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Hartmut Lürtzing
Ein wichtiger Treffpunkt für Senioren

Hartmut Lürtzing: Ein wichtiger Treffpunkt für Senioren
Hartmut Lürtzing vor dem Haus der Begegnung an der Schillerstraße. FOTO: Michael Schütz
Wermelskirchen. Hartmut Lürtzing verwaltet, strukturiert und organisiert mit Gundula Schröder das Geschehen im Haus der Begegnung. Dort finden täglich bis zu 100 Wermelskirchener einen Anlaufpunkt. Ein Gespräch über die Angebote, Stärken und Schwächen. Von Stephan Singer

Wermelskirchen 1974 als Altentagesstätte gegründet und bis 1993 in städtischer Trägerschaft, ist das Haus der Begegnung aktuell mehr denn je eine lebendige Einrichtung im wunderschönen Gründerzeithaus "Villa Kattwinkel" an der Schillerstraße. Statistisch bietet das Haus der Begegnung täglich 80 bis 100 Wermelskirchenern einen Anlaufpunkt.

Morgens geht es um 9 Uhr los, der Tag endet oft erst zwischen 21 und 22 Uhr, wie Hartmut Lürtzing erzählt. Gemeinsam mit Gundula Schröder verwaltet, organisiert und strukturiert Lürtzing das Geschehen in der Begegnungsstätte hauptamtlich - beide mit je einer halben Stelle. Träger und damit Arbeitgeber des Duos ist die Rheinische Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk GmbH der Diakonie.

Was macht das Haus der Begegnung derart spürbar lebendig?

Lürtzing Die Seniorinnen und Senioren, die uns besuchen, sind maßgebend und prägen das Haus.

Die Menschen kommen also nicht nur, um sich konsumorientiert "berieseln" zu lassen?

Lürtzing Nein. Viele Angebote unseres Programms basieren auf Mitbestimmung der Besucher. Die ehrenamtlich Aktiven sorgen durch Engagement, Leidenschaft und Herz für die Qualität - es sind rund 70 an der Zahl. Wir haben täglich verschiedene Angebote, die von den Besuchern selbst initiiert wurden und werden.

Was sind das für Angebote?

Lürtzing Es sind Gesundheits- und Kulturangebote, kreative Nachmittage oder auch ein Internetcafé. Darüber hinaus gibt es noch verschiedene Angebote wie zum Beispiel Gymnastik, Computerkurse oder Kino. Weitere Dauerbrenner sind Wanderungen, Mehrtagesreisen, Lesungen, Tanznachmittage, Museumsbesuche, die Nutzung des Parks für Konzerte oder der politische Frühschoppen.

Das Programm ergibt sich also durch Gespräche mit den Besuchern.

Lürtzing Das ist richtig. Die Teilhabe der Besucher ist bei uns ein entscheidender Faktor. Beispielsweise wählen wir für den politischen Frühschoppen stets Themen aus, die die Senioren gerade tatsächlich beschäftigen.

Was steckt für eine Motivation dahinter?

Lürtzing Die Senioren sind aktiv, gestalten Dinge selber. Wer heute älter ist, hat in der Regel ein emanzipiertes Leben mit Beruf hinter sich, war aktiv und will das bleiben. Die Senioren wollen sich nicht nur bilden lassen, sondern auch bilden, sie wollen gemeinsam Interessen leben und erleben. Dazu kommt sicherlich, dass die Menschen hier auch Geborgenheit suchen. Als Institution bilden wir die Brücke zur Gemeinschaft und sind letztlich wie eine große Familie.

Das Klischee vom tagein und tagaus im Sessel vor dem TV sitzenden Senior stimmt nicht mehr?

Lürtzing Früher einmal war das Alter gesellschaftlich rein auf das typische Senioren-Dasein fokussiert. Heute ist das Alter bunter durch die verschiedenen Biografien, die Menschen werden nicht nur älter, sie bleiben auch länger gesund und damit fit!

Worin besteht Ihre Aufgabe?

Lürtzing Ich will in erster Linie Anregungen zum Aktiv-Sein geben.

Nichtsdestotrotz hat das Alter zwangsläufig Schattenseiten?

Lürtzing Wir erleben es hier in der Gemeinschaft, dass plötzlich ein regelmäßiger Besucher ins Krankenhaus muss oder vielleicht ein Ehepartner stirbt. Hier helfen Gespräche, Zuhören und dass wir da sind. Wir versuchen immer, den Kontakt nicht abreißen zu lassen.

Wo liegen Schwachpunkte, was wollen Sie in Angriff nehmen?

Lürtzing Die Ehrenamtler werden immer älter. Hier ist es wichtig, zusätzlich jüngere zu finden. Außerdem möchten wir den Nachbarschaftscharakter und unser Haus als Quartier weiter entwickeln und den Dialog mit anderen Generationen und Kulturen noch verstärken. Die auf Menschen zugehende Aktivität nimmt an Bedeutung zu, da immer mehr Menschen alleine leben - da sollte meiner Meinung nach auch angesetzt werden.

Was sind die Stärken des Hauses?

Lürtzing Die Vielfalt der angenommenen Möglichkeiten. Hier kann man neue Wege gehen, das ist lebendig. Die Stadtverwaltung und unser Förderverein unterstützen uns. Senioren brauchen das Haus der Begegnung!

Quelle: RP
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