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Wermelskirchen
Ein großer Sportverein für die gesamte Stadt?

Wermelskirchen: Ein großer Sportverein für die gesamte Stadt?
FOTO: Moll Jürgen
Wermelskirchen. Klaus Junge, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, sieht für die Zukunft des Sports nur eine vernünftige Lösung: Alle Vereine schließen sich zusammen und bilden einen Großverein für ganz Wermelskirchen. Von Tim Kronner

Der Handball-Club Wermelskirchen macht es vor: Sowohl im Senioren- als auch im Jugendbereich haben sich vier Vereine zusammengeschlossen und die Spielgemeinschaften HCW und JHC gegründet. "Der Handball in Wermelskirchen ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine erfolgreiche Kooperation aussehen kann", sagt Klaus Junge, der Vorsitzende des Stadtsportverbandes. Für ihn war diese Spielgemeinschaft aber nur der erste Schritt. "Auf längere Sicht macht es Sinn, wenn mehrere Vereine fusionieren und einen voll funktionierenden Großverein für Wermelskirchen bilden", meint Junge.

Der Vorteil eines einzigen Wermelskirchener Sportvereins liegt für ihn auf der Hand. "Man könnte dort Personen hauptamtlich beschäftigen und dadurch die Verwaltung vereinfachen", erklärt Junge. Er schlägt dabei aber keineswegs vor, die bestehenden Sportgruppen auseinanderzureißen. "Sie könnten aber gemeinsam unter einem Dach organisiert sein", findet der 71-Jährige. Denn es werde immer schwieriger, die von ihm hochgeschätzten Ehrenamtlichen für Vereinsarbeit zu finden. "Es werden immer weniger Freiwillige. Seit Jahrzehnten sind es meist die gleichen Menschen, die diese Positionen übernehmen. Aber was kommt nach ihnen?"

Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes möchte auf keinen Fall von heute auf morgen alles Bestehende einreißen. "Man sollte sich aber für die Zukunft überlegen, ob das der richtige Weg sein könnte", sagt Junge.

Ein Grund, der Junge auf diese Idee brachte, ist die aktuelle Zusammenarbeit der Wermelskirchener Vereine. Die klappt seit dem Amtsantritt Junges im März nämlich hervorragend, wie er findet. "Ich muss die Vereine und ihre Vertreter wirklich loben. Die Verständigung untereinander funktioniert." Dies sei auch bei der Vergabe des Kunstrasenplatzes an den Dabringhausener TV deutlich geworden, bei der sich die Vereine untereinander geeinigt haben. "Leider lässt die Kommunikation an einer Stelle aber immer noch zu wünschen übrig: nämlich seitens der Stadt", kritisiert Junge. Bei ihm sei in den vergangenen Monaten der Eindruck entstanden, dass die Verwaltung oft zu spät handelt, wenn es zum Beispiel um Reklamationen der Vereine geht. "Auch Anfragen für die Nutzung der Hallen an Wochenenden verlaufen öfter im Sand, weil man vergebens auf eine Rückmeldung wartet", berichtet Junge. Deshalb sei es nach wie vor äußerst wichtig, miteinander zu sprechen und sich regelmäßig auszutauschen.

Darüber hinaus ist Klaus Junge mit den ersten sechs Monaten seiner Amtszeit zufrieden. Der Stadtsportverband möchte einige Themen in Angriff nehmen. Dazu zählen zum Beispiel zwei große Sportwochen in den nächsten Sommerferien, Erste-Hilfe-Kurse für Übungsleiter sowie andere Lehrgänge. Außerdem beschäftigt man sich beim Stadtsportverband gerade mit der Hallensituation. "So wie ich das sehe haben wir mit Real- und Ostschule zwei große Hallen verloren und durch die Waldschule nur eine kleine hinzubekommen", sagt Junge. Während die Stadt von zu vielen Hallen ausgeht, sind es für den Stadtsportverband eher zu wenige. "Das zeigt auch die Mitgliederentwicklung", sagt Junge.

Sehr gut hingegen findet er die Pläne für einen Hallenbad-Neubau. "Die Größe sollte dabei auf keinen Fall reduziert werden, damit weder die Bürger noch die Vereine kürzertreten müssen", meint Junge. Auch die Entwicklungen im Bereich der Sportplätze begrüßt er. "Wenn die ,Grüne Asche' tatsächlich so belastbar wie angenommen ist, könnte das eine gute Lösung für das Kunstrasen-Problem sein. Daran werden wir jetzt gemeinsam arbeiten."

Quelle: RP
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