlichen, hohen Schulden macht. Manderla: "Letztlich muss jedes Ratsmitglied selbst entscheiden."

Auch die Grünen werden der Nutzung des Polizeigebäudes zustimmen - "schweren Herzens", sagte Hans-Jürgen Klein (Grüne). "Es gibt keine Alternativen, wir brauchen eine Lösung bis Ende des Jahres." Das Mieten des Hotels zur Post sei eine "Notlösung", für Dhünn und Wiesenweg fehlen den Grünen noch detaillierte Informationen. "Grundsätzlich stehen stehen wir dem aber offen gegenüber", sagte Klein.

(ser)
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