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Wermelskirchen
Experte: Bis zu 1,6 Milliarden Verlust für Wirtschaft durch A 1-Baustellen

Wermelskirchen: Experte: Bis zu 1,6 Milliarden Verlust für Wirtschaft durch A 1-Baustellen
Keine optische Täuschung: An der A1-Baustelle stehen alle Schilder zurzeit in zweifacher Ausführung. Ein Grund: Die Firmen wechseln. FOTO: Miserius
Wermelskirchen. Der volkswirtschaftliche Verlust für Firmen und Privatleute durch die Baustellen auf der Autobahn 1 im Bereich Leverkusen dürfte in die Milliarden Euro gehen. Von Ulrich Schütz

Der Wermelskirchener Diplom-Ingenieur Hilmar Brunow (54), Mitarbeiter eines Automobilzulieferers in Köln, hat unserer Redaktion nach seinen vielen Fahrten durch die Staulandschaft A1/Rheinbrücke eine "kalkulatorische Abschätzung" des Schadens zugeschickt und ergänzt so Darstellungen von Wirtschaftsverbänden: Die Verluste könnten laut Brunow allein bei der Wirtschaft bis zu 1,6 Milliarden Euro pro Jahr erreichen - nur für die Fahrtrichtung Wermelskirchen-Leverkusen. Der Stauschaden während der Brückenbauzeit (vier bis acht Jahre?) könnte zwölf Milliarden Euro betragen, die die Wirtschaft abfedern müsse.

"Die tatsächliche Not ist in den Köpfen der Politiker und Planer bei Straßen NRW noch gar nicht angekommen. Bei einigen wenigen vielleicht", schreibt Brunow. Für ihn ist es nicht verwunderlich, wenn Unternehmen über einen Standortwechsel nachdenken.

Was viele Autofahrer zurzeit wundert: An den A 1-Baustellen im Bereich Leverkusen stehen alle Schilder zurzeit in zweifacher Ausführung. Die Verdoppelung der Tempolimit-Schilder oder der großen Tafeln für die Verkehrsführung hat einen einfachen Grund: Der Vertrag der Firma, die bisher für die Verkehrssicherung der Baustellen zuständig war, ist ausgelaufen. Der Auftrag konnte nicht einfach verlängert werden, sondern musste neu ausgeschrieben werden. Gewonnen hat das Verfahren eine andere Firma. Die Folge: Das neue Unternehmen musste seine Schilder jetzt erst aufbauen, damit kein Verkehrschaos entsteht. Erst dann kann die erste Firma ihr Material wieder einsammeln. So stehen dort selbst die für die Rheinbrücken-Sperrung angefertigten Großtafeln in doppelter Ausführung - materialsparend und umweltschonend ist dies nicht.

Mit Staunen rollen die Autofahrer auf der A 1 weiter durch das Kreuz Leverkusen. Warum auf der Hauptfahrbahn, etwa in Richtung Rheinbrücke, nur eine Fahrspur freigegeben ist, erschließt sich den Fahrern nicht. Auf dem abgesperrten Baustellenbereich stehen derzeit keine Baumaschinen, Bauarbeiter sind ebenfalls nicht zu sehen. Auch dafür liegt der Grund im Wechsel der Baufirmen, sagt ein Sprecher. Es stünden allerdings auch noch weitere Arbeiten an der A3-Brücke, die über die A1 führt, aus.

Quelle: RP
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