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Wermelskirchen
Eine Haltestelle ohne Buslinienverkehr

Wermelskirchen: Eine Haltestelle ohne Buslinienverkehr
Können Sie darauf etwas erkennen? Die Haltestelle in Osminghausen ist aber noch aktuell - auch wenn nur für den Taxibus. FOTO: Teifel
Wermelskirchen. Osminghausener wundern sich und sprechen schon von der Haltestelle in Richtung Nirgendwo. Doch die Linie 262 wird immer noch im Verkehrsfahrplan geführt - und zwar als Taxibus. Von Udo Teifel

Die Haltestelle an der Kreisstraße 14 ist nicht zu übersehen. Man muss zweimal hinschauen, bis auf dem offiziellen Haltestellenhinweis die Zahl 262 entdeckt wird. Die gut erhaltene Unterstellmöglichkeit, einst privat von Mark Jäger gesponsert und aufgestellt, suggeriert dem Wanderer, dass dort eigentlich ein Bus halten müsste. Doch dann der Schreck: Die Fahrpläne sind aus dem Jahr 2009, die Jahreszeiten haben ihre Spuren hinterlassen. "Immer mal wieder sehe ich dort Wanderer, die auf einen Bus hoffen. Aber die sind dann verlassen", sagt Klaus Klophaus.

Der Osminghausener beobachtet seit Jahrzehnten das Geschehen. "Das ist doch eine Haltestelle in Richtung Nirgendwo", sagt er. Die soll noch zu Zeiten von Stadtdirektor Siegfried Störtte eingerichtet worden sein, damit die Wermelskirchener auch die Freibäder in Dhünn und Dabringhausen besuchen können. Rolf Felder, ebenfalls ein Bewohner von Osminghausen, hat's aufgezeichnet. "Wir haben die Buslinie am 29. Mai 1999 eingeweiht. Zur Eröffnung sind alle mitgefahren." Dann aber wohl selten bis kaum noch, meint er schmunzelnd.

Das bestätigt Reiner Braches, stellvertretender Niederlassungsleiter der Regionalverkehr Köln GmbH. "Diese Buslinie ist nie über ein Versuchsstadium hinausgekommen. Nach wenigen Jahren wurde der Linienverkehr eingestellt."

Ziel des Verkehrsunternehmens war der Betrieb der großen Acht: Dabringhausen und Dhünn sollten mit Wermelskirchen verbunden werden. Mit der Linie 262 wurden die drei Ziele angefahren.

Klaus Klophaus könnte sich vorstellen, dass einmal in den politischen Gremien darüber nachgedacht werden könnte, diese Strecke wieder aufleben zu lassen. "Im Arbeitskreis Gemeinwesenarbeit wird über ein Verkehrskonzept nachgedacht, wie Hofschaften angeschlossen werden könnten." Für Ältere sei oft der Weg zu weit zu Haltestellen. "Und ich weiß, dass zum Beispiel viele aus Osminghausen in Dabringhausen zum Einkaufen fahren." Sie würden Wermelskirchen meiden, weil es dort keine Parkplätze gebe.

Was Klophaus nicht weiß: Die Linie 262 existiert immer noch. Zwar nicht als Buslinie, sondern als Taxibus. Braches: "Die Linienführung geht von Dhünn-Dorfmitte über Strandbad, Osminghausen, Sonne, Stumpf bis Dabringhausen." Und zwar täglich von 9.05 stündlich bis 19.05 Uhr. "Der Taxibus muss eine halbe Stunde vor dem Abfahrttermin unter der Service-Nummer 0180 6131313 angerufen werden." Doch auch dieses Angebot scheint wenig genutzt zu werden: "Es fährt mal ein Dhünner zum Arzt nach Dabringhausen. Aber das ist schon selten. Der Taxibus wird eben nicht angenommen."

Reier Braches wird nun einen Mitarbeiter beauftragen, in den nächsten Tagen einen aktuellen Fahrplan aufzuhängen. Vielleicht fahren ja dann mal wieder Bürger mit dem Taxibus.

Quelle: RP
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