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Wermelskirchen
Erinnerung an die alte Heimat lebt

Wermelskirchen: Erinnerung an die alte Heimat lebt
Auftritt und musikalischer Höhepunkt des Querbacher Heimattreffens war der Auftritt des Männerballetts der Dhünnschen Jecken. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Zum 53. Querbacher Heimattreffen war am Wochenende wieder nach Wermelskirchen geladen worden. Das erste Treffen war 1949 in Witzhelden. Von Frederik Oehl

Es war Juli 1946, als die meisten der Vertriebenen aus dem schlesischen Ort Querbach in Wermelskirchen und anderen Gemeinden im Bergischen Land ankamen - seit mehr als sieben Jahrzehnten halten sie nun bereits die Erinnerung an die alte Heimat aufrecht. Am Samstag kamen die Querbacher und viele ihrer Angehörigen zum 53. Heimattreffen im Bürgerzentrum zusammen. Insgesamt kamen etwa 80 Besucher. Gezeigt wurde unter anderem ein Filmbeitrag über Querbach. Dazu gab es den begeisternden Auftritt der Dhünnschen Jecken. Vor allem aber stand wieder ein heiteres Beisammensein auf dem Programm. Einladungen waren zuvor an Querbacher im gesamten Bundesgebiet verschickt worden.

Unter den Wermelskirchenern mit Querbacher Wurzeln ist auch Bürgermeister Rainer Bleek: "Meine Mutter kam aus Querbach und hat mir sehr viel von dort erzählt", sagte Bleek bei seiner Eröffnungsrede. "Sie hat mir vom Steinbruch und den Feldern erzählt, und von den Kindern im Ort, die zum Teil schon früh das Vieh hüten mussten." In seiner Rede schlug Bleek auch einen Bogen zur Flüchtlingssituation in der Gegenwart. Der Bürgermeister betonte dabei die Chancen des Zuzuges, etwa mit Blick auf den Fachkräftemangel. "Ich bin überzeugt, dass uns ein gutes Zusammenleben gelingen wird", bekräftigte er.

Das Treffen der Querbacher in Wermelskirchen hat derweil eine lange Tradition, wie Jochem Birk, der Schriftführer und Chronist der für die Organisation des Treffens verantwortlichen Querbacher Heimatgruppe, weiß. "Das erste Treffen wurde 1949 in Witzhelden abgehalten, beim ehemaligen Querbacher Lehrer Müller und seiner Frau", erklärte Birk. Acht Jahre später bildete sich dann die Querbacher Jugendgruppe. "Die Idee kam uns im Jahre 1956 bei einem Polterabend", erinnerte sich der Chronist. Im Jahr 1964 übernahm die Stadt Wermelskirchen die Patenschaft für Querbach, und seitdem werden regelmäßig Treffen in der Stadt abgehalten. In den ersten Jahren ging es dabei hoch her, wie Jochem Birk bestätigte: "Damals war der Saal voll besetzt, und es wurde bis in die Nacht getanzt". Mittlerweile hat die Teilnehmerzahl jedoch abgenommen: "Die Leute sind heute 70 Jahre und älter - viele schaffen es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr, zu uns zu kommen", erklärte Birk. Die Querbacher Heimatgruppe bleibt jedoch weiterhin engagiert und aktiv. Für Wermelskirchen hatte der Chronist viel Lob übrig: "Wir sind sehr dankbar dafür, dass die Stadt uns schon so lange unterstützt."

(fre)
 
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