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Wermelskirchen
Elvis und die Blues Brothers im Film-Eck

Wermelskirchen. Die Double-Show kam bei den Besuchern gut an, auch wenn nicht alles perfekt war an diesem Abend. Von Bernd Geisler

Elvis Presley und die Blues Brothers (John Belushi, Dan Aykroyd) genießen Kultstatus. Presley starb 1977, Belushi 1982, Aykroyd lebt noch. In "The Phil Dexter's Elvis Double Show and the Original Blues Brothers Double Show" am Donnerstagabend standen sie wieder alle auf der Bühne. Der Kulturverein hat offensichtlich den richtigen kulturellen Daumen, um das in vielen Facetten schillernde Pflänzchen "Kultur" in Wermelskirchen zum Blühen zu bringen.

Das vorherige Mal mit "Kassandra" war nicht eben leichte, aber dafür umso intensivere intellektuelle Kost, jetzt mit dieser Doppelgänger-Show gab's mehr flüchtige Aromen, aber dafür inklusive Bewegungsmotivation. Natürlich: Wer etwa eine Elvis-Glitzer-Glamour-Show erwartet hatte mit Liveband, Schnickschnack und Bombensound wie in Las Vegas, den konnte das nostalgisch-liebevolle Ambiente des Kinos und der in kurzen Momenten sogar einsame Elvis (Phil Dexter) auf der vergleichsweise winzigen Bühne mit Begleitmusik aus der Konserve enttäuschen.

Aber vielleicht kam dieses Elvis-Imitat dem späten Original (unbewusst?) sehr nahe: schwitzend und schweratmig nach jedem Song und im grell-weißen Show-Anzug mit herausragender Plauze. Die Stimme passte, Sonnenbrille und Figur auch. "CC Rider", "Blue Suede Shoes", "Teddy Bear" brachten alte Erinnerungen hoch im ausverkauften Kino, "Hound Dog" sowie "Jail House Rock" die Leute zum mitschwingenden Klatschen. Durchaus witzige Moderation und besonders "It's Now or Never" in einer kölschen Version amüsierten köstlich.

Nach der Pause erwarteten die Leute - durchweg im Alter der Protagonisten - den Elan der Blues Brothers aus dem gleichnamigen Film. Die Anfangssequenz auf der Videoleinwand ließ hoffen. Es wäre eine gute Idee gewesen, diesen Anfang mit einem Soundtrack-Song unterbrechungsfrei auf der Bühne fortzusetzen. Leider geschah das nicht. Nach einer kurzen Tonpause übten Elwood Blues (Mike Latch) und Jake Blues (Phil Gates) mit dem Publikum das "hadi hadi hadi ho" aus "Minnie The Moocher" ein. Das klappte mit ein paar Versuchen - dann war das Eis gebrochen.

Die Leute klatschen beim folgenden "Everybody Needs Somebody To Love" sofort mit. Die Besucher auf den "Stehplätzen" hinten an der Kinobar hatten es naturgemäß einfacher, bewegungsmäßig in die Gänge zu kommen. Alle gängigen Songs wie "Soul Man", "Sweet Home Chicago", "Flip, Flop & Fly" und "She Caught The Katy" gingen gestenreich und mit viel Bewegung über die Bühne. Am Ende gab's ein Medley aus drei Hits, leider war nichts vom originalen Soundtrack dabei. "Satisfaction" ließ die Stones vermissen.

Quelle: RP
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