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Wermelskirchener beim Gründerpreis
Es zählt nur die gewonnene Erfahrung

Wermelskirchener beim Gründerpreis: Es zählt nur die gewonnene Erfahrung
Lars Schmidt, Adrian Frings, Björn Lück, Nándor Hulverscheidt und Manuel Fischer (v.l.) nach der Siegerehrung 2013 des Deutschen Gründerpreises. Sie belegten bundesweit den dritten Platz. FOTO: Jenny Jacoby
Wermelskirchen. Wermelskirchen - eine Stadt der Gründer? Die ansehnliche Stafette der Auszeichnungen im Planspiel "Deutscher Gründerpreis für Schüler" für Teams des Gymnasiums lässt darauf schließen. In den letzten vier Jahren schafften es drei Teams bundesweit unter die Top 10, ein Team erreichte im Rheinland den zweiten Platz. Von Bernd Geisler

Bei diesem größten deutschen Gründerwettbewerb geht es darum, die Gründung einer eigenen Firma zur Verwirklichung einer Geschäftsidee komplett zu simulieren und sie werbeträchtig auch vor realen Firmen zu präsentieren. Was aber ist aus den Ideen der Gewinnerteams geworden?

2013 erreichte das Team "Lumo Systems" von 1066 Teilnehmerteams bundesweit den dritten Platz. Seine Geschäftsidee: die Entwicklung eines digitalen Adapters für analoge Kameras. Damit sollten alte Kameraschätzchen im digitalen Zeitalter wieder zum Leben erweckt werden. Nándor Hulverscheidt, damaliger Teamsprecher, erinnert sich: "Die Entwicklung dieses Adapters bis zur Marktreife hätte eine Anfangsinvestition in der Höhe eines siebenstelligen Betrages bedeutet." Die Rentabilität wäre aufgrund der Planung zwar wahrscheinlich gewesen, aber Schüler könnten das nicht finanzieren. Er vermutet, dass die großen Kamerafirmen ähnliche Ideen bereits in der Schublade haben, sie aber nicht herausbringen, um den eigenen Absatzmarkt nicht gefährden.

Hulverscheidt studiert derzeit in Köln Sozialwissenschaften und macht parallel eine Ausbildung an der Journalistenschule. Dafür kann er seine Erfahrungen aus dem Planspiel gut einbringen.

Daniel Maluszczak stand 2015 und 2016 beim Gründerwettbewerb als Teammitglied auf dem Siegertreppchen. 2016 hatte das Team "HashQ" die Idee eines intelligentes "Heimes 4.0", in dem durch Smartphone und vernetzte Geräte gesammelte Daten zu einer automatisierten Lebenserleichterung mit Hilfe von Algorithmen verarbeitet werden. 2015 entwarf das Team "EatIt" eine interaktive und vernetzte "SoCoo-Box", die beim Kochen und Einkaufen zu einem gesünderen Lebensstil beitragen sollte. Beide Projekte sind über den Gewinn beim Gründerpreis nicht hinausgekommen. "Die Entwicklung im IT-Bereich geht so schnell voran, dass nach Beendigung eines Studiums vermutlich das Problem 'Heim 4.0' bereits gelöst ist", sagte Maluszczak. Für die SoCoo-Box sieht er zwar auch in Zukunft reelle Chancen, aber darum kann er sich erst nach Ende seines Studiums der Volkswirtschaftslehre kümmern.

So wie er, denken auch die anderen Teammitglieder. Vanessa Mangione war 2014 Sprecherin des Teams "CherryTec", das die Pro-duktidee eines autonomen und intelligenten Babyfons unter Benutzung des modernen Einplatinencomputers Raspberry Pi in einem Teddy vorstellte.

"Nach dem Gymnasium haben wir noch oft über das Projekt gesprochen", erzählt Vanessa Mangione. Zu einer Weiterentwicklung sei es aber nicht gekommen, weil es ein technisches Produkt sei und die Entwicklungen in der Technik rasend schnell voranschreiten. Der Wettbewerb wirke allerdings nach. In ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau könne sie ihre darin gewonnenen Erfahrungen gut einbringen.

Quelle: RP
 
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