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Wermelskirchen
Ein Platz zum Spielen - von Kindern errichtet

Wermelskirchen: Ein Platz zum Spielen - von Kindern errichtet
Die Ehrenamtlichen Ole (11) und Nicolas Rieger (25) sowie Mitorganisator André Frowein verankern das neue Spielgerät. FOTO: Michael Schütz
Wermelskirchen. Neben Besuchen im Seniorenheim und Kinderprogramm ist der Bau eines Spielplatzes Großprojekt der diesjährigen Hoffnungswoche. Von Beate Wyglenda

Es ist ein ungewohntes Bild, das sich auf dem Spielplatz am Akazienweg bietet. Obwohl - Kinder und Jugendliche befinden sich durchaus am Platz. Doch statt zu rutschen, zu klettern oder zu spielen, wird hier malocht. Löcher ausheben, Steine abklopfen, Schutt einräumen, Zäune aufstellen - an Arbeit mangelt es wahrlich nicht. Es staubt, es lärmt, die Kinder schwitzen. Und trotzdem: Sie haben Spaß dabei. Denn die Kids, die auf dem Spielplatz so tatkräftig anpacken, tun diese Arbeit aus Überzeugung. Sie wollen sich engagieren, etwas für das Gemeinwohl tun, und machen deshalb bei der Hoffnungswoche mit.

Zum sechsten Mal rief die evangelische Jugendallianz, ein Zusammenschluss aller kirchlichen Jugendverbände, Kinder und Jugendliche zu der einwöchigen Aktion auf. Schwerpunkt ist der ehrenamtliche Arbeitseinsatz der Jugend für die Menschen in ihrer Gemeinde. 30 Kinder und Jugendliche packten in den vergangenen Tagen bereits mit an. Noch bis Sonntag läuft die Aktion. Mitorganisator André Frowein schätz dann die Gesamtbeteiligung auf bis zu 60 Helfer. "Wir sind aber jetzt schon mehr als zufrieden", sagt er. "Es ist schlicht begeisternd, wie viele Kinder und Jugendliche sich mit großem Engagement an der Hoffnungswoche beteiligen."

Einer von ihnen ist Lasse Siebel. Der 18-Jährige arbeitet zusammen mit acht weiteren Ehrenamtlichen schon seit dem Vormittag auf dem Spielplatz am Akazienweg. Tags davor waren sie ebenfalls da. Und am Tag darauf werden sie wiederkommen. "Der Spielplatz ist schon ein großes Projekt und die Arbeit ist auch nicht ganz leicht, aber ich hab mich bewusst entschieden, bei der Hoffnungswoche genau hier zu arbeiten", sagt der 18-Jährige. "Es ist schön, etwas Neues für Kinder schaffen zu können."

Einen Spielplatz hat es schon vorher auf dem rund 100 Quadratmeter großen Areal am Ende der Sackgasse gegeben. Doch dieser war seit langem nicht mehr bespielbar. Die Spielgeräte marode, die Wege zugewuchert, wurde der Platz aus Sicherheitsgründen gesperrt. Da sich in dem Wohngebiet wieder viele Familien mit kleinen Kindern angesiedelt haben, ging die Jugendallianz auf die Idee des Betriebshofs gleich ein, den Platz bei der Hoffnungswoche auf Vordermann zu bringen und ein neues Klettergerüst samt Rutsche und Häuschen aufzubauen. 60 Kinder könnten davon profitieren.

"Ich finde es wichtig, dass Kinder einen Platz haben, an dem sie sich treffen können", betont Lasse Siebel. "Viele Kinder sitzen den ganzen Tag vor dem Fernseher, dabei sollten sie draußen sein und spielen. Dafür engagiere ich mich", sagt der angehende Erzieher, bevor er wieder an den Schlagbohrer geht, um die scharfkantigen Steinstufen abzuschlagen. Neben ihm am Werk sind Matthias Hemmerich (25) und Niklas Hahn (12). Die beiden räumen Schutt in die Schubkarre und schaufeln überschüssige Erde weg. Schon bei früheren Aktionen haben sie geholfen. "Man tut etwas Gutes und die Arbeit macht Spaß", erklärt der Zwölfjährige knapp und schaufelt weiter. "Ich finde es gut, wenn Leute Verantwortung übernehmen, nicht nur für sich, sondern auch fürs Allgemeinwohl", so der Arbeitskollege. Entsprechend dankbar zeigten sich die Nachbarn. Manche versorgten die fleißigen Kids mit Strom, andere brachten Eis oder Getränke.

Quelle: RP
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