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Ostern Starke Frauen
Ehrenamt als Christenpflicht

Ostern Starke Frauen: Ehrenamt als Christenpflicht
Brigitte Krips engagiert sich aus christlicher Überzeugung ehrenamtlich in der Kirchengemeinde, der Caritas-Arbeit und bei der Wermelskirchener Tafel. FOTO: Moll
Wermelskirchen. Brigitte Krips ist unter anderem in der Pfarrcaritas sehr engagiert. Aus der Gruppe kam vor neun Jahren der Anstoß zur Gründung der Tafel in Wermelskirchen- ein Angebot, das aus der Stadt nicht mehr wegzudenken ist. Von Wolfgang Weitzdörfer

Ehrenamt ist für die 57-jährige Brigitte Krips aus Wermelskirchen immer schon ein Thema gewesen: "Ich bin eigentlich Deutsch- und Religionslehrerin, habe in Köln studiert, bin dann aber mit der Geburt meines ersten Sohns aus dem Beruf ausgestiegen", erzählt Krips, die zusammen mit ihrem Mann drei Kinder hat und 1981 aus Brühl nach Wermelskirchen gezogen ist. "Mein Mann ist auch Lehrer und hat damals eine Festanstellung in Solingen bekommen. Darum sind wir nach Wermelskirchen gezogen", sagt die 57-Jährige.

Krips hat sich bewusst dafür entschieden, zu Hause zu bleiben und für die Familie zu sorgen. Als Ausgleich hat sie sich dem Ehrenamt zugewandt: "Los ging es für mich in diversen Schulgremien, ein wichtiger Punkt etwa war die Nachmittagsbetreuung, als meine Tochter, hier in die katholische Grundschule kam. Das habe ich vier Jahre lang mit auf den Weg gebracht, es war quasi eine Art Vorläufer des Offenen Ganztags, den es damals ja noch nicht gab", erzählt Krips.

Parallel dazu hat sich die 57-Jährige in der Kirchengemeinde und der Caritas-Arbeit engagiert: "Die sollte damals neu organisiert werden, auch um die Seelsorger etwas zu entlasten. Damals hat sich die Pfarrcaritas-Gruppe in Wermelskirchen unter der Leitung des damaligen Diakons Herbert Moeselaken etabliert." Neben dem Caritas-Büro, einer regelmäßig geöffneten Anlaufstelle für alle Hilfesuchenden, veranstaltet die Gruppe einmal im Monat ein Frühstück unter dem Motto "Gemeinsam statt einsam" im Pfarrzentrum St. Michael und hat auch einen Besuchsdienst für alle Gemeindemitglieder über 80 Jahre eingerichtet: "Dafür suchen wir immer wieder neue Ehrenamtler", betont Krips.

Daneben war es vor allem die erste Flüchtlingswelle in den 90er-Jahren nach dem Balkankrieg, in deren Folge sich ein Netzwerk für Flüchtlingsarbeit in Wermelskirchen entwickelt hat, das bis heute Bestand hat und, wie Krips es ausdrückt, "Hand in Hand mit Willkommen in Wermelskirchen" arbeitet. Eine richtige Entscheidung, denn so würden Doppelstrukturen vermieden, die die Arbeit nur verkomplizieren würden, sagt Krips.

Seit 2007 gibt es in Wermelskirchen eine Tafel. Die Notwendigkeit dafür habe man damals im Caritas-Büro erkannt: "Es gab damals extreme Preissteigerungen, so dass manche Menschen sich Lebensmittel kaum noch leisten konnten. Dazu haben wir eine Info-Veranstaltung der Tafel in Leichlingen erlebt. In der Folge haben wir uns gesagt, dass wir auch so etwas in Wermelskirchen aufziehen müssen." Man habe sich dazu entschieden, einen Verein zu gründen. "Das ist Ende 2007 geschehen, Anfang 2008 wurden dann bereits die ersten Lebensmittel ausgegeben. Die Tafel hat sich direkt etabliert, auch diejenigen in der Stadt, die sagten, dass wir hier doch so etwas nicht bräuchten, sind schnell eines Besseren belehrt worden", sagt Krips. "Die Realitäten sind nun mal wie sie sind: Wer auf Sozialleistungen angewiesen ist, ist nicht auf Rosen gebettet."

Entsprechend erlebt die 57-Jährige auch schwere Schicksale, wenn sie selbst vor Ort ist. "Ich kann aber die Dinge gut stehenlassen und abschalten. Wenn es anfängt, einem über die Bettdecke zu laufen, sollte man aufpassen! Ich aber freue mich über die Sachen, die klappen - und wenn einmal etwas nicht geht, dann suche ich eben so lange nach einer Lösung, bis es klappt", sagt Krips schmunzelnd. Eine große Hilfe für ihre Arbeit ist auch ihre Familie: "Die hilft mir immer und packt mit an, wenn ich mich mal übernommen habe. Dazu kommt mein Glaube, der mir Motivation genug ist, etwas zu tun, und Gewissheit, dass da ein Großes ist, dass alles hier nicht nur zufällig entstanden ist. Wir sind durch unseren Glauben aufgefordert, unsere Talente zu nutzen, wir müssen das sogar, wenn wir christlich leben wollen", ist Krips überzeugt.

Quelle: RP
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