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Wermelskirchen
Einzelhändler sehen das Durchfahrtsverbot skeptisch

Wermelskirchen. Der Durchgangsverkehr durch die Telegrafenstraße soll gestoppt oder zumindest deutlich reduziert werden. Das ist das Ziel der aktuellen Baumaßnahmen der Stadtverwaltung.

Einige Verkehrsinseln am Brückenweg wurden bereits entfernt, die Einmündung von der Telegrafenstraße in den Brückenweg verbreitert. In diesem Bereich ist in der Mitte der Fahrbahn eine Asphalterhebung entstanden, die optisch und spürbar zum Abbiegen anleiten soll.

Durch diese Maßnahme sollen die Autofahrer angehalten werden, über den Brückenweg zu fahren. Richtig sauer über diese Maßnahmen direkt vor seinem Geschäft war Stefan Tillmanns. "Ich habe überhaupt keine Information erhalten. Der Bürgersteig war von beiden Seiten aus gesperrt, alles stand voll mit Steinen und Maschinen. Wie sollten die Kunden zu mir kommen?" Der Bauleiter zeigte sich auch wenig einsichtig. "Herr Kotthaus vom Tiefbauamt hat aber schnell reagiert und geholfen", sagt Tillmanns. "Der große Straßenumbau ging doch auch ohne Probleme. Hier ist es richtig schief gegangen".

Wie fast alle befragten Händler bezweifelt auch Tillmanns, dass der Umbau etwas bringen wird. "Wir hatten doch schon mal einen richtigen Bordstein am Anfang der Telegrafenstraße", erinnert sich Beate Koch von der Goldschmiede. "Das hat auch keinen gestört - alle sind geradeaus gefahren". Klaus-Martin Hake wünscht sich schon lange eine "richtige Bewirtschaftung" aller Parkplätze im Innenstadtbereich. "Mit Parkgebühren und Brötchentaste für Kurzparker", schlägt er vor.

Für alle Autofahrer, die trotz des Durchfahrtsverbots künftig immer noch in die Telegrafenstraße fahren, soll es unbequem und umständlich werden. In Höhe der Stadtsparkasse wird der Verkehr nach rechts über die Straße "An der Feuerwache" Richtung Brückenweg abgeleitet. Dort dann nach rechts oder links abzubiegen, könnte mit Wartezeiten verbunden sein, befürchtet Stefan Rojewski. "Es könnte einen Rückstau bis zur Telegrafenstraße geben", sagt der Sprecher der Einzelhändler. Rojewski, der mit zwei Geschäften (Male/Female) an der Straße direkt betroffen ist, bezweifelt, dass ein Stau die Attraktivität der Stadt steigert.

Auch mit Blick auf die Parkplätze vor der Sparkasse kann sich derzeit kein Händler vorstellen, wie das funktionieren soll. "Geradeaus in Richtung Eich dürfen sie nicht. Also müssen sie ein paar Meter gegen die Fahrtrichtung fahren, um dann in Richtung Brückenweg abzubiegen", sagt Rojewski. "Wir müssen es abwarten. Es ist ein weiterer Versuch - vielleicht klappt's ja."

(wsb)
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