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Wermelskirchen
Eine private Haftpflichtversicherung ist ein Muss

Wermelskirchen. Die Fahrradsaison hat begonnen. Versicherungsexperte Lothar Weber rät gerade jetzt zum Versicherungsabschluss.

Frühlingshafte Temperaturen mit reichlich Sonnenschein locken viele nach draußen, um wandernd oder mit dem Fahrrad die Region zu erkunden. Doch das hat auch Schattenseiten: "Gerade zum Frühlingsbeginn häufen sich Unfälle auf dem Fahrrad", sagt der Wermelskirchener Lothar Weber, Sprecher des Bezirks Bergisch-Land im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Einige davon seien schwer - und damit ein Fall für die Unfallversicherung.

"Passiert ein Unfall, übernimmt die Versicherung alle Kosten, die durch die dauerhaften körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen entstehen", berichtet er.

Ein selbst verursachter Schaden, der andere zu Invaliden macht, könne in die Millionen gehen. "Deshalb ist es ratsam, eine private Haftpflichtversicherung zu haben, bevor man sich zu ausgedehnten Fahrradtouren locken lässt", sagt Weber. Eine Haftpflichtversicherung kostet meist einen geringen zweistelligen Betrag pro Jahr, kommt gleichzeitig aber für zahlreiche Schäden auf, die man anderen unabsichtlich oder fahrlässig zufügt. Da die Haftpflicht eine Familienversicherung ist, kann sie auch Schäden abdecken, die minderjährige Kinder verursachen. Kinder unter sieben Jahren können nicht für Schäden haftbar gemacht werden, ihre Eltern nur dann, wenn sie die Aufsichtspflicht vernachlässigt haben.

Einige Haftpflichtversicherer bieten eine sogenannte "Kinderkulanzklausel" an, die auch Schäden von Kindern unter sieben Jahren abdeckt. Der Haftungsschutz von Familienangehörigen geht bei privaten Haftpflichtversicherungen aber noch weiter: Auch wenn der Nachwuchs noch in der Ausbildung ist, deckt diese Versicherung Schäden ab. Weber: "Eine private Haftpflichtversicherung sollte daher in keinem Haushalt fehlen."

Viele Radfahrer versichern nicht nur sich, sondern auch ihr Fahrrad gegen Diebstahl. Zu Recht, wie die Erfahrung laut Weber zeigt. "Denn mehr als sechsmal so viele Fahrräder wie Autos verschwinden. Jährlich werden bis zu einer halben Million Drahtesel in Deutschland gestohlen." Bei hochwertigen Rädern lohnt sich, die Hausratversicherung gegebenenfalls an die höheren Entschädigungsgrenzen anzupassen. Moderne Vertragsvarianten bieten auch Schutz, wenn das Fahrrad im gemeinschaftlichen Fahrradkeller abgeschlossen ist. Vorteil: Die Räder sind dann in der Hausratversicherung zum Neuwert versichert.

Bei neuen E-Bikes oder "Pedelecs", die mit einem elektrischen Hilfsmotor betrieben werden, sollte man sich vergewissern, dass der Diebstahlschutz in der Hausratversicherung eingeschlossen ist und die Haftpflichtversicherung für Schäden aufkommt. "Oft ist der Versicherungsschutz auf Fahrräder und 'nicht selbstfahrende Fahrzeuge' beschränkt", sagt Weber. Wer unsicher ist, sollte sich an einen Versicherungskaufmann wenden.

(BM)
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