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Wermelskirchen
Ehemaliger leitet an der Realschule jetzt eine Rechtskunde-AG

Wermelskirchen. "Deutsch-Jura, Jura-Deutsch" heißt es seit einem Monat für 20 Jugendliche an der Realschule. Denn die Schüler der Klassen acht bis zehn nehmen an der neuen Rechtskunde-AG teil, die seit Anfang September läuft. Einmal in der Woche treffen sich die neugierigen Jugendlichen für zwei Stunden nachmittags, um fiktive Fälle durchzugehen, die so auch in ihrem Alltag vorkommen könnten.

"Mir ist es wichtig, den Jugendlichen wirklich etwas mitzugeben. Das Ganze soll nicht trocken, sondern lehrreich sein und trotzdem Spaß machen", sagt Rechtsanwalt Giuseppe Landucci, der die AG leitet. Bei den Schülern kommt sein Unterricht auf jeden Fall bestens an. Sie sind sehr aufmerksam und lassen sich auf Landuccis Frage-Antwort-Spiele mit viel Freude ein. Bei Nachfragen des Leiters kommt fast nie ein "weiß ich nicht" - nach nur einem Monat sind die Schüler auf dem Gebiet schon richtig fit.

"Die AG macht einfach Spaß, weil es sehr abwechslungsreich ist", berichtet die 16-jährige Marie Phillips. "Auf der einen Seite lernt man viel, aber auf der anderen Seite ist es auch immer witzig. Mir gefällt die AG sehr gut", sagt Marie.

Thematisch beschäftigen sich die Schüler mit Zivil-, Strafrecht und dem öffentlichen Recht. Gestern lösten die Jugendlichen beispielsweise folgenden Fall: Ein Schüler wird vom Lehrer zum Vorsingen gezwungen und beschädigt deshalb dessen Flügel. Die Schüler analysieren "Tatbestandsmerkmale", sprechen über Sachbeschädigung und Notwehr und überlegen, wie es mit der Schuldfähigkeit und Strafmündigkeit steht.

Andere Fälle setzen sich mit den Themen "Nacktbilder in Sozialen Netzwerken" und "Mobbing" auseinander. "Diese praxisnahen Fälle machen noch mehr Spaß als der normale Unterricht", berichtet Pia Siebert (15), die fast immer eine Antwort weiß. "Ich kann mir vorstellen, sowas später auch beruflich zu machen", sagt sie.

So ging es Giuseppe Landucci früher auch, als er noch Schüler der Realschule Wermelskirchen war. Denn 1998 machte er hier seinen Abschluss, dann das Abitur - inzwischen hat er seine eigene Rechtsanwaltskanzlei in Köln. "Ich habe selbst an der Schule nachgefragt, ob wir so eine AG machen können, weil ich einfach Lust hatte, etwas zurückzugeben", sagt Landucci.

Und nicht nur die Schüler, auch die Schulleiterin spricht ihm ein großes Lob aus. "Er hätte eigentlich auch Lehrer werden können", sagt Birgit Sköries und schmunzelt. Bis Mitte Dezember dauert die AG noch, Neustart ist dann wieder nach den Sommerferien in einem Jahr.

(kron)
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