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Wermelskirchen
EM-Sammelbilder bei Kindern beliebt

Wermelskirchen: EM-Sammelbilder bei Kindern beliebt
Wermelskirchen. An den Wermelskirchener Grundschulen gibt es keine einheitliche Regelung, was das Sammeln und Tauschen der Fußball-Bilder angeht. Einige Schulen verbieten es generell, andere erlauben es in den Pausen oder am Nachmittag. Von Stephan Singer

Es ist ein Hobby für Jung und Alt, das immer beliebter wird: Zur Fußball-Europameisterschaft werden wieder reichlich Bilder der Spieler und Trainer gesammelt und getauscht. Landesweit machen aktuell mehrere Grundschulen, etwa in in Düsseldorf oder Solingen von sich reden, die die Sammelbilder an der Schule anlässlich der Fußball-EM verboten haben. Die Wermelskirchener Grundschulen sehen hingegen keinen akuten Handlungsbedarf, obwohl nicht an allen Schulen identische Regelungen herrschen. Eigentlich haben die Sammelbilder im Unterricht nichts verloren. Unsere Redaktion hat bei den Schulen nachgefragt.

"Ich kann nachvollziehen, dass andere Schulen dieses Sammel- und Tausch-Phänomen generell verbieten. Wir haben uns dazu auch Gedanken gemacht und deshalb vor einiger Zeit einen Brief an die Eltern geschrieben", sagt Friederike Kelzenberg-Gerloff, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Dabringhausen-Dhünn. "Unsere Aufforderung darin war und ist, dass die Eltern mögliche Streitigkeiten im Privaten untereinander klären. Bislang sind bei uns keine Schwierigkeiten aufgetreten. Somit dürfen die Kinder in den Pausen oder auch in ihrer Freizeit nachmittags während der offenen Ganztagsschule tauschen", berichtet die Schulleiterin. Sie sieht darin sogar einen Lerneffekt: "Das Sortieren und Sammeln ist ein positiver Aspekt des Ganzen."

Fußballkunst zum einkleben und sammeln FOTO: Tschuttiheftli

Ähnlich geht die Waldschule mit der Sammelleidenschaft der Kinder um. "Vor oder nach dem Unterricht, in den Pausen und in der Freizeit der Ganztagsschule dürfen sich die Schüler bei uns mit den Sammelbildern beschäftigen", sagt Leiterin Dagmar Strehlow-Toussaint, der ein generelles Verbot zu brachial wäre. Man mache den Kindern klar, dass das Tauschen in eigener Verantwortung liege und die Schule keine Haftung übernehme. "Das ist bei uns so gängige Praxis, die lange schon funktioniert. Gibt es keinen Ärger, brauchen wir das auch nicht zu überdenken. Den Kindern ist das wichtig, und bei einem Verbot würden sie es heimlich machen", ist sich Strehlow-Toussaint sicher.

Und auch an der Katholischen Grundschule St. Michael sind die Sammelbilder und -hefte nicht gänzlich aus dem Alltag verbannt. "Das macht uns überhaupt keine Probleme, ist wenig dramatisch. Wir hatten mal vor einigen Jahren eine Welle, als wir dachten, dass wir handeln müssen - das ebbte aber sehr schnell wieder ab. Vielleicht liegt es daran, dass wir eine kleine Schule sind und Schwierigkeiten sehr schnell mit warmen Worten in den Griff bekommen", sagt Edith Sültemeyer, stellvertretende Schulleiterin (kommissarisch).

Anders sieht es an der Schwanenschule sowie in Tente und Hünger aus, wo klare Verbote für Sammelbilder herrschen. "Bei uns dürfen grundsätzlich keine Spielsachen mitgebracht werden. Dieser Beschluss ist älter, wurde vor zwei oder drei Jahren nochmals erneuert. Eltern von neuen Schülern werden darüber informiert. Wir wollen Streitigkeiten verhindern, uns geht es um den Schulfrieden", betont die Leiterin der Schwanenschule, Katrin Wagner.

Das Verbot an der Grundschule Am Haiderbach (Tente und Hünger) erklät Schulleiterin Marion Klein: "Diese Tausch- und Sammelbilder sind an unserer Schule schon lange verboten, bestimmt seit sechs, sieben Jahren. Auslöser waren damals die Wrestling-Chips. Die Kinder haben sich in den Pausen nur noch auf die Bildchen konzentriert und nicht mehr gespielt", sagt sie und fügt an: "Wir wollen mit dem Verbot auch dem mit den Bildern verbundenen Kommerz entgegenwirken. Anfangs gab es nach dem Verbot von wenigen Eltern etwas Protest - jetzt hat sich das eingespielt", betont die Schulleiterin.

Quelle: RP
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