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Wermelskirchen
Einser-Azubi von Technik elektrisiert

Wermelskirchen: Einser-Azubi von Technik elektrisiert
Auch das lernte Nicklas Meinerzhagen in seiner Ausbildung: die Vorbereitung des Innenlebens eines Schaltschranks, bevor dieser seinen endgültigen Platz an seinem Bestimmungsort findet. FOTO: Stephan Singer
Wermelskirchen. Nicklas Meinerzhagen gehört zu den elf Gesellen, die ihre Ausbildung mit herausragendem Ergebnis abgeschlossen haben. Für ihn sind erneuerbare Energie und Naturschutz sowohl beruflich als auch privat ein Steckenpferd. Von Stephan Singer

Naturschutz und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien nennt Nicklas Meinerzhagen als Faktoren, die ihn nicht nur im Berufsleben antreiben, sondern auch privat beschäftigen. Der 19-jährige Dabringhausener gehört zu den elf Gesellen, die als Prüfungsbeste ihre Ausbildung bei der Elektroinnung Bergisches Land abgeschlossen haben. Der "frischgebackene" Elektroniker, Energie- und Gebäudetechniker drückt jetzt wieder die Schulbank: In zwölf Monaten will er sein Fachabitur für Elektrotechnik in der Tasche haben.

Nicklas Meinerzhagen, der privat passionierter Taucher ist und Pferde als seine Leidenschaft bezeichnet, sieht die Zukunft erfreulich rosig: "Der Beruf ist zukunftsorientiert und krisensicher, weil Strom die treibende Kraft der Zukunft ist." Für ihn ist klar, dass er auch weiterhin auf Fortbildung setzen will: "Nach meinem Fachabitur möchte ich ein Studium im Bereich der erneuerbaren Energien aufnehmen. Sollte mir das nicht liegen, gehe ich ins Handwerk und mache meinen Meister."

Die Wahrscheinlichkeit, dass es mit dem Studium nicht klappt, ist eher gering. "Naturwissenschaften und Mathematik waren schon in der Schule meine Lieblingsfächer", sagt er. In seiner Berufsausbildung habe er nicht wirklich "kräftig büffeln" müssen, ihm sei "alles zugeflogen": "Ich bin neugierig und wissbegierig. Mit Desinteresse funktioniert es nicht." Zu seinem ehemaligen Chef, Heinz-Hermann Gelbach, vom Elektromeisterbetrieb W. Thomas und H.-H. Gelbach in Dabringhausen, hat Meinerzhagen nach wie vor ein gutes Verhältnis.

Gelbach lobt seinen ehemaligen Schützling: "Er hat eine positive Einstellung zum Beruf." Dass Nicklas Meinerzhagen nicht nach seiner Ausbildung im Betrieb geblieben ist, sieht Heinz-Hermann Gelbach mit einem "lachenden und einem weinenden Auge": "Junge Leute auszubilden und in den Beruf zu führen, ist Leitbild unseres Hauses. Natürlich ist es schade, wenn jemand nach der Ausbildung weggeht. Andererseits kann es uns nur recht sein, wenn junge Leute alles dafür geben, in unserem Beruf noch umfangreicher Fuß zu fassen."

Im Unternehmen Thomas und Gelbach sind 36 Mitarbeiter sowie vier Auszubildende beschäftigt. Seine eigentlich dreieinhalbjährige Ausbildung konnte Nicklas Meinerzhagen um sechs Monate verkürzen: "Ich hatte nicht von Anfang an das Ziel, einer der Jahrgangsbesten zu werden. Ich wollte jedoch schon gut abschließen, denn wenn ich etwas mache, dann richtig und ordentlich", sagt er.

Gerade in der Weiterentwicklung von Material und Geräten sieht Nicklas Meinerzhagen einen Schlüssel für die Zukunft. "Wir müssen erneuerbare Energien stärken, nicht Braunkohle- oder Atomkraftwerke. Dazu braucht es Forschung, die immer bessere Betriebsmittel entwickelt, die besser leiten und weniger verbrauchen."

Als spannend empfinde er ebenso die vernetzte Gebäudetechnik (Fachsprache: KNX), bei der beispielsweise das Smartphone in der Jackentasche beim Betreten des Hauses automatisch dafür sorgt, dass die Rollladen, die Musikanlage oder die Heizung betätigt werden. Auch wenn diese Technik zurzeit noch sehr hochpreisig und dementsprechend noch kein Massenphänomen sei, schreite die Automatisierung voran. "Dabei sind keine Grenzen gesetzt. Die Steckdose allein ist es längst nicht mehr", sagt Meinerzhagen.

Quelle: RP
 
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