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Wermelskirchen
Ein Kennzeichen für Wermelskirchen?

Wermelskirchen: Ein Kennzeichen für Wermelskirchen?
So könnte ein Kennzeichen für Wermelskirchen aussehen. FOTO: Radowski
Wermelskirchen. In einer Online-Petition haben sich innerhalb von zwei Wochen immerhin 135 Befürworter gefunden. Alex Gratza (23) hat die Initiative "Ein Kennzeichen für Wermelskirchen" gestartet. Bürgermeister Rainer Bleek hingegen ist skeptisch. Von Jessica Balleer

Alexander Gratza ist ein echter Dellmann. Der 23-Jährige ist in Wermelskirchen geboren, hier aufgewachsen - und wenn es nach ihm ginge, könnte man seine Heimatliebe schon bald von dem Kennzeichen seines alten Mercedes ablesen.

Am 22. März hat er eine Online-Petition gestartet. "Ein Kennzeichen für Wermelskirchen" hat er sie genannt. Und innerhalb von nur zwei Wochen sind bereits virtuelle 135 Unterschriften eingegangen. "Ich finde das schon beachtlich", sagt er. Denkbar ist es, obwohl es ein Novum in der Stadtgeschichte wäre. Das Kennzeichen "WK" ist an das brandenburgische Wittstock vergeben, "WEK" oder "WKN" sind aber noch zu haben.

Wie seine Idee bei den Wermelskirchenern ankommt, hat Gratza zunächst in seinem Freundeskreis ausgetestet. Die Resonanz sei bisher positiv gewesen. "Wir haben zumindest viel diskutiert", sagt er. Ein Thema also scheint das eigene Kennzeichen für die Stadt durchaus zu sein. Auch in den sozialen Medien, den einschlägigen Gruppen auf Facebook, wird sein Vorstoß kontrovers diskutiert. "Mir geht es darum, das Interesse der Bürger zu erfragen", sagt der 23-Jährige. 135 Unterstützer hat die Online-Petition von Gratza bereits. Sein erstes Etappenziel lautet 730 Unterschriften.

Die Bedeutung der Nummernschilder FOTO: dpa

Noch 43 Tage hat er sich dafür Zeit gegeben. Beim Bürgermeister ist Gratza bereits vorstellig geworden. "Nicht viel" hält Rainer Bleek allerdings von dem Anliegen. "Ich glaube, das wird wenig Zuspruch finden", meint er. Die Situation in Wermelskirchen sei eine andere als in Opladen. Dort konnte vor etwa einem Jahr das alte Nummernschild "OP" wieder eingeführt werden. "Wermelskirchen hat da aber keine eigene Geschichte", sagt Bleek.

Das zeigt ein Blick in die Historie: Ein eigenes Kennzeichen hatte die Stadt nie. Im 19. Jahrhundert gehörte das spätere Stadtgebiet von Wermelskirchen zu den drei Landgemeinden Dorfhonnschaft, Oberhonnschaft und Niederwermelskirchen im Kreis Lennep. Im August 1931 erfolgte die Umbenennung in Rhein-Wupper-Kreis. Im Zuge der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurde der Rhein-Wupper-Kreis aufgelöst. Zum 1. Januar 1975 wurde Wermelskirchen dem Rheinisch-Bergischen Kreis zugeordnet.

Diese Ordnung erneut aufzubrechen, hält Rainer Bleek für keine gute Idee. "Von diesen kleinteiligen, unübersichtlichen Lösungen halte ich wenig", sagt er. "Und unsere dünne Personaldecke in der Stadt muss ich sowieso sinnvoller einsetzen." Erst bei mehreren Tausend Befürwortern sähe er sich zum Handeln veranlasst. Diese Argumente aber ziehen für Gratza nicht. Zum einen gebe es weitaus kleinere Gemeinden mit einem eigenen Kennzeichen, als das rund 35.000 Einwohner zählende Wermelskirchen.

Zum anderen wäre das Kennzeichen finanziell durchaus rentabel für die Stadt. Theoretisch ist das durchaus denkbar: Die Zulassungsstelle in Wermelskirchen müsste unabhängig gemacht werden, das Land NRW den Antrag bewilligen.

Die Gegebenheit ist vorhanden, denn die Stadt hat eine Zulassungsstelle. "Ein Vorteil wäre, dass Gebühren der Stadt zuflössen, nicht dem Kreis", erläutert Gratza. Weil viele Unternehmen ortsansässig seien, könnte das lukrativ sein. Viele Wunschkennzeichen wären dann auch wieder vorhanden.

Alex Gratza träumt bereits von einem Nummernschild. "WKN - A - 1" würde auf seinem Auto stehen, damit auch im Urlaub jeder sehen kann, wo Gratza herkommt. Doch die Stadt, der Kreis und in letzter Instanz das Kraftfahrt Bundesamt müssten die Krähenfüße von der Straße räumen, um den Weg für "WEK" oder "WKN" freizumachen. Aber nur, wenn davon auch "mehrere Tausend" Wermelskirchener träumen und die Petition an den Bürgermeister befürworten.

Internet Die Online-Petition "Ein Kennzeichen für Wermelskirchen" ist auf der Internetseite www.openpetition.de zu finden, Interessierte müssen als Suchbegriff "Kennzeichen Wermelskirchen" eingeben, dann wird die Petition angezeigt.

Quelle: RP
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