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Wermelskirchen
Erstaufnahme endet offiziell am Sonntag

Wermelskirchen: Erstaufnahme endet offiziell am Sonntag
Die Mehrzweckhalle wird nur noch bis 31. Juli als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge genutzt - ab Montag beginnt der Rückbau. ) FOTO: Singer (Archiv
Wermelskirchen. Die Mehrzweckhallen in Dhünn und Dabringhausen werden dann wieder für die Nutzung durch Vereine hergerichtet. Bis zur Freigabe kann es aber noch dauern. Der Stadt können täglich weitere Flüchtlinge zugewiesen werden. Von Sebastian Radermacher

Die beiden Mehrzweckhallen in Dhünn und Dabringhausen werden offiziell nur noch bis zum kommenden Sonntag, 31. Juli, als Erstaufnahmeunterkünfte für Flüchtlinge genutzt. Dieses Datum bestätigt Beigeordneter Jürgen Graef auf Anfrage unserer Redaktion. "Die beiden Erstaufnahmeeinrichtungen werden Ende der Woche offiziell geschlossen", sagt er. Die Stadtverwaltung werde die Hallen dann so schnell wie möglich wieder für die übliche Nutzung durch die Vereine herrichten, kündigt Graef an.

Dass dies aber teilweise mit einigen nicht vorhersehbaren Problemen einhergeht, macht das Beispiel der großen Halle an der Schubertstraße deutlich. Nach dem termingerechten Rückbau stellte man bei der Grundreinigung plötzlich fest, dass eine Bodenbeschichtung nicht aufgebracht werden konnte, weil sich diese nicht dauerhaft mit dem Untergrund verbindet. Ohne die Beschichtung ist die Bodenoberfläche zu stumpf und somit die Verletzungsgefahr zu groß. "So etwas kann passieren. Wir müssen das nun prüfen", sagt Graef. Die Verwaltung wird laut Frank Kieseler (Gebäudemanagement) schnellstmöglich ein zweites Gutachten einholen. "Da muss ein Fachmann ran. Womöglich muss noch eine chemische Analyse erfolgen", sagt Kieseler.

Die beiden Hallen in Dhünn und Dabringhausen werden ab kommendem Montag zunächst komplett leergeräumt - alle Betten, Zäune und der provisorisch verlegte Boden werden entfernt und anschließend von der Stadt eingelagert. Das Inventar war auf Kosten des Landes angeschafft worden - ob das Land es zurückhaben möchte, ist laut Graef zurzeit noch völlig unklar.

Nach dem Freiräumen der Hallen wird geprüft, ob durch die Nutzung als Flüchtlingsunterkünfte Schäden entstanden sind, und falls ja, wie aufwendig die Reparatur sein wird. Diese Bestandsaufnahme könne einige Zeit in Anspruch nehmen. "Unser Ziel ist klar: Die Hallen werden den Vereinen wieder so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt", betont Graef.

Nach dem Wegfall der Erstaufnahmeunterkünfte muss die Stadt nun mit deutlich mehr zugewiesenen Flüchtlingen durch das Land rechnen. Und diese müssen im Stadtgebiet kurzfristig untergebracht werden. "Wir müssen täglich mit weiteren Zuweisungen rechnen", stellt Graef klar. Aktuell sei man zwar noch nicht am Limit angekommen, "aber wir spüren deutlich, dass die Zuweisungen zunehmen", betont der Beigeordnete.

Aus diesem Grund ist unter anderem das ehemalige Gemeindehaus in Sonne für die Unterbringung von etwa 20 Flüchtlingen umgebaut worden. Außerdem sollen dort angrenzend weitere Flüchtlinge in Neubauten untergebracht werden. Wie viele, ist zurzeit noch unklar - dazu wird die Verwaltung der Politik nach der Sommerpause ein Konzept vorlegen. Im Gemeindehaus mussten zusätzliche Räume hergerichtet werden, etwa mit Anschlüssen für Waschmaschinen. Außerdem mussten Sanitärbereiche geschaffen werden. "Die Umbauarbeiten sind beendet. In dem Gebäude sind aber noch Gegenstände, die herausgeräumt werden müssen. Dann wird neu möbliert, im Anschluss können die Menschen einziehen", sagt Graef. Einen Zeitpunkt für den Einzug der Flüchtlinge nennt er nicht. Ebenfalls noch unklar ist, wie lange die Abwicklung der Erstaufnahme dauert, also wann die Mehrzweckhallen wieder freigegeben werden können. Frank Kieseler nennt eine vorsichtige Prognose: "Wir hoffen, dass wir die beiden Hallen in zwei Monaten wieder zur Verfügung stellen können."

Möglichst viele Flüchtlinge aus den Erstaufnahmeeinrichtungen sollen nach Wunsch der Stadtverwaltung weiterhin in Wermelskirchen bleiben. "Wir versuchen, die Menschen hier zu behalten und sie zu integrieren", sagt Graef. Viele Flüchtlinge aus den Erstaufnahmeunterkünften würden durch die Initiative "Willkommen in Wermelskirchen" sehr gut betreut, sie machen Sprachkurse und versuchen, sich hier etwas aufzubauen. "Es macht wenig Sinn, dass diese Menschen mit Ende der Erstaufnahme hier herausgerissen werden und woanders wieder bei Null anfangen müssen", sagt Graef. Daher bemühe man sich, dass sie hier bleiben dürfen, statt sie wegzuschicken und andere zugewiesene Flüchtlinge unterzubringen.

Quelle: RP
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