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Serie Für Die Kirche Aktiv
Eine Gemeinschaft braucht jede Hand

Serie Für Die Kirche Aktiv: Eine Gemeinschaft braucht jede Hand
Michael Weichbrodt arbeitet im Gemeindezentrum Dabringhausen. Seine Eltern haben ihm vorgelebt, zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Deshalb sei das Ehrenamt immer selbstverständlich für ihn gewesen, sagt er. FOTO: jürgen moll
Wermelskirchen. Vom Jungscharleiter zur verlässlichen Putzfee: Michael Weichbrodt hat in der Vergangenheit schon viele Aufgaben für die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde in Dabringhausen übernommen. Trotz enorm viel Arbeit macht ihm das großen Spaß. Von Theresa Demski

Freitags war Michael Weichbrodt verplant. Zehn Jahre lang galt diese Regel für Freunde und Familie. Und zuweilen brach er auch am Wochenende zu Freizeiten auf. "Aber ich will keinen dieser Freitage missen", sagt der Dabringhausener. Denn freitags war Jungenjungschar im Gemeindezentrum Dabringhausen. Jungs, die noch wenig von Gottes Liebe gehört hatten, kamen zur Jungschar ebenso wie die Gemeindemitglieder; Kinder, die in ihren Familien wenig Aufmerksamkeit bekamen, ebenso wie Jungen, die behütet aufwuchsen. "Mir war es wichtig, dass sie alle wussten: Egal, wie ihr aufwachst und egal, welche Fehler ihr macht: Gott hat euch lieb", sagt Weichbrodt. Und manchmal, wenn er heute die Jungs von damals trifft, dann kommen die Männer ins Gespräch - über Gott und die Welt. "Dann weiß ich, dass sich jeder Freitag gelohnt hat", sagt Michael Weichbrodt.

Es war eine der ersten Aufgaben, die er damals in der frisch gegründeten Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Dabringhausen übernahm. Die Gruppe hatte sich von der Freien Gemeinde in Dhünn abgespalten und baute etwas Neues auf. "Und wenn du in einer Gemeinschaft etwas machen willst, wird jede Hand gebraucht", sagt Weichbrodt. Seine Eltern hätten ihm vorgelebt, zu helfen, wo Hilfe gebraucht werde. Deswegen sei das Ehrenamt immer selbstverständlich für ihn gewesen. Ein bisschen Überredungskunst war damals trotzdem nötig, als die Gemeinde für die Jungenjungschar eigentlich nur auf der Suche nach einem Fahrer war. Michael Weichbrodt sagte zu. Das galt auch für den Jugendchor und später für den Männerchor. Inzwischen ist der 46-Jährige aus der Arbeit in der Jungenjungschar rausgewachsen, sein Engagement für die Gemeinde hat sich verlagert. "Ich bin Handwerker", sagt er, "ist doch klar, dass ich mich einbringe." Und damit meint er nicht nur das heutige Gemeindehaus, das die Gründer damals umbauten, sondern auch den Kinderbereich im Nachbargebäude. Manchmal seien die Ehrenämter stressig, manchmal auch frustrierend, gewesen, räumt er ein. "Aber die schönen Stunden, in denen die Arbeit Spaß macht, überwiegen deutlich", ergänzt er.

Und deshalb stellt Weichbrodt sein Engagement auch 25 Jahre nach der Gemeindegründung nicht in Frage: Während einer Gemeindeversammlung diskutierten die Mitglieder über die Sauberkeit im Gemeindehaus. Wer würde künftig für die Reinigung sorgen? Sollte eine Putzkraft angestellt werden? "Das kann ja wohl nicht sein", befand damals Michael Weichbrodt und meldete sich mit einigen anderen Männern freiwillig. "Da brichst du dir doch keinen Zacken aus der Krone", sagt er.

Ganz im Gegenteil. Die vier Männer des Putztrupps sind ein eingespieltes und fröhliches Team. "Die Gemeinde dankt es uns, indem sie nicht so genau hinsieht", sagt er und lacht.

Den Spaß an seiner Arbeit hat er nie verloren - ob in der Jungschar, beim Bauen oder beim Putzen. "Am Ende", sagt er, "habe ich das alles ja auch für Gott gemacht."

Quelle: RP
 
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