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Wermelskirchen
Ein Zuhause für schwerstkranke Kinder

Wermelskirchen: Ein Zuhause für schwerstkranke Kinder
Geschäftsführerin Kerstin Wülfing kümmert sich mit ihren Kollegen um die kranken Kinder und deren Familien. FOTO: Kinderhospiz
Wermelskirchen. Im März 2015 hat das Kinder- und Jugendhospiz Burgholz eröffnet. Mehr als 100 Kinder waren dort. Von Maxine Herder

Wenn Kerstin Wülfing in diesen Tagen auf das auslaufende Jahr zurückblickt, dann erinnert sie sich an ganz besondere Momente mit schwer kranken Kindern und ihren Familien- aber auch an Abschiede. "Wir haben alle Höhen und Tiefen mitgemacht, die man erleben kann", sagt die Geschäftsführerin der Kinderhospiz-Stiftung Bergisches Land. Knapp über 100 Kinder im Alter von 14 bis 24 Jahren sowie ihre Familien haben hier ein zweites Zuhause gefunden. Acht Kinder, die im Hospiz gelebt haben, sind hier, zu Hause oder im Krankenhaus verstorben.

Es ist ein ganz besonderer Ort, der hier geschaffen wurde. Ein Ort, an dem schwerstkranke Kinder Lebensfreude genießen können. Ein Ort, an dem ihre Eltern nur Eltern sein können. Ein Ort, der aber auch Raum für Trauer, Abschied und Schmerz bietet. Dabei, sagt Kerstin Wülfing, sei es für sie gar nicht wichtig, welche Krankheiten die Kinder haben. "Stattdessen gucken wir, was sie noch können und wie wir ihnen dabei helfen können, mit ihren eigenen Fähigkeiten schöne Erlebnisse zu haben."

Die Familien kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Burgholz: Weil sie Begleitung bis zum Tod ihres Kindes wünschen oder weil sie Entlastung vom Alltag brauchen. "Wir machen ganz viel Entlastungspflege. Viele Familien waren in diesem Jahr schon zwei oder drei Mal da." Für die Eltern geht es oftmals um ganz kleine Dinge: Darum, noch einmal Familie sein zu dürfen, im Wald zu joggen, ein Buch zu lesen, durchzuschlafen. Die Kinder, sagt sie und schmunzelt, würden bei ihnen manchmal ganz schön verwöhnt. "Wir machen viel mit ihnen. Hier gibt es für ihre Wünsche keine Grenzen, wir haben hier einfach relativ viele Möglichkeiten."

Wie wichtig das Angebot des Hospizes ist, zeigen die Anmeldezahlen: Im Durchschnitt waren sieben der insgesamt zehn Plätze seit der Eröffnung gebucht. Das Hospiz sei von den vielen Anfragen zunächst ein wenig überrannt worden. Sie freuten sich aber darüber. Das Personal wurde bereits von 35 Mitarbeitern auf 42 aufgestockt. "Wir arbeiten mit unserer ganzen Kraft daran, den Familien auch in Zukunft hier alle Möglichkeiten bieten zu können."

Dafür ist die Einrichtung dringend auf Spenden angewiesen: "Wir haben bisher sehr viel Unterstützung erfahren, für die wir sehr dankbar sind. Denn ohne diese Hilfe wird es nicht gehen", macht sie deutlich.

Quelle: RP
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