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Wermelskirchen
Ein Traum am Ende der Straße

Wermelskirchen: Ein Traum am Ende der Straße
Die Eigentümerin Claudia Schumann-Harder erklärt den Besuchern, wie der Umbau zur offenen Küche funktioniert hat. Die Besucher waren von der Führungen durch die umgebaute Scheune begeistert. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Am "Tag der Architektur" öffnet ein altes Fachwerkhaus seine Türen: In Kleine Ledder wurde eine Scheune zu einem neuen Wohnhaus umgebaut. Von den Besuchern gab es viele lobende Worte für die Konstruktion. Von Walter Schubert

"Wunderbar!". "Das ist ja ein Traum!". "Beeindruckend schön!": Diese Kommentare waren immer wieder von Besuchern zu hören, die gerade eine Führung durch das alte Fachwerkhaus erlebt hatten. Kleine Ledder 1 lautet die Adresse. Die Welt ist da zu Ende, ab hier gibt es nur noch Ruhe und Natur. Und es war eine gute Idee, die Zufahrt zu dieser Hofschaft am Sonntag zu sperren. Denn nicht nur Nachbarn aus dem Bereich Grunewald kamen zu Besuch, auch Besucher aus Remscheid, Solingen, Mettmann oder Neuss fanden den Weg.

In diesem Jahr waren 326 Objekte in 140 Städten von NRW ausgewählt worden, die am "Tag der Architektur" für Besucher geöffnet wurden. Ursprünglich standen in der Kleinen Ledder fünf Häuser. 1825 waren alle durch einen Brand zerstört worden. 1826 wurde ein Haus wieder aufgebaut und ab 1988 unter Denkmalschutz gestellt. "An einigen Stellen finden sich noch alte Balken mit Brandspuren", sagt Hausherr Werner Schuhmann. "Da sind Reste der abgebrannten Häuser zum Einsatz gekommen."

Zusammen mit seiner Frau Claudia Schumann-Harder und dem Architekten Michael Koppetsch aus Burscheid ist ein altes Haus zu neuem Leben erwacht. Altes und Neues wurde wunderbar kombiniert: So gibt es im gesamten Gebäude keine störenden Heizkörper. "Draußen gibt es einen unsichtbaren Gas-Erdtank, und die Räume werden mit Fußboden- oder Wandheizungen erwärmt", erklärte Architekt Koppetsch. Zusätzlich steht im Wohnraum noch ein Kaminofen.

Eine offene Küche mit Kochinsel und sichtbares Fachwerk zum angrenzenden Essbereich sind ein Motiv für jede namhafte Wohnzeitschrift. Die neuen weißen Holzfenster mit modernster Verglasung sind dem alten, ursprünglichen Stil angepasst. Eine gute Idee sind große profilierte Fußleisten, die zur unsichtbaren Kabelführung dienen und auch die Steckdosen aufnehmen. Schwere, massive Bodentüren in Küche und Flur führen in einen Gewölbekeller. "Da müssen wir noch eine Seilzugkonstruktion anbringen. Die Türen sind einfach zu schwer", sagt Claudia Schumann-Harder und freut sich schon auf einen Wein- und Kartoffelkeller.

Das Ehepaar arbeitet im Bereich Coaching und Beratung. "Da sind wir natürlich bundesweit unterwegs. Aber wenn es eben geht, holen wir die Kunden hier ins Haus", sagt Schumann-Harder. Und selbst ohne Beratung werden sich diese Kunden bereits beim ersten Besuch erholen und wohlfühlen. Kein Motorradlärm, keine Umgehungsstraße und kein Autobahnrauschen, nur Ruhe und Natur. Vor zweieinhalb Jahren stand dieses Objekt in einer Immobilienbörse. "Es gab 50 Bewerber, fünf kamen in die engere Auswahl. Wir haben das Glück gehabt", erzählt Schumann. "Wir haben uns einen Fünf-Jahres-Plan gesetzt für die Fertigstellung. Nun ist fast die Hälfte vorbei, und wir sind gut im Zeitplan."

Er gibt aber auch zu, dass sie während der Bauphase mental, körperlich und finanziell an die Grenzen geraten sind. "Ein altes Haus birgt immer Überraschungen. Und Überraschungen kosten immer Geld", sagt er. Auch die körperliche Belastung sei hoch gewesen. Das Anwesen ist noch ausbaubar. "Wanderreiten" soll angeboten werden. Gäste können dann ihre Pferde unterstellen und auch übernachten.

Die Außenanlage muss noch gestaltet werden, aus der ehemaligen Scheune lässt sich auch noch etwas machen, und innen fehlen "noch viele Kleinigkeiten". Aber schon heute ist ein absolutes bergisches Schmuckstück entstanden. www.bergisch-trails.de

Quelle: RP
 
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