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Wermelskirchen
Eltern starten Kampagne zum Erhalt der Realschule

Wermelskirchen. 2500 Unterschriften werden für ein Bürgerbegehren gesammelt. Über 1000 Bürger haben schon unterschrieben. Von Udo Teifel

Eltern von Realschülern haben den 50. Geburtstag der Realschule zum Anlass genommen, eine Unterschriftenaktion zum Erhalt der Schulform zu starten. Ziel sind 2500 Unterschriften, die für ein Bürgerbegehren benötigt werden. Damit soll der Rat veranlasst werden, eine "nochmalige, aber diesmal breitere Elternbefragung der Zweit- bis Viertklässler" aller Grundschulen zur Wiederaufnahme des Schulbetriebes der Realschule durchzuführen. Die Initiative geht von der Schulpflegschaft der Realschule aus. Deren Vorsitzende Petra Sorge-Booms sagt: "Wir glauben, dass verantwortungsvolle Politik sich insbesondere dadurch auszeichnet, dass Entscheidungen immer wieder hinterfragt und auch korrigiert werden dürfen." Die Pflegschaft habe im April ermutigend zur Kenntnis genommen, dass es in Hagen-Haspe einer Realschule gelungen sei, den Schulbetrieb nach einer ebenfalls zweijährigen Auslaufphase wieder aufzunehmen.

Sorge-Booms weiter: "Wir haben beim Stadtfest viele Gespräch geführt. Eltern, die ihre Kinder auf der Sekundarschule oder dem Gymnasium anmelden mussten, haben festgestellt, dass ihre Kinder unter- oder überfordert waren." Man sei nicht gegen eine Sekundarschule. "Wir glauben, dass diese Schulform mit einer kleinen zweigliedrigen Realschule ihre Existenzberechtigung hat. Wermelskirchen benötigt definitiv eine weitere zweigliedrige Schule, die auch ausgelastet wird."Das für 5,7 Mio. Euro gebaute Schuldorf reiche für einen zweigliedrigen Schulbetrieb.

Derzeit führt die Schulpflegschaft Gespräche mit Fraktionen und dem Bürgermeister. "Die Resonanz ist sehr unterschiedlich, aber wir wollen und müssen es versuchen, vor allem der Zuspruch aus der Bevölkerung für die Aktion ist sehr positiv", sagt Sorge-Booms.

Die SPD-Fraktion hat bereits auf die Unterschriftenaktion reagiert. "Wir lehnen das Ansinnen, den Fortbestand der Realschule vor Ort wieder auf die schulpolitische Agenda zu setzen, entschieden ab", äußert sich jetzt Fraktionsvorsitzender Jochen Bilstein in einer Presseerklärung und lehnt ein Gespräch mit der Schulpflegschaft zu diesem Thema ab. Es gebe keinen Grund, an den Beschlüssen zur "sinnvollen und notwendigen Veränderung der Schulstruktur" zu rütteln.

Ein Weiterbestand der Realschule würde das Konzept eines engen Verbundes von Sekundarschule, Gymnasium und Berufskolleg beschädigen, mit dem "die Schullaufbahnen der Kinder so lange wie möglich offen gehalten werden können", schreibt Bilstein. "Von den finanziellen Auswirkungen einer Änderung der bestehenden Schulstruktur will ich gar nicht erst reden." Er halte es für "extrem schädlich", dass Veränderungen nie genügend Zeit gelassen werde, um sich zu entwickeln und zu bewähren.

Quelle: RP
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