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Wermelskirchen
"Eifgenblick" - Stadt kippt Bauträgerbindung

Wermelskirchen: "Eifgenblick" - Stadt kippt Bauträgerbindung
FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Nach zehn Jahren wird in Hilfringhausen ein entscheidender Schritt getan: Das Baugebiet wird endlich fertiggestellt - die Zeiten einer Baustelle sind dann vorbei. Knapp 50 Häuser sind bis Ende des Jahres gebaut. Von Udo Teifel

Das Baugebiet "Eifgenblick" in Hilfringhausen steuert nach zehn Jahren langsam auf seinen Abschluss zu. Es waren für die Arbeitsgemeinschaft "Eifgenblick" keine einfachen Jahre, denn der städtebauliche Vertrag engte einerseits die Bauherren so stark ein, dass der Andrang ausblieb; er sorgte aber für die Arbeitsgemeinschaft auch für finanzielle Rückendeckung. Bundespolitische Entscheidungen brachten 2008 den Einbruch; die Stadtpolitik hat inzwischen einige Änderungen im Bebauungsplan vorgenommen, um den Verkauf wieder anzukurbeln. Eine weitere Entscheidung wird wohl demnächst getroffen: Dann wird auf eine Reihenhaus-Bebauung zugunsten von 14 freistehenden Einfamilienhäusern verzichtet. 2013 traf sich die Arbeitsgemeinschaft mit der Stadt vor Gericht. Das Ergebnis nach eines Güterichterverfahrens: Eifgenblick verzichtet auf die Bauträgerbindung. Dafür zahlt die Stadt 900 000 Euro.

Zehn Jahre Staub und Dreck - das ist für ein Baugebiet eine lange Zeit, wenn man zu den ersten Bauherren gehörte. Für Rolf Körschgen, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft "Eifgenblick", sind zehn Jahre nicht viel - "vor allem dann nicht, wenn man die politischen Entscheidungen bedenkt". In den ersten Jahren lief's gut, dann wurde die Eigenheimzulage gestrichen, und plötzlich fehlte für die Reihenhaus-Bebauung das Klientel. NRW-weit brach der Verkauf 2008 ein; bis 2013 habe man einen Verkaufsstand von 2005 gehabt. Inzwischen läuft's wieder, und das liegt sicher nicht nur an dem städtischen Baukindergeld.

Ziel der Arbeitsgemeinschaft "Eifgenblick" ist, bis Ende 2015 die Erschließungsanlagen für den ersten Bauabschnitt fertigzustellen. Das sind die fehlende Straßenbeleuchtung, die Straßen- und Gehwegoberflächen.

Laut Körschgen sind die ersten drei Bauabschnitte "voll". Gebaut sind bisher 31 Häuser, weitere zehn werden bis zum Jahrensende entstehen. Die Bauabschnitte vier und fünf sind noch nicht begonnen; ob der fünfte überhaupt kommen wird, wusste Körschgen gegenüber der BM noch nicht zu sagen.

Wie schwierig die Umsetzung des Projektes ist, zeigt die Tatsache, dass "Eifgenblick" die Stadt mit einer Klage vor das Verwaltungsgericht in Köln gezogen hat. Dort ging's um den Städtebaulichen Vertrag, der immer wieder auch im Fachausschuss beraten wurde, aber wohl so eng schien, dass das Gebiet, in dem auch die Stadt viele Grundstücke einbrachte und vor allem für nicht so begüterte Familien Eigenheim schaffen wollte, nicht ausreichend vermarktet werden konnte. Die Bauträgerbindung war damals in den Vertrag geschrieben worden, um einen Anteil der Entschließung mit zu finanzieren - nur so sei ein Mittelrückfluss garantiert, hieß es immer wieder.

Diese Bauträgerbindung, so das Ergebnis eines Güterichterfahrens, wird aufgehoben. Dazu wollte sich weder Rolf Körschgen noch die Stadtverwaltung gegenüber der BM äußern. Nach BM-Informationen sollen so die Grundstücke besser vermarktet werden können. 900 000 Euro zahlt die Stadt der Arbeitsgemeinschaft; die Forderungen sollen nach BM-Informationen vorher noch höher gewesen sein. Der Stadtrat hat in einer Dringlichkeitsentscheidung bereits im Dezember 2014 die Ergebnisse der Verhandlung akzeptiert.

Quelle: RP
 
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