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Wermelskirchen
Eine Torte für den neuen Bürgermeister

Wermelskirchen: Eine Torte für den neuen Bürgermeister
Mit dieser Torte überraschte Christina Scherkenbeck den neuen Bürgermeister während der Siegerfeier in der Gaststätte "Altes Brauhaus". FOTO: Scherkenbeck
Wermelskirchen. Die Amtszeit von Rainer Bleek beginnt offiziell am 21. Oktober. Die Nacht zu gestern war für den Sozialdemokraten "erwartungsgemäß kurz": Mit Genossen und politischen Wegbegleitern wurde der Wahlsieg ausgiebig gefeiert. Von Udo Teifel

Rainer Bleeks Stimme kratzt gestern Morgen ein wenig. Die Nacht nach dem historischen Wahlsieg war kurz. "Ich habe mit politischen Freunden und Wegbegleitern natürlich in verschiedenen Gaststätten gefeiert", sagt er. Höhepunkt dort war, ohne Frage, eine Torte mit dem Wahl-Slogan des neuen Bürgermeisters. Die versüßte den Abend - und hat selbstverständlich allen gemundet. Gestern musste er sich noch ein wenig erholen, heute ist er wieder im Büro in Bergisch Gladbach und wird mit seinem Arbeitgeber, der IKK classic, die Übergabe seiner Fachbereichsleitung besprechen.

Bleeks Amtszeit beginnt offiziell am 21. Oktober. Einen Termin mit dem noch amtierenden Bürgermeister Eric Weik zur Übergabe seiner Amtsgeschäfte gibt es noch nicht. "Das kriegen wir aber hin", ist Bleek zuversichtlich. Gefreut hat sich der neue Bürgermeister besonders über die vielen Glückwünsche - persönlich, via Facebook oder per SMS. "Das war schon überwältigend."

Ehrenbürger Heinz Voetmann gehörte am Wahlabend zu den ersten Gratulanten. Darüber freute sich Rainer Bleek. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)

Ihm sei schon bewusst, was auf ihn zukomme, betont er gestern noch einmal. "Ich gehe nicht blauäugig so eine Aufgabe an. Ich weiß schon, worauf ich mich da einlasse." Das Votum für ihn mache ihn zuversichtlich, auch ein großer Teil der Verwaltung stehe hinter ihm. "Da ist ein motiviertes Team. Damit kann man gut in die nächste Runde gehen."

Aber wie "lernt" man das Bürgermeister-Sein? Bleek lacht: "Das kann man nicht lernen." Die Qualifikation müsse man sich im Berufsleben aneignen sowie in der kommunalpolitischen Arbeit. Dazu gehöre Führungsqualität. "80 Prozent, hat mir ein erfahrener Bürgermeister in den vergangenen Tagen noch erklärt, sei Verwaltungstätigkeit, 20 Prozent kommunalpolitische Tätigkeit." Beides könne er vorweisen: Er hat seit Jahren ein Kreistagsmandat, ist Ratsmitglied und ist seit zwölf Jahren Parteivorsitzender in Wermelskirchen. Diese politischen Ehrenämter wird er zurückgeben. "Wir haben am 13. Oktober Mitgliederversammlung. Da wird ein neuer Parteivorsitzender gewählt."

"Ist das wirklich rot?" Bernhard Schulte (r., SPD), konnte nicht glauben, dass Horst Walter Schenk (l., FDP) einen roten Pullover trug. Rainer Bleek schmunzelte. FOTO: Jürgen Moll

Kurz hingegen ist der Abend für Stefan Leßenich und seine politischen Freunde gewesen. "Wir waren bis 21 Uhr in der Katt. Es gab eine kurze Nachlese. In die Analyse der Wahl wird aber der Parteivorstand in dieser Woche eintreten", erzählt der CDU-Bewerber. Ihm gehe es gut, aber er sei natürlich über die Niederlage enttäuscht. "Wir alle sind enttäuscht." Wenn sich die Gemüter dann beruhigt hätten, wolle man über das Ergebnis im Vorstand diskutieren. Leßenich, im Hauptberuf Mitarbeiter der Stadtsparkasse Wermelskirchen, hatte gestern ebenfalls einen freien Tag. Abends sitzt er als Ratsmitglied schon wieder im Stadtrat, leitet das Gremium als stellvertretender Bürgermeister auch bei einem Tagesordnungspunkt. Zur Schuldfrage für die Niederlage will er sich nicht einlassen. "Christian Klickis Stuhl als Parteivorsitzender wackelt sicherlich nicht", sagt er. Klicki sei trotz seines jungen Alters "das Beste für die Partei": Der 23-Jährige habe die CDU nach Jahren des Streits wieder zusammengeführt.

Trotz der Niederlage nimmt Leßenich einiges aus dem Wahlkampf mit: "Ich habe mich in dieser Zeit weiterentwickelt", bekennt er offen. Er habe viele Gespräche geführt, fachlich viel Neues kennengelernt oder sich in Fachgebiete intensiv eingearbeitet - sei es zum Beispiel der Bereich Forst oder Inklusion. "Und: Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt. Das möchte ich nicht missen."

Beide, Bleek wie Leßenich, werden die nächsten Wochen nutzen, um abzuschalten. "Ich fahre auf jeden Fall noch eine Woche nach Andalusien, bevor ich am 21. Oktober mein Amt antrete", sagt Bleek.

Auch Stefan Leßenich macht mit seiner Familie erst einmal eine Woche Urlaub. "Das haben meine Frau und meine beiden Kinder verdient. Sie haben auf vieles verzichten müssen", sagt er.

Quelle: RP
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