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Wermelskirchen
Erhabenes Konzert im Gemeindezentrum

Wermelskirchen: Erhabenes Konzert im Gemeindezentrum
Der Chor "Reharmonie" bei seinem Auftritt am Sonntag im Stephanus-Gemeindezentrum. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Viele Gäste hatte der MGV Niederwermelskirchen zum traditionellen Weihnachtskonzert eingeladen. Von Bernd Geisler

Nanu? Bäckersmänner mit windschief sitzenden weißen Bäckersmützen im Stephanus-Gemeindezentrum? Tatsächlich. Sie singen das Lied von der Weihnachtsbäckerei - ein Riesenspaß für den kleinen Chor der "Bergischen Fuhrmänner". Und natürlich auch für das aufmerksame Publikum. Der Chor unter der Leitung von Peter Rinne weiß deswegen auch, was er seinem treuen Publikum schuldig ist.

Es ist bereits zur Tradition des MGV Niederwermelskirchen geworden, dass bei seinem Weihnachtskonzert in Hilgen-Neuenhaus das Gemeindezentrum aus allen Nähten platzt. Die Organisatoren lassen sich stets etwas Neues einfallen. Dabei kommt auch der Humor im Konzert nicht zu kurz.

Die Mischung macht's. Sehr, sehr stimmungsvolle Lieder, die ins Gemüt gehen und passend zur Jahreszeit das Herz treffen, wechseln sich ab mit Beiträgen, die gute Laune verbreiten. Bereits das erste Lied des großen Männerchores lässt aufhorchen: "Herr, schütze uns". Die mit tiefer Inbrunst gesungene Melodie, geprägt von einer beinahe beispiellosen gleitenden Dynamik in Lautstärke und Ausdruck, setzt den Maßstab.

Die Zuhörer wissen von Anfang an, dass sie ein erhebendes Konzert erwartet. Allein dem Dirigenten Peter Rinne "bei der Arbeit" zuzusehen, ist die reinste Freude. Er hat seinen Chor fest im Griff wie kein anderer. Die Männer folgen seinem Beispiel, seinem Taktgefühl und seinem Dirigat bis zum letzten Punkt hinter der Viertelnote. Heraus kommt stets ein eindrucksvolles Ergebnis, dem sich alle im Publikum nicht entziehen können.

Damit die Stimmung aber nicht ins feierliche Schnulzige abdriftet, geben die Bergischen Fuhrmänner mit Peter Rinne ihre Fröhlichkeit zum Besten. Sie wirkt ansteckend. Diesmal führt die Sängerin und Leiterin des Chores "Reharmonie" für Menschen mit Aphasie und Schlaganfall, Sibylle Hummel, durchs Programm. Zwischendurch schmettert sie "Das Land des Lächelns" aus der gleichnamigen Operette von Franz Lehár ohne Mikrofon ins Publikum und sorgte damit ob ihrer Stimmgewaltigkeit für Verblüffung.

"Mal was anderes"ist auch heuer der Auftritt des Schwullesbischen Chores aus Köln, der in der Hochschule für Musik und Tanz probt. In fürs Auge ungewohnter Orchesterkleidung - bunt wie ein Papagei - zwitschert der Chor nach dem Prinzip der "musica ex aermelo" (Musik aus dem Ärmel) seine Lieder ins Volk. Dabei improvisieren die Frauen und Männer die Mehrstimmigkeit im Moment des Singens - Noten werden dafür deshalb nicht gebraucht. Das bedeutet zwangsläufig eine Herausforderung an das besondere Feingefühl für harmonischen Klang.

Besonders aufs Mitmachen kommt es dem Chor "Reharmonie" an. Er erhält spontanen Beifall, als er "Süßer die Glocken nie klingen" anstimmt.

Quelle: RP
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