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Serie 25 Jahre Katt
Ein Treffpunkt mit viel Aufenthaltsqualität

Serie 25 Jahre Katt: Ein Treffpunkt mit viel Aufenthaltsqualität
Kathrin Ludwig leitet die Stadtbücherei. Sie gehört dem Team bereits seit 1988 an, hat die gesamte Entwicklung in den Jahrzehnten miterlebt. FOTO: Singer
Wermelskirchen. Mit Eröffnung der Katt 1991 fand auch die Stadtbücherei ein neues Domizil. Leiterin Kathrin Ludwig ist stolz auf die gute Zusammenarbeit mit der Katt. Von Stephan Singer

Wermelskirchen Wer sich das gezeichnete Logo der Stadtbücherei vor Augen führt, erkennt schnell, dass hier stilisierte Bücher an dem markanten Schornstein der Kattwinkelschen Fabrik lehnen. Letztlich ist das ein Ausdruck der Verbundenheit von der Bücherei mit dem städtischen Kultur-Eigenbetrieb. Noch viel entscheidender, als dass sich die beiden Institutionen unter einem Dach befinden, ist die Tatsache, dass diese Nachbarschaft immer wieder in gelebten Kooperationen ihren Niederschlag findet.

Kathrin Ludwig (53) ist Leiterin der Stadtbücherei und damit Chefin von fünf Mitarbeitern, die sich auf drei Stellen verteilen, sowie sieben ehrenamtlichen Helfern, die regelmäßig in der Bücherei mit anpacken. 1988 kam Ludwig zur hiesigen Buchausleihe (damals noch am ehemaligen Standort an der Thomas-Mann-Straße), zuvor hatte sie für eine Bücherei in Bad Salzuflen gearbeitet. Seither hat sie gigantische Entwicklungssprünge im Bereich der Bücherei in Wermelskirchen erlebt, die sich seit der Katt-Einweihung 1991 am heutigen Standort befindet. "Das ist zeitlose Architektur. Ich habe hier einen wunderschönen Arbeitsplatz, auch wenn der im Sommer schon mal ganz schön heiß werden kann. Für mich persönlich ist es hier nie langweilig geworden", sagt Ludwig, die dem Standort in der Katt verbunden ist. "Wir sind hier sehr gut untergebracht", betont sie, ohne zu vergessen, dass es andernorts auch schöne Bücherei-Standorte gibt. Beispiele seien Burscheid, Hückeswagen, Münster oder auch Stuttgart.

"Die Bücherei kam in die Katt, weil es ums Geld ging. Damals förderte das Land NRW den Einzug von Büchereien in denkmalgeschützte Gebäude. Wir haben mit diesen großzügigen Räumen wirklich Glück gehabt", sagt Ludwig zurückblickend, wohlwissend, dass das heute so wohl nicht mehr möglich wäre: "Eine Stadtbücherei ist eine freiwillige Leistung im städtischen Haushalt. Und auch wir in Wermelskirchen waren schon mal von massiven Kürzungen bedroht. Heute ist unser erstes Ziel, den vorhandenen Standard zu erhalten."

Punktuell habe es immer wieder gemeinsame Veranstaltungen mit der Katt vor allem im Kinderbereich gegeben, etwa die Teilnahme der Bücherei am Weltkindertag. Für Kathrin Ludwig ist klar: "Unsere Kunden gehen auch in die Katt und umgekehrt!" Die Leiterin sieht durchaus einen Zusammenhang in der Konzeption von Stadtbücherei und soziokulturellem Zentrum: "Das ist für die Bürger gedacht. Deshalb dürfen wir nicht nur einfach öffnen, sondern es muss auch etwas stattfinden - das benötigt aber Personal." Ludwig nennt Aktivitäten wie das Reparaturcafé, Krabbelgruppen mit Leseförderung für die ganz Kleinen oder die Lern-Computer für geflüchtete Menschen als Beispiele, wie die Bücherei mit Aktionen belebt wird. "Trotz aller virtuellen Angebote ist die Stadtbücherei ein Treffpunkt mit Aufenthaltsqualität", betont die 53-Jährige. Das Thema Leseförderung stehe im Fokus: "Gute Lesefähigkeiten sind wichtig für den Bildungserwerb. Wir dürfen Medien nicht nur bereithalten, sondern wollen den Spaß am Lesen vermitteln." So verzeichnet die Bücherei im Bereich der Kinder- und Jugendbücher auch die meisten Ausleihen. Zudem sind vor allem Hörbücher sowie Titel aus den aktuellen Bestsellerlisten und Reiseführer gefragt.

Schmunzelnd erinnert sich die Bücherei-Leiterin an die Zeit vor 25 Jahren: "Damals begann die Umstellung von der Arbeit mit einer Schreibmaschine, einem Wähltelefon und den Kundenpersonalien im Karteikasten in die heutige Zeit." Im Jahr 1997 führte die Bücherei das EDV-basierte System mit Barcodes und Scannern ein - mittlerweile ist der Ausleihvorgang in kompletter Selbstbedienung machbar. Computer- und Internet-Technologie hätten nicht zu Verlusten, jedoch zu Veränderungen geführt, erzählt Ludwig: "Wir sind Lotsen im Info-Dschungel. So ist das Lehren der Bewertung von Quellen immer wichtiger."

Quelle: RP
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